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Leonberger

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Rassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Leonberg (Baden-Württemberg), Deutschland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen; Sektion 2.2 – Molossoide, Berghunde (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 145
  • Größe: Rüden 72–80 cm, Hündinnen 65–75 cm (Widerristhöhe)
  • Gewicht: Rüden 54–77 kg, Hündinnen 45–61 kg
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre
  • Fell: Mittellanges bis langes, kräftiges Stockhaar mit dichter Unterwolle; Rüden mit ausgeprägter Mähne im Brust- und Halsbereich
  • Farben: Löwengelb, Rotbraun, Sandfarben (Gelb) sowie alle Abstufungen dazwischen, jeweils mit schwarzer Maske; geringe weiße Abzeichen an Brust und Zehen zulässig

Herkunft & Geschichte

Der Leonberger geht auf den Stadtrat und Hundehändler Heinrich Essig aus Leonberg bei Stuttgart zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts begann, gezielt große Hunderassen miteinander zu kreuzen. Nach überlieferten Berichten verpaarte Essig zunächst eine Landseer-Neufundländerin mit einem Bernhardiner-Rüden des Klosters auf dem Großen St. Bernhard. In spätere Generationen floss zusätzlich Blut des Pyrenäen-Berghundes ein. Essigs erklärtes Ziel war ein imposanter, löwenähnlicher Hund, der an das Wappentier seiner Heimatstadt erinnern sollte.

Ab 1846 wurden die ersten Hunde als „Leonberger" verkauft und fanden rasch Abnehmer in Adelskreisen – unter anderem an den Höfen von Österreich-Ungarn, Russland und Italien. Der erste Rassestandard wurde 1895 durch Albert Kull formuliert. Beide Weltkriege dezimierten den Bestand dramatisch, doch engagierte Züchter bauten die Population jeweils wieder auf. 1948 wurde der Deutsche Club für Leonberger Hunde e. V. gegründet, der bis heute als führender Zuchtverband die Zuchtlenkung und Gesundheitsvorsorge verantwortet. Die FCI erkannte den Rassestandard offiziell an; international betreuen inzwischen zahlreiche Leonberger-Clubs die Zucht nach einheitlichen Richtlinien.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Leonberger ist ein kraftvoller, muskulöser Hund von harmonischen Proportionen. Sein Körperbau vermittelt Stärke, ohne plump zu wirken. Der Kopf ist mäßig breit mit leicht gewölbtem Oberkopf und klar ausgeprägtem, aber nicht zu tiefem Stop. Die schwarze Maske ist ein unverzichtbares Rassemerkmal und verleiht dem Ausdruck eine edle Strenge.

Die dunklen, mittelgroßen Augen zeigen einen aufmerksamen, freundlichen Blick. Die Ohren sind hoch angesetzt, mittelgroß und hängend. Die Rute wird in Ruhe gerade herabhängend getragen und erreicht mindestens das Sprunggelenk; in Bewegung wird sie leicht gebogen, jedoch nie über den Rücken gerollt.

Das Fell ist mittellang bis lang, anliegend bis leicht gewellt und besitzt eine dichte, wasserabweisende Unterwolle. Rüden entwickeln eine ausgeprägte Mähne an Hals und Brust, die den löwenartigen Gesamteindruck unterstreicht. An den Hinterbeinen bilden sich deutliche Hosen, an den Vorderläufen Befederungen. Zwischen den Zehen wachsen Schwimmhäute – ein Erbe der Neufundländer-Abstammung, das den Leonberger zu einem ausgezeichneten Schwimmer macht.

Charakter & Wesen

Der Leonberger besticht durch sein ausgeglichenes, ruhiges Temperament. Er ist treu, anhänglich und außerordentlich familienfreundlich. Trotz seiner imposanten Größe zeigt er keine übertriebene Schärfe; Aggressivität oder Ängstlichkeit gelten laut Rassestandard als ausschließende Fehler.

Seine hohe Reizschwelle macht ihn zu einem verlässlichen Begleiter in turbulenten Alltagssituationen. Gegenüber Kindern verhält er sich geduldig und sanftmütig, wobei die schiere Körpermasse natürlich eine gewisse Umsicht erfordert. Der Leonberger ist wachsam, ohne ein übermäßiger Kläffer zu sein – er meldet Ungewöhnliches, bellt aber nicht grundlos. Seine Selbstsicherheit und Gelassenheit machen ihn zu einem angenehmen Begleithund, der sich auch in öffentlichen Situationen souverän verhält.

Trotz seiner Ruhe ist der Leonberger keineswegs phlegmatisch. Er ist lernwillig, verspielt und genießt gemeinsame Aktivitäten mit seinen Menschen. Eine enge Bindung an die Familie ist typisch – längere Isolation verträgt er schlecht.

Haltung & Pflege

Der Leonberger ist kein Wohnungshund. Er benötigt ein Haus mit Garten und ausreichend Platz, um sich frei bewegen zu können. Täglicher Auslauf von mindestens ein bis zwei Stunden ist Pflicht, wobei moderate Bewegung dem Bewegungsapparat zuträglicher ist als exzessive Belastung – vor allem im Wachstum.

Geeignete Beschäftigung umfasst ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen, Fährtenarbeit und leichte Zugarbeit. Auch Mantrailing oder Begleithundetraining sind sinnvolle Aktivitäten. Hundesport mit extremen Sprüngen oder abrupten Richtungswechseln sollte wegen der Gelenkbelastung gemieden werden.

Die Fellpflege verlangt Regelmäßigkeit: Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollte das Fell gründlich durchgebürstet werden, um Verfilzungen zu verhindern und lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam. Ohren, Augen und Zahnbereich sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Krallen nutzen sich bei ausreichend Bewegung auf festem Untergrund meist von selbst ab.

Die Erziehung gelingt am besten mit ruhiger Konsequenz und