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Königspython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Python regius
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
  • Lebensraum: Savannen, Grasland, lichte Wälder und landwirtschaftliche Flächen in West- und Zentralafrika
  • Größe: 100–150 cm, selten bis 180 cm
  • Gewicht: 1–2 kg, gut genährte Weibchen bis 3 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Der Königspython ist eine vergleichsweise kleine Vertreterin der Familie der Pythons. Der Körperbau ist gedrungen und muskulös, der Kopf deutlich vom Hals abgesetzt und von dreieckiger Form. Die Schnauze ist breit und abgerundet. Wie alle Pythons besitzt der Königspython Labialgruben – wärmeempfindliche Sinnesorgane an den Ober- und Unterlippenscchilden, mit denen er die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrnehmen kann.

Die Grundfärbung der glatten, glänzenden Schuppen variiert zwischen Dunkelbraun und Schwarz. Darüber verteilen sich unregelmäßige, helle Flecken und Bänder in Gold-, Ocker- und Brauntönen, die eine artcharakteristische Sattelzeichnung bilden. Die Bauchseite ist cremeweiß bis gelblich und meist ungemustert. Der englische Name „Ball Python" leitet sich von der Verhaltensweise ab, sich bei Bedrohung zu einer engen Kugel zusammenzurollen, wobei der Kopf im Inneren geschützt wird.

In der Terraristik existieren mittlerweile mehrere tausend Zuchtformen, sogenannte Morphen, die durch selektive Züchtung entstanden sind und in Farbe sowie Musterung stark von der Wildform abweichen können – von reinweißen (Leucistic) über streifenfreie (Patternless) bis hin zu orangefarbenen Varianten (Banana).

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Königspythons erstreckt sich über weite Teile West- und Zentralafrikas. Die Art kommt von Senegal und Guinea-Bissau über Ghana, Togo und Benin bis nach Nigeria, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik und in den nördlichen Kongo vor. Ghana, Togo und Benin gelten als Kerngebiete der Population.

Als Habitat bevorzugt Python regius offene Savannen, Trockenwälder, Waldränder und halbfeuchtes Grasland. Die Tiere meiden dichte tropische Regenwälder ebenso wie extrem aride Zonen. Sie nutzen häufig Termitenhügel, Nagetierbauten und Felsspalten als Verstecke. Auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und in der Nähe menschlicher Siedlungen sind Königspythons anzutreffen, wo sie von einem erhöhten Nagetieraufkommen profitieren. Das Biotop ist typischerweise durch einen Wechsel von Regen- und Trockenzeiten geprägt, mit Temperaturen zwischen 25 und 35 °C und einer saisonal schwankenden Luftfeuchtigkeit.

Ernährung

Der Königspython ernährt sich als Lauerjäger ausschließlich von warmblütigen Beutetieren. Den Hauptanteil der Nahrung bilden kleine Säugetiere, insbesondere verschiedene Arten von Mäusen, Ratten und anderen Nagern. Jüngere Tiere fressen gelegentlich auch Vögel und deren Nestlinge. Die Beute wird durch einen schnellen Vorstoß gepackt und anschließend durch Umschlingen mit mehreren Körperwindungen getötet – ein Vorgang, der als Konstriktion bezeichnet wird. Dabei wird nicht, wie oft angenommen, die Beute zerquetscht, sondern der Blutkreislauf durch den gleichmäßigen Druck der Muskelschlingen unterbrochen, was innerhalb weniger Minuten zum Kreislaufstillstand führt. Anschließend wird das Beutetier mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt je nach Jahreszeit und Angebot in unregelmäßigen Abständen. Erwachsene Tiere fressen in der Natur etwa alle ein bis zwei Wochen. Während der Trockenzeit oder in der Fortpflanzungsperiode können Königspythons über mehrere Monate hinweg die Nahrungsaufnahme vollständig einstellen, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Verhalten & Lebensweise

Königspythons sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Erdhöhlen, unter Baumwurzeln oder in verlassenen Nagerbauten. Als bodenbewohnende Art klettern sie nur selten, obwohl insbesondere Jungtiere gelegentlich in niedrigem Geäst angetroffen werden. Die Schlangen sind Einzelgänger ohne festes Revier; sie durchstreifen ihr Aktionsgebiet auf der Suche nach Beute und geeigneten Verstecken.

Das namensgebende Einrollverhalten ist die primäre Verteidigungsstrategie. Anders als viele andere Schlangenarten zeigt der Königspython kaum Aggressivität gegenüber größeren Tieren oder Menschen. Dieses ausgeprägt friedfertige Temperament hat maßgeblich zu seiner Beliebtheit als Terrarientier beigetragen. Zu seinen natürlichen Fressfeinden zählen große Greifvögel, Warane und verschiedene Säugetiere wie Mangusten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Natur in die kühleren Monate der Trockenzeit, typischerweise zwischen September und November. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen über Pheromonspuren. Bei der Balz setzt das Männchen seine Aftersporne ein – rudimentäre Becken- und Hinterbeinreste, die bei Pythons als kleine, klauenähnliche Strukturen seitlich der Kloake sichtbar sind –, um das Weibchen zur Paarung zu stimulieren.

Etwa 40 bis 60 Tage nach der Begattung legt das Weibchen zwischen drei und zwölf Eier, im Durchschnitt sechs bis acht. Die weißen, ledrigen Eier werden in einer geschützten Höhle abgel