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Leierschwanz

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Tierart – Vögel > Sonstige Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Menura novaehollandiae (Prachtleierschwanz) / Menura alberti (Albertleierschwanz)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Leierschwänze (Menuridae)
  • Gattung: Menura
  • Lebensraum: Feuchte Eukalyptuswälder, temperierter Regenwald, Südostaustralien
  • Größe: 76–103 cm (Männchen inkl. Schwanzfedern), Weibchen ca. 74–84 cm
  • Gewicht: ca. 0,9–1,1 kg
  • Lebenserwartung: bis zu 30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Leierschwänze gehören zu den größten Sperlingsvögeln der Welt. Ihr Gefieder ist überwiegend in unauffälligen Braun- und Grautönen gehalten – eine Tarnung, die im Unterholz der dichten Wälder ihres Verbreitungsgebiets gute Dienste leistet. Die Oberseite zeigt ein dunkles Graubraun, die Unterseite ist heller, oft mit einem rötlichen Schimmer an Kehle und Brust. Die Beine sind kräftig und vergleichsweise lang, angepasst an eine vorwiegend bodenbewohnende Lebensweise.

Das auffälligste Merkmal der Gattung Menura ist der spektakuläre Schwanz der Männchen. Beim Prachtleierschwanz (Menura novaehollandiae) besteht dieser aus 16 Steuerfedern, die in drei Typen unterteilt werden: Zwei äußere, s-förmig gebogene Leierfedern bilden den namengebenden Rahmen, der an die Form einer antiken Lyra erinnert. Dazwischen liegen zwölf feine, durchscheinende Filamentsfedern sowie zwei schmale, drahtartige Medianfedern. Dieser Schmuck entwickelt sich erst ab dem dritten bis vierten Lebensjahr vollständig und erreicht seine volle Pracht im Alter von etwa sieben Jahren. Der Schwanz der Weibchen ist deutlich kürzer, schlichter und ohne die charakteristische Leierform.

Der Albertleierschwanz (Menura alberti) ist insgesamt etwas kleiner und kompakter. Sein Schwanz ist weniger aufwendig gestaltet – die Leierfedern sind kürzer und weniger stark gebogen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet beider Arten beschränkt sich auf den Südosten Australiens. Der Prachtleierschwanz besiedelt feuchte Eukalyptuswälder und temperierte Regenwälder entlang der Great Dividing Range von Südost-Queensland über New South Wales bis nach Victoria. Eine eingeführte Population existiert zudem in Tasmanien, wo die Art in den 1930er-Jahren angesiedelt wurde.

Der Albertleierschwanz hat ein wesentlich kleineres Habitat. Er kommt ausschließlich in einem schmalen Streifen subtropischen Regenwaldes im Grenzgebiet von Queensland und New South Wales vor, vor allem in den Bergregenwäldern der McPherson Range und der Lamington-Hochebene.

Beide Arten bevorzugen dichte Vegetation mit üppigem Unterholz, feuchte Schluchten und Hanglagen mit reichlich Laubstreu. Die Nähe zu Gewässern und ein geschlossenes Kronendach sind typische Merkmale ihres bevorzugten Biotops.

Ernährung

Leierschwänze ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren, die sie durch intensives Scharren in der Laubstreu des Waldbodens freilegen. Ihre kräftigen Füße und Krallen sind hervorragend an diese Nahrungssuche angepasst. Zum Nahrungsspektrum gehören Regenwürmer, Käfer, Larven, Spinnen, Tausendfüßer, Schnecken und kleine Krebstiere. Gelegentlich werden auch Samen und Pflanzenteile aufgenommen, der Anteil pflanzlicher Nahrung bleibt jedoch gering.

Durch ihre intensive Wühltätigkeit in der Bodenstreu bewegen Leierschwänze pro Jahr enorme Mengen an Erde und organischem Material. Studien haben gezeigt, dass ein einzelner Prachtleierschwanz jährlich etwa 155 Tonnen Laubstreu und Boden umschichtet – ein Vorgang mit erheblicher Bedeutung für die Nährstoffzyklen und Bodenstruktur der australischen Waldökosysteme.

Verhalten & Lebensweise

Leierschwänze sind tagaktiv und einzelgängerisch. Sie verbringen den Großteil des Tages am Waldboden und bewegen sich dort vorwiegend laufend fort. Obwohl sie flugfähig sind, fliegen sie selten und ungern – meist nur, um auf Schlafbäume aufzubaumen oder kurze Distanzen über Hindernisse hinweg zu überwinden. Die Nacht verbringen sie auf erhöhten Ästen.

Männchen verteidigen während der Brutzeit ein ausgedehntes Revier, das sie durch Gesang markieren. Außerhalb der Fortpflanzungsperiode sind die Reviere weniger streng abgegrenzt, und die Streifgebiete einzelner Individuen können sich überlappen.

Die herausragende Fähigkeit der Leierschwänze ist ihre Stimme. Sie gehören zu den begabtesten Imitatoren im gesamten Vogelreich. Prachtleierschwänze können die Rufe von über 20 verschiedenen Vogelarten originalgetreu nachahmen und in ihren Gesang einbauen. Darüber hinaus imitieren sie Umgebungsgeräusche wie das Brechen von Ästen, bellende Hunde, Motorsägen, Kamerashutter und menschliche Stimmen. Diese Imitationen sind nicht bloß grobe Annäherungen, sondern akustisch oft kaum vom Original zu unterscheiden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz der Leierschwänze zählt zu den aufwendigsten Schauvorführungen der Vogelwelt. Männchen des Prachtleierschwanzes errichten kleine Erdhügel als Balzplattformen, auf denen sie ihren Schwanz nach vorne über den Körper schlagen. Die Filamentsfedern bilden dabei einen silbrig schimmernden Schleier, während die Leierfedern den äußeren Rahmen bilden. Begleitet wird dieses visuelle Schauspiel von lautem, komplexem Gesang, in den zahlreiche Imitationen eingeflochten sind. Ein Männchen kann bis zu