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Kojote
Foto: John Thomas via Unsplash

Kojote

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Canis latrans
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Wolfs- und Schakalartige (Canis)
  • Lebensraum: Prärien, Halbwüsten, Wälder, Gebirge, Kulturlandschaften, urbane Randgebiete
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 75–100 cm, Schulterhöhe 58–66 cm, Schwanzlänge 30–40 cm
  • Gewicht: 7–21 kg, je nach Unterart und Region
  • Lebenserwartung: 10–14 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Kojote ähnelt in seiner Gestalt einem mittelgroßen Haushund, wirkt aber schlanker und hochbeiniger als viele Hunderassen. Sein Fell ist dicht und variiert je nach Verbreitungsgebiet von graubraun über rötlich-braun bis gelblich-grau. Die Unterseite – Bauch, Kehle und Brustbereich – ist deutlich heller, meist weißlich bis cremefarben. Die Rückenpartie zeigt häufig dunklere Grannenhaare, die dem Tier ein leicht meliertes Aussehen verleihen.

Die Schnauze ist im Vergleich zum Wolf (Canis lupus) schmaler und spitzer. Die Ohren sind groß, dreieckig und aufrecht stehend, was dem Kojoten ein aufmerksames Erscheinungsbild gibt. Der buschige Schwanz wird beim Laufen typischerweise nach unten gehalten – ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wölfen, die den Schwanz horizontal oder leicht erhoben tragen. Die Augen sind gelblich bis bernsteinfarben und mit einer runden Pupille versehen, wie es für Vertreter der Familie Canidae charakteristisch ist.

Es werden bis zu 19 Unterarten beschrieben, die sich vor allem in Körpergröße und Fellfärbung unterscheiden. Tiere aus nördlichen Populationen sind in der Regel größer und schwerer als ihre südlichen Artgenossen – ein Phänomen, das der Bergmannschen Regel entspricht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kojoten erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas. Ursprünglich war die Art vor allem in den offenen Prärien und Halbwüsten des zentralen und westlichen Nordamerikas heimisch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat der Kojote sein Areal jedoch erheblich ausgedehnt – nach Norden bis Alaska und in die kanadischen Provinzen, nach Osten bis an die Atlantikküste und nach Süden bis nach Mittelamerika einschließlich Panama.

Diese Ausbreitung hängt eng mit der Dezimierung des Wolfes zusammen, dessen ökologische Nische der Kojote in vielen Regionen teilweise eingenommen hat. Sein Habitat umfasst heute ein außerordentlich breites Spektrum: von Wüsten und Grasland über boreale Nadelwälder und Gebirgsregionen bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen und Vorstadtgebieten. Der Kojote gehört zu den wenigen größeren Raubtieren, die sich an urbane und suburbane Biotope angepasst haben. Stabile Populationen existieren mittlerweile in Städten wie Los Angeles, Chicago und New York.

Ernährung

Der Kojote ist ein ausgesprochener Generalist und Opportunist, was seine Nahrungswahl betrifft. Die Bezeichnung „omnivor" trifft auf ihn in hohem Maße zu, auch wenn er zoologisch zu den Carnivora zählt. Sein Nahrungsspektrum umfasst Kleinsäuger wie Kaninchen, Hasen, Mäuse und Wühlmäuse, die den Hauptanteil der Nahrung bilden. Daneben erbeutet er Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten.

Pflanzliche Kost spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle: Früchte, Beeren, Gräser und Samen machen saisonal bis zu 40 Prozent der Nahrung aus. In der Nähe menschlicher Siedlungen bedient sich der Kojote auch an Abfällen, Haustierfutter und gelegentlich an Nutzvieh – vor allem an Lämmern und Geflügel –, was ihn in Konflikt mit Viehzüchtern bringt. Aas wird ebenfalls nicht verschmäht, besonders in den Wintermonaten. Die enorme Flexibilität seiner Ernährung ist ein Schlüsselfaktor für den ökologischen Erfolg der Art.

Verhalten & Lebensweise

Kojoten sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, passen ihre Aktivitätsphasen jedoch an die Umgebung an. In Gebieten mit geringer menschlicher Störung sind sie auch tagsüber unterwegs. Die Sozialstruktur ist variabel: In Regionen mit reichlichem Nahrungsangebot bilden Kojoten lockere Familienverbände aus einem Elternpaar und den Jungtieren des laufenden Jahrgangs. Solche Gruppen verteidigen ein gemeinsames Revier, das je nach Habitatqualität zwischen 5 und 80 Quadratkilometer groß sein kann. In nahrungsärmeren Gebieten leben Kojoten häufig als Einzelgänger oder in Paaren.

Die Kommunikation erfolgt über ein vielfältiges Repertoire an Lautäußerungen: Heulen, Bellen, Jaulen und Winseln dienen der Reviermarkierung, der Kontaktaufnahme zwischen Paarpartnern und der Koordination bei der Jagd. Das charakteristische nächtliche Heulen, das dem Kojoten seinen wissenschaftlichen Artnamen „latrans" (lateinisch: der Bellende) eingebracht hat, ist über große Entfernungen hörbar. Ergänzend werden Duftmarken durch Urin und Kot an exponierten Stellen im Revier gesetzt.

Bei der Jagd auf größere Beutetiere wie Weißwedelhirsche kooperieren Kojoten gelegentlich in Paaren oder kleinen Gruppen, während Kleinsäuger typischerweise einzeln im sogenannten Mäusesprung erbeutet werden – einem hohen Sprung mit anschließendem Zuschlagen der Vorderpfoten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Kojoten leben in der Regel monogam und bilden Paarbindungen, die über mehrere Jahre Bestand haben können. Die Paarungszeit fällt in die Monate Januar bis März. Nach einer Tragzeit von rund 63 Tagen bringt das Weibchen durchsc