T Tierlexikon.net
← Lexikon

Langhaardackel

L

Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 4 – Dachshunde (Sektion 1, mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 148
  • Größe: Brustumfang über 35 cm (Standarddackel), 30–35 cm (Zwergdackel), bis 30 cm (Kaninchendackel)
  • Gewicht: ca. 7–9 kg (Standard), 4–7 kg (Zwerg), bis ca. 3,5 kg (Kaninchen)
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell: Langes, weiches, leicht gewelltes Deckhaar mit dichter Unterwolle; Befederung an Ohren, Brust, Bauch, Läufen und Rute
  • Farben: Rot, Rotgelb, Schwarzrot (Black and Tan), Schokoladenbraun mit Brand, Gestromt, Getigert
  • Zuchtverband (Deutschland): Deutscher Teckelklub 1888 e. V. (DTK)

Herkunft & Geschichte

Der Langhaardackel, auch als Langhaar-Teckel bekannt, geht auf die jahrhundertealte Zucht niedrigläufiger Jagdhunde in Deutschland zurück. Bereits im Mittelalter wurden kurzbeinige, erdgängige Hunde zur Baujagd auf Fuchs und Dachs eingesetzt – der Name „Dachshund" verweist unmittelbar auf diesen Verwendungszweck. Die Abstammung des Langhaardackels lässt sich auf Kreuzungen zwischen dem glatthaarigen Dachshund und kleinen Spanielrassen, vermutlich dem Wachtelhund, zurückführen. Durch gezielte Einkreuzung entstand ein Dackel mit längerem, seidigem Fell, das zusätzlichen Schutz bei der Arbeit in Dickicht und Unterholz bot.

Die systematische Reinzucht begann im 19. Jahrhundert. Der 1888 gegründete Deutsche Teckelklub legte verbindliche Rassestandards fest und unterschied fortan zwischen Kurzhaar-, Rauhaar- und Langhaardackel. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) führt alle drei Haarvarianten unter dem Standard Nr. 148 in einer eigenen Gruppe – eine Besonderheit, die die Bedeutung dieser Rasse unterstreicht. Bis heute genießt der Langhaardackel weltweit hohes Ansehen, sowohl als Jagdgebrauchshund als auch als Familienhund.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Langhaardackel besticht durch seinen gestreckten, muskulösen Körperbau auf kurzen, kräftigen Läufen. Sein Erscheinungsbild wirkt trotz der niedrigen Statur elegant. Der Kopf ist langgestreckt, der Fang kräftig mit einem leichten Stop. Die dunkelbraunen, mandelförmigen Augen verleihen ihm einen aufmerksamen, freundlichen Ausdruck. Die tief angesetzten, langen Ohren fallen glatt herab und sind mit seidigem, befedertem Haar besetzt.

Das markanteste Rassemerkmal ist das lange, glänzende Deckhaar, das eng am Körper anliegt und leicht gewellt sein darf, aber nicht gelockt sein soll. Besonders ausgeprägt ist die Befederung an der Unterseite der Rute, die eine regelrechte Fahne bildet. Auch an Ohren, Brust, Bauch und der Rückseite der Läufe finden sich längere Haarpartien. Die dichte Unterwolle sorgt für guten Witterungsschutz. Der Rassestandard beschreibt ein harmonisches Gesamtbild, bei dem die Proportionen zwischen Körperlänge und Brusttiefe stimmen müssen.

Charakter & Wesen

Der Langhaardackel gilt unter den drei Fellvarianten als der sanfteste und ausgeglichenste Typ. Kenner führen dies auf den Spanieleinfluss in seiner Abstammung zurück. Er ist treu, anhänglich und bindet sich eng an seine Bezugspersonen. Gleichzeitig besitzt er den für Dackel typischen Eigensinn – eine Eigenschaft, die ihm in der Baujagd das Überleben sichert, in der Erziehung aber Geduld und Konsequenz erfordert.

Im Alltag zeigt sich der Langhaardackel verspielt und unternehmungslustig. Er ist wachsam und meldet zuverlässig Besucher, ohne dabei übermäßig kläffig zu sein. Trotz seiner geringen Größe steckt ein mutiger, selbstbewusster Hund in ihm, der sich nicht einschüchtern lässt. Gegenüber Kindern verhält er sich in der Regel geduldig, sofern er respektvoll behandelt wird. Seine Jagdpassion ist nach wie vor stark ausgeprägt – beim Spaziergang kann er plötzlich einer Fährte folgen und dabei erstaunliche Sturheit an den Tag legen.

Haltung & Pflege

Der Langhaardackel eignet sich sowohl für die Wohnungshaltung als auch für das Leben auf dem Land, sofern er ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung erhält. Mindestens zwei ausgedehnte Spaziergänge täglich sind Pflicht. Nasenarbeit, Fährtensuche oder Apportierübungen kommen seinem jagdlichen Naturell entgegen und lasten ihn artgerecht aus. Ein gesicherter Garten ist von Vorteil, da der Dackel ein passionierter Buddler ist.

Die Fellpflege ist beim Langhaardackel aufwendiger als bei seinen kurz- und rauhaarigen Verwandten. Regelmäßiges Bürsten – mindestens zwei- bis dreimal pro Woche – verhindert Verfilzungen, besonders an den Ohren, Achseln und der Befederung der Läufe. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich tägliches Bürsten. Die langen Ohrmuscheln sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, da die eingeschränkte Belüftung des Gehörgangs Ohrenentzündungen begünstigt. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig.

Beim Treppensteigen und Springen ist Vorsicht geboten. Aufgrund der langen Wirbelsäule sollten Dackel möglichst keine Treppen laufen und nicht auf Sofas oder aus dem Auto springen. Rampen und Tragehilfen schonen den Rücken nachhaltig.

Ernährung

Der Langhaardackel neigt bei mangelnder Bewegung zu Übergewicht, was die ohnehin beanspruchte Wirbelsäule zusätzlich belastet. Eine bedarfsgerechte Ernährung mit hoch