Lakeland-terrier
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Steckbrief
- Herkunft: England (Lake District, Grafschaft Cumberland/Westmorland)
- FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 1 – Hochläufige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 70
- Größe: Rüden und Hündinnen ca. 37 cm Widerristhöhe (maximal nicht über 37 cm)
- Gewicht: Rüden ca. 7,7 kg, Hündinnen ca. 6,8 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell: Doppeltes Haarkleid – drahtige, dichte Deckhaar mit weicher Unterwolle
- Farben: Schwarz-Loh, Blau-Loh, Rot, Weizenfarben, Rotgrizzle, Leberbraun, Blau, Schwarz
Herkunft & Geschichte
Der Lakeland Terrier stammt aus dem Lake District im Nordwesten Englands, einer rauen, von Bergen und Seen geprägten Landschaft. Seine Abstammung geht auf alte Arbeitsterrier zurück, die von Bauern und Schäfern in Cumberland und Westmorland gezüchtet wurden. Die Hauptaufgabe dieser Hunde bestand darin, Füchse zu jagen, die den Lämmerbeständen erheblichen Schaden zufügten. Anders als bei der klassischen Fuchsjagd zu Pferde mussten die Terrier im Lake District den Fuchs in felsigem, unzugänglichem Gelände bis in seinen Bau verfolgen und dort stellen – eine Arbeit, die enorme Ausdauer, Mut und Wendigkeit erforderte.
In die Zuchtlinien des Lakeland Terriers flossen vermutlich Blutlinien des Border Terrier, des Bedlington Terrier und des alten Black-and-Tan Terrier ein. Lange Zeit wurde die Rasse unter verschiedenen regionalen Bezeichnungen geführt, darunter Patterdale Terrier, Cumberland Terrier und Fell Terrier. Erst 1921 erhielt sie den einheitlichen Namen Lakeland Terrier. Die Anerkennung durch den britischen Kennel Club erfolgte 1928, die internationale Anerkennung durch die FCI folgte wenig später. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Klub für Terrier (KfT), der dem VDH angeschlossen ist und den Rassestandard nach FCI-Vorgaben betreut.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Lakeland Terrier ist ein kompakter, elegant gebauter Hund mit quadratischer Silhouette. Sein Körperbau vermittelt den Eindruck von Kraft und Beweglichkeit, ohne dabei schwer oder plump zu wirken. Der Kopf ist flach und mäßig breit mit einem kräftigen, geraden Fang. Die V-förmigen Ohren werden nach vorn gekippt getragen und sitzen relativ hoch am Kopf. Die dunklen, lebhaften Augen verleihen dem Lakeland Terrier seinen typisch aufmerksamen und entschlossenen Ausdruck.
Das doppelte Haarkleid ist ein wesentliches Rassemerkmal: Das Deckhaar ist hart und drahtig, die Unterwolle dicht und weich. Diese Fellstruktur bot dem Hund im rauen Klima des Lake District optimalen Schutz gegen Nässe und Kälte. Am Fang und an den Läufen ist das Haar länger und bildet den rassetypischen Bart sowie die befederten Beine. Der Rassestandard erlaubt eine Vielzahl von Farben, wobei kleine weiße Abzeichen an Brust und Pfoten toleriert werden, Mahagoniflecken jedoch unerwünscht sind. Die Rute wird fröhlich, aber nicht über den Rücken gerollt getragen.
Charakter & Wesen
Wer einen Lakeland Terrier in sein Leben holt, bekommt einen selbstbewussten, lebhaften und mutigen Begleiter. Die Rasse vereint die typischen Terriereigenschaften in nahezu idealtypischer Form: Dieser Hund ist wachsam, eigenständig und unerschrocken, dabei aber freundlich im Umgang mit Menschen und weniger rauflustig gegenüber Artgenossen als manche andere Terrierrasse.
Lakeland Terrier sind ausgesprochen treu und bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf. Sie sind verspielt und behalten ihre jugendliche Lebhaftigkeit bis ins hohe Alter. Ihre Intelligenz und Arbeitswilligkeit machen sie zu gelehrigen Hunden, allerdings bringen sie auch eine gehörige Portion Eigensinn mit. Monotone Wiederholungen langweilen sie schnell – abwechslungsreiches Training mit positiver Verstärkung führt zum besten Ergebnis. Als ehemaliger Jagdhund besitzt der Lakeland Terrier einen ausgeprägten Jagdinstinkt, der in der Erziehung konsequent berücksichtigt werden muss.
Haltung & Pflege
Trotz seiner überschaubaren Größe ist der Lakeland Terrier kein reiner Schoßhund. Er braucht ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu sein. Tägliche Spaziergänge von mindestens einer Stunde, ergänzt durch Spiel- und Trainingseinheiten, sind das Minimum. Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Mantrailing kommen seinem Bewegungsdrang und seiner Intelligenz entgegen. Auch Nasenarbeit und Suchspiele bereiten ihm große Freude.
Die Fellpflege erfordert etwas Fachwissen. Das drahtige Haarkleid sollte regelmäßig – etwa alle acht bis zwölf Wochen – professionell getrimmt werden, um seine Struktur und Schutzfunktion zu erhalten. Scheren ist beim Lakeland Terrier nicht empfehlenswert, da es die Fellqualität dauerhaft verschlechtert und die Haarstruktur weich und wollig werden lässt. Zwischen den Trimmsitzungen reicht regelmäßiges Bürsten, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Bart und Augenpartie sollten sauber gehalten werden. Die Ohren sind wegen ihrer Kippform regelmäßig auf Verschmutzungen und Entzündungen zu kontrollieren.
Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ab dem Welpenalter ist bei dieser Rasse unerlässlich. Frühzeitige Sozialisierung mit anderen Hunden, Menschen und verschiedenen Umweltreizen schafft die Grundlage für einen souveränen, gesellschaftsfähigen Hund.
Ernährung
Der Lakeland Terrier stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an seine Ernährung. Hochwertiges Hundefutter mit