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Kragenbär

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Bären

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ursus thibetanus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Bären (Ursidae)
  • Gattung: Ursus
  • Lebensraum: Laubwälder, Mischwälder und Bergwälder Asiens, von Meereshöhe bis etwa 4.500 Meter
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 120–190 cm, Schulterhöhe 70–100 cm
  • Gewicht: Männchen 100–200 kg, Weibchen 50–125 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kragenbär, auch als Asiatischer Schwarzbär oder Mondbär bezeichnet, verdankt seinen deutschen Namen der auffälligen, halbmondförmigen Brustzeichnung. Dieses gelblich-weiße bis cremefarbene Abzeichen auf der ansonsten tiefschwarzen Brust ist das markanteste Erkennungsmerkmal der Art und bei jedem Individuum leicht unterschiedlich geformt. Der englische Name „Moon Bear" leitet sich ebenfalls von dieser Zeichnung ab.

Das Fell ist überwiegend glänzend schwarz, gelegentlich dunkelbraun. Im Hals- und Schulterbereich bildet es eine deutlich verlängerte Mähne, den namensgebenden „Kragen", der dem Tier bei Erregung ein imposanteres Erscheinungsbild verleiht. Die Ohren sind im Vergleich zu anderen Bärenarten auffallend groß und rund. Der Kopf ist relativ breit mit einer kurzen, kräftigen Schnauze. Die Krallen sind stark gekrümmt und eignen sich hervorragend zum Klettern – eine Fähigkeit, die der Kragenbär unter allen Großbären am häufigsten nutzt.

Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Männliche Tiere sind im Durchschnitt etwa 50 Prozent schwerer als weibliche. Insgesamt ist der Kragenbär etwas kleiner und leichter gebaut als der nordamerikanische Schwarzbär (Ursus americanus), mit dem er eng verwandt ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kragenbären erstreckt sich über weite Teile Süd- und Ostasiens. Es reicht vom Iran und Afghanistan über Pakistan, den Himalaya, Südostasien und China bis nach Korea, Japan und in den russischen Fernen Osten. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten, bevorzugt jedoch dichte Laubwälder und Mischwälder in hügeligem bis gebirgigem Gelände.

Je nach Region und Jahreszeit nutzt der Kragenbär unterschiedliche Höhenstufen seines Biotops. Im Sommer steigen die Tiere in höhere Lagen auf, wo sie Nahrung in Form von Beeren und Nüssen finden. Im Herbst und Winter wandern sie in tiefere Täler ab. In tropischen Teilen des Verbreitungsgebiets, etwa in Südostasien, halten die Bären keine Winterruhe und bleiben ganzjährig aktiv. In nördlichen Regionen wie Russland oder Japan hingegen ziehen sie sich in Höhlen oder hohle Baumstämme zurück und verbringen mehrere Monate in einer Winterruhe mit reduziertem Stoffwechsel.

Derzeit werden sieben Unterarten anerkannt, darunter der Japanische Schwarzbär (U. t. japonicus), der Himalaya-Schwarzbär (U. t. laniger) und der Formosa-Schwarzbär (U. t. formosanus) auf Taiwan.

Ernährung

Obwohl der Kragenbär zur Ordnung der Raubtiere zählt, ist er ein ausgesprochener Allesfresser (Omnivor) mit überwiegend pflanzlicher Kost. Sein Nahrungsspektrum umfasst Früchte, Beeren, Nüsse, Eicheln, Knospen, Gräser und Wurzeln. Im Frühling, wenn pflanzliche Nahrung knapp ist, frisst er verstärkt Insekten, Larven und Honig. Gelegentlich erbeutet er kleine Wirbeltiere, Nagetiere oder Fische. Seltener reißt er größere Tiere wie junge Huftiere oder Vieh, was ihn in manchen Regionen in Konflikt mit Landwirten bringt.

Beim Klettern in Baumkronen auf Nahrungssuche bricht der Kragenbär Äste ab und schichtet sie unter sich zu einer Art Plattform – ein Verhalten, das als „Bärennest" bezeichnet wird und charakteristisch für diese Art ist.

Verhalten & Lebensweise

Der Kragenbär ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, insbesondere in Gebieten, in denen er häufig auf Menschen trifft. In ungestörten Lebensräumen kann er auch tagsüber aktiv sein. Die Art lebt als Einzelgänger; Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarungszeit. Jedes Tier durchstreift ein individuelles Revier, dessen Größe je nach Nahrungsangebot und Habitat zwischen 10 und 50 Quadratkilometern variiert. Die Reviere von Männchen sind in der Regel deutlich größer als die der Weibchen und überlappen sich häufig mit mehreren Weibchenrevieren.

Kragenbären kommunizieren über Lautäußerungen wie Grunzen, Schnauben und Schreien. An Bäumen hinterlassen sie Kratzspuren und Duftmarken, die anderen Bären Informationen über ihre Anwesenheit und ihren Fortpflanzungsstatus liefern. Trotz ihres gedrungenen Körperbaus sind sie ausgezeichnete Kletterer und verbringen mehr Zeit in Bäumen als die meisten anderen Bärenarten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Kragenbären liegt je nach Region zwischen Juni und Oktober. Wie bei anderen Bärenarten kommt es zu einer verzögerten Einnistung (Keimruhe): Die befruchtete Eizelle entwickelt sich erst nach mehreren Monaten in der Gebärmutterwand weiter, sodass die Geburt in den Winter fällt. Nach einer Gesamttragzeit von etwa 200 bis 240 Tagen bringt das Weibchen in seiner Winterruhehöhle ein bis drei Jungtiere zur Welt, meist zwei.

Die Neugeborenen wiegen bei der Geburt lediglich 200 bis 350 Gramm und sind blind, nahezu nackt und