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Kurzschwanzpython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Python curtus (Schlegel, 1872)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sumpfgebiete und landwirtschaftliche Flächen Südostasiens
  • Größe: 120–180 cm (selten bis 200 cm)
  • Gewicht: 7–15 kg, einzelne Exemplare bis über 20 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre (in Gefangenschaft bis 35 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Kurzschwanzpython verdankt seinen deutschen Trivialnamen dem auffällig kurzen Schwanz, der im Verhältnis zur gesamten Körperlänge deutlich kürzer ausfällt als bei den meisten anderen Vertretern der Gattung Python. Der Körperbau ist gedrungen, kräftig und walzenförmig – diese Schlange wirkt deutlich massiger als andere Pythons vergleichbarer Länge. Der breite, vom Hals deutlich abgesetzte Kopf trägt die für Pythons typischen Labialgruben an den Oberlippenschilden, die als Infrarot-Sinnesorgane der Wahrnehmung warmblütiger Beutetiere dienen.

Die Grundfärbung der glatten, dicht anliegenden Schuppen variiert je nach Herkunft von hellbraun über rotbraun bis zu einem tiefen Schwarz. Über den Rücken verläuft ein Muster aus dunkleren, oft unregelmäßig geformten Flecken und Bändern, das der Tarnung auf dem Waldboden dient. Die Bauchseite ist heller, meist cremeweiß bis gelblich, gelegentlich mit vereinzelten dunklen Punkten. Die Augen sind relativ klein und besitzen eine vertikal geschlitzte Pupille, die auf eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hindeutet.

Lange Zeit wurden der Blutpython (Python brongersmai) und der Borneo-Kurzschwanzpython (Python breitensteini) als Unterarten von Python curtus geführt. Seit einer taxonomischen Revision gelten alle drei als eigenständige Arten innerhalb der Gattung Python. Im engeren Sinn bezieht sich der Name Kurzschwanzpython heute ausschließlich auf Python curtus sensu stricto, der auf Sumatra vorkommt. Im Handel und in der Terraristik werden die drei Arten jedoch häufig noch unter dem Oberbegriff „Kurzschwanzpython-Komplex" zusammengefasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Python curtus liegt auf der indonesischen Insel Sumatra sowie auf einigen vorgelagerten Inseln. Das Habitat umfasst tropische Tieflandregenwälder, Sumpf- und Moorwälder sowie angrenzende landwirtschaftlich genutzte Flächen, insbesondere Ölpalmenplantagen. Die Schlange bevorzugt feuchte, schlammige Biotope in Gewässernähe und hält sich bevorzugt am Boden auf. In Höhenlagen oberhalb von etwa 500 Metern wird sie nur selten angetroffen.

Durch die fortschreitende Umwandlung von Primärwald in Agrarflächen ist Python curtus zunehmend in Kulturlandschaften anzutreffen. Dort nutzt die Art Entwässerungsgräben, Reisfelder und die Randstreifen von Plantagen als sekundäres Habitat. Diese Anpassungsfähigkeit darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verlust intakter Waldgebiete die Populationen langfristig unter Druck setzt.

Ernährung

Der Kurzschwanzpython ist ein Lauerjäger. Er verharrt reglos am Boden, oft halb im Schlamm oder unter Laubstreu verborgen, und wartet auf vorbeiziehende Beutetiere. Zur Beute zählen kleine bis mittelgroße Säugetiere wie Ratten, Mäuse und andere Nagetiere, gelegentlich auch Vögel, die auf dem Boden nach Nahrung suchen. Die Beute wird durch einen schnellen Vorstoß gepackt und anschließend durch Umschlingen getötet – wie alle Pythons ist Python curtus eine Würgeschlange und besitzt kein Gift. Die Beute wird im Ganzen verschlungen, wobei der dehnbare Unterkiefer und die elastischen Bänder zwischen den Schädelknochen das Verschlingen verhältnismäßig großer Beutestücke ermöglichen.

Verhalten & Lebensweise

Python curtus ist eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Art, die den Tag in Verstecken verbringt – etwa in Nagerbauten, unter umgestürzten Baumstämmen oder in dichter Vegetation. Die Schlange lebt einzelgängerisch und bodenbewohnend. Sie zeigt kein Kletterverhalten und meidet offene, trockene Flächen. Im Wasser bewegt sie sich hingegen geschickt und durchquert regelmäßig flache Gewässer und überflutete Bereiche innerhalb ihres Aktionsraums.

Das Temperament von Python curtus gilt unter Terrarianern als vergleichsweise defensiv, doch Wildtiere können bei Störung durchaus heftig zubeißen. Bei Bedrohung zieht die Schlange den Kopf eng an den Körper, zischt laut und stößt ruckartig vor. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist nicht bekannt; die Aktionsradien einzelner Tiere können sich überschneiden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Python curtus ist ovipar, das heißt die Weibchen legen Eier. Ein Gelege umfasst in der Regel 10 bis 16 Eier, gelegentlich auch mehr. Nach der Eiablage betreibt das Weibchen Brutpflege, indem es sich um das Gelege schlingt und durch rhythmische Muskelkontraktionen – sogenanntes Muskelzittern – eine erhöhte Temperatur im Bereich der Eier erzeugt. Diese Form der Thermoregulation ist eine Besonderheit, die bei mehreren Python-Arten beobachtet wird. Die Inkubationszeit beträgt etwa 60 bis 70 Tage. Die Schlüpflinge messen rund