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Lusitano

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Rassen > Pferderassen

Steckbrief

  • Herkunft: Portugal (Iberische Halbinsel)
  • Rassestandard: APSL (Associação Portuguesa de Criadores do Cavalo Puro Sangue Lusitano); international anerkannt durch die WBFSH
  • Stockmaß: 155–165 cm (Hengste durchschnittlich 160 cm, Stuten 155 cm)
  • Gewicht: 450–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Überwiegend Schimmel und Braune; daneben Falben, Rappen, Füchse und seltener Isabellen. Schecken sind im Rassestandard nicht zugelassen.

Herkunft & Geschichte

Der Lusitano zählt zu den ältesten Pferderassen Europas. Seine Abstammung lässt sich auf die Wildpferde der Iberischen Halbinsel zurückführen, die bereits in prähistorischen Höhlenmalereien verewigt wurden. Über Jahrtausende hinweg formten Kelten, Römer und Mauren durch gezielte Zucht ein Pferd, das gleichermaßen für den Krieg, die Arbeit mit Rindern und die klassische Reitkunst geeignet war.

Bis 1966 wurden Lusitanos und Andalusier (Pura Raza Española) unter dem gemeinsamen Begriff „Iberisches Pferd" geführt. Erst mit der Gründung des portugiesischen Zuchtverbands APSL erhielt der Lusitano ein eigenständiges Stutbuch. Portugal verfolgte in der Zucht andere Schwerpunkte als Spanien: Während die Spanier verstärkt auf Schönheit und Showeignung selektierten, blieb in Portugal die Funktionalität – insbesondere die Eignung für den berittenen Stierkampf (Tourada) und die Arbeit mit Kampfstieren – das zentrale Zuchtziel.

Heute genießt der Lusitano weltweit hohes Ansehen. Namhafte Zuchtlinien wie Veiga, Andrade und Alter Real prägen die Rasse. Der Zuchtverband APSL überwacht die Reinzucht streng; jedes Pferd wird einer Körung unterzogen, bei der Exterieur, Bewegungsqualität und Rittigkeit bewertet werden.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Lusitano verkörpert das Ideal des barocken Reitpferdes. Sein Kopf ist edel, leicht konvex (subkonvexes Profil, auch „Ramskopf" in milder Ausprägung genannt) mit großen, ausdrucksstarken Augen und kleinen, feinen Ohren. Der Hals ist kräftig, hoch aufgesetzt und mit einer üppigen Mähne versehen. Die Ganaschenfreiheit ist ausgeprägt, was dem Pferd eine natürliche Anlehnung und Beizäumung erleichtert.

Der Rumpf zeigt sich kompakt und muskulös. Die Schulter ist lang und schräg gelagert, was zu dem raumgreifenden, erhabenen Bewegungsbild beiträgt. Der kurze, kräftige Rücken geht in eine gut bemuskelte, leicht abfallende Kruppe über. Die Hinterhand ist besonders stark entwickelt – ein Erbe der Zucht auf Versammlungsfähigkeit und schnelle Richtungswechsel.

Die Gliedmaßen sind trocken, mit gut definierten Sehnen und harten Hufen. Im Bewegungsbild fällt die natürliche Kadenz auf: Der Lusitano zeigt viel Schub aus der Hinterhand, eine deutliche Aufrichtung und spektakuläre Trabverstärkungen. Seine Gänge wirken dabei elastisch und geschmeidig, niemals steif oder hölzern.

Charakter & Wesen

Der Lusitano besticht durch ein außergewöhnliches Temperament, das Sensibilität mit Mut verbindet. Im Umgang zeigt er sich menschenbezogen, treu und kooperativ. Er sucht die Nähe seines Reiters und baut eine enge Bindung auf, die weit über das übliche Maß hinausgeht.

Gleichzeitig besitzt er eine bemerkenswerte Gelassenheit und Nervenstärke. Diese Eigenschaft verdankt er Jahrhunderten der Selektion im Umgang mit Kampfstieren, wo Panik den Tod bedeuten konnte. Ein Lusitano ist mutig, ohne hektisch zu sein, aufmerksam und wachsam, ohne schreckhaft zu reagieren.

Seine hohe Intelligenz und Lernbereitschaft machen ihn zu einem dankbaren Partner in der Ausbildung. Er versteht feinste Hilfen und reagiert willig, solange der Umgang fair und respektvoll bleibt. Grobe oder rücksichtslose Behandlung quittiert er mit Rückzug oder Verweigerung – er verzeiht zwar, vergisst aber nicht.

Haltung & Pflege

Der Lusitano stellt keine übermäßig hohen Ansprüche an die Haltung, profitiert aber von durchdachtem Management. Ausreichend Auslauf auf der Weide oder in einem großzügigen Paddock ist wichtig, um seinen Bewegungsdrang zu befriedigen und die Psyche gesund zu halten. Reine Boxenhaltung ist für diese intelligente, soziale Rasse nicht geeignet.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Putzen fördert die Durchblutung und stärkt die Bindung. Die oft üppige Mähne und der volle Schweif sollten regelmäßig verlesen und entwirrt werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Die Hufe benötigen – wie bei allen Pferden – alle sechs bis acht Wochen die Aufmerksamkeit eines qualifizierten Hufschmieds.

In Bezug auf Beschäftigung ist der Lusitano vielseitig einsetzbar. Er eignet sich hervorragend für die klassische Dressur, die Arbeitsreitweise (Working Equitation), den Stierkampf, Showveranstaltungen und den ambitionierten Freizeitbereich. Geistige Forderung ist dabei ebenso wichtig wie körperliche: Abwechslungsreiches Training mit Seitengängen, Lektionen über der Erde oder Geländearbeit hält ihn motiviert und zufrieden.

Ernährung

Der Lusitano ist ein leichtfuttriger Typ, der seine iberische Herkunft aus kargen Landschaften nicht verleugnen kann. Eine Grundversorgung mit hochwertigem Heu – etwa 1,5 bis 2 kg pro 100 kg Körpergewicht täglich – bildet die Basis. Kraftfutter sollte dem tatsächlichen Arbeitspensum angepasst und eher zurückhaltend gefüttert werden, da Lusitanos zu