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Knutt

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Watvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Calidris canutus
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
  • Gattung: Strandläufer (Calidris)
  • Lebensraum: Arktische Tundra (Brutgebiet), Wattflächen und Küsten (Überwinterungsgebiet)
  • Größe: 23–26 cm Körperlänge, Flügelspannweite 47–54 cm
  • Gewicht: 100–200 g (je nach Jahreszeit und Fettreserven stark schwankend)
  • Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre, im Durchschnitt etwa 7–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Knutt ist der größte Vertreter der Gattung Calidris und damit der kräftigste unter den Strandläufern. Sein Erscheinungsbild verändert sich im Jahresverlauf erheblich. Im Prachtkleid, das die Vögel während der Brutzeit tragen, zeigt sich die Unterseite in einem auffälligen Rostrot, das sich von der Kehle bis zum Bauch erstreckt. Die Oberseite ist dann von einem Muster aus schwarzen, rotbraunen und weißlichen Federpartien geprägt. Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit getragen wird, wirkt der Knutt deutlich unscheinbarer: Das Gefieder ist oberseits gleichmäßig grau, die Unterseite weißlich mit feiner grauer Strichelung an Brust und Flanken.

Der Schnabel ist gerade, mittellang und schwarz. Er ist im Vergleich zu anderen Strandläufern relativ kurz und kräftig. Die Beine sind grünlich-grau und von mittlerer Länge. Im Flug zeigt der Knutt einen schmalen weißen Flügelstreif und einen hellgrauen Bürzel. Jungvögel ähneln den Altvögeln im Schlichtkleid, weisen aber auf der Oberseite eine feine, schuppige Zeichnung mit gelblichen Federsäumen auf.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Knutts erstreckt sich über weite Teile der nördlichen Hemisphäre. Die Brutgebiete liegen in der hocharktischen Tundra – auf Inseln wie Spitzbergen, Nowaja Semlja, der Taimyr-Halbinsel sowie im nördlichen Kanada und Grönland. Dort bewohnt der Knutt steinige, vegetationsarme Hochflächen und trockene Tundralandschaften.

Außerhalb der Brutzeit ist sein Habitat ein völlig anderes: Dann sucht der Knutt ausgedehnte Wattflächen, Schlickküsten und flache Lagunen auf. Das europäische Wattenmeer – insbesondere das niederländische, deutsche und dänische Watt – zählt zu den wichtigsten Rastgebieten während des Zuges. Die Überwinterungsgebiete liegen je nach Unterart an den Küsten Westeuropas, Westafrikas, Südamerikas, Südostasiens und Australiens.

Derzeit werden sechs Unterarten anerkannt, darunter Calidris canutus islandica, die über Island und Norwegen zum westeuropäischen Wattenmeer zieht, sowie Calidris canutus rufa, deren Zugroute von der kanadischen Arktis bis nach Feuerland reicht – eine der längsten Zugstrecken im gesamten Tierreich.

Ernährung

Der Knutt ernährt sich überwiegend von wirbellosen Tieren. In den Brutgebieten stehen Insekten und deren Larven, Spinnen und gelegentlich pflanzliche Kost auf dem Speiseplan. Im Winterquartier und an den Rastplätzen bilden Muscheln die Hauptnahrung, insbesondere kleine Herzmuscheln (Cerastoderma), Plattmuscheln (Tellina) und Baltische Plattmuscheln (Macoma balthica). Daneben frisst er Schnecken, Krebstiere und Würmer.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt typischerweise durch Stochern im weichen Wattboden. Dabei nutzt der Knutt seinen Schnabel, um Beute wenige Zentimeter unter der Oberfläche zu ertasten. Kleine Muscheln werden im Ganzen verschluckt und im kräftigen Muskelmagen zerkleinert. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein einzelner Knutt während der Zugzeit täglich die doppelte Menge seines eigenen Körpergewichts an Muscheln aufnehmen kann, um die nötigen Fettreserven für den Weiterflug aufzubauen.

Verhalten & Lebensweise

Der Knutt ist ein ausgesprochener Zugvogel, der jährlich Strecken von bis zu 15.000 Kilometern in eine Richtung zurücklegt. Die Zugbewegungen orientieren sich an Küstenlinien und folgen etablierten Zugrouten, die als Flyways bezeichnet werden. An den Rastplätzen bilden sich oft riesige Schwärme von mehreren Zehntausend Individuen. Diese Schwärme zeigen im Flug hochsynchronisierte Manöver, die der Feindabwehr gegenüber Greifvögeln wie dem Wanderfalken dienen.

Außerhalb der Brutzeit ist der Knutt ein geselliger Vogel, der in dichten Trupps auf Wattflächen nach Nahrung sucht und gemeinsam an Hochwasserrastplätzen ruht. Bei Flut, wenn die Nahrungsgründe überspült sind, ziehen sich die Schwärme auf höher gelegene Sandbänke, Salzwiesen oder Deichvorländer zurück. Die Aktivität richtet sich weniger nach dem Tag-Nacht-Rhythmus als vielmehr nach dem Gezeitenrhythmus: Knutts sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv, sofern das Watt frei liegt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Knutts erreichen die arktischen Brutgebiete zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Die Balz umfasst auffällige Singflüge des Männchens, bei denen es in Höhen von bis zu 500 Metern aufsteigt und trillernd über dem Brutrevier kreist. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, die sparsam mit Flechten, Blättern und trockenen Pflanzenresten ausgelegt wird.

Das Gelege besteht in der Regel aus vier Eiern, die oliv- bis grünbraun gefärbt und dunkel gefleckt sind. Beide