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Mähnenwolf

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chrysocyon brachyurus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Chrysocyon (monotypisch)
  • Lebensraum: Grasländer, Savannen und Feuchtgebiete Südamerikas
  • Körperhöhe: ca. 75–90 cm (Schulterhöhe)
  • Körperlänge: ca. 95–115 cm (ohne Schwanz)
  • Gewicht: 20–30 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre (in Gefangenschaft), in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Der Mähnenwolf ist der größte wildlebende Canide Südamerikas und unterscheidet sich in seiner Erscheinung deutlich von allen anderen Vertretern der Familie Canidae. Sein auffälligstes Merkmal sind die extrem langen, schlanken Beine, die ihm eine stelzenartige Silhouette verleihen. Diese Proportionen erinnern eher an eine Antilope als an einen typischen Wildhund. Die Schulterhöhe von bis zu 90 Zentimetern steht in deutlichem Kontrast zum verhältnismäßig leichten Körpergewicht von maximal 30 Kilogramm – der Mähnenwolf ist also hochbeinig, aber schmal gebaut.

Das Fell ist überwiegend rotbraun bis fuchsrot gefärbt. Die langen Beine sind ab den Gelenken abwärts dunkel, fast schwarz. Ebenso dunkel ist die namensgebende Mähne: ein Streifen aufrichtbarer, langer Haare, der sich vom Hinterkopf über den Nacken bis zum vorderen Rücken erstreckt. Diese Mähne wird bei Erregung oder Konfrontation aufgestellt und lässt das Tier größer wirken. Die Kehle, die Innenseite der Ohren und die Schwanzspitze sind weiß gefärbt. Die großen, aufrecht stehenden Ohren und die lange, spitze Schnauze verleihen dem Kopf ein fuchsähnliches Profil – ein Grund, warum der Mähnenwolf im Deutschen bisweilen auch als „Großer Fuchs" oder im Portugiesischen als „Lobo-guará" (Roter Wolf) bezeichnet wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mähnenwolfs erstreckt sich über weite Teile des zentralen und östlichen Südamerikas. Der Schwerpunkt liegt im brasilianischen Cerrado – einem ausgedehnten Savannen- und Grasland-Biotop, das zu den artenreichsten tropischen Savannen der Erde zählt. Darüber hinaus kommt die Art in Teilen von Paraguay, Bolivien, dem nördlichen Argentinien und in kleinen Restpopulationen möglicherweise auch im südöstlichen Peru und in Uruguay vor.

Das bevorzugte Habitat sind offene und halboffene Landschaften: Grasfluren, Buschsavannen, Feuchtwiesen und die Randbereiche von Galeriewäldern. Geschlossene Wälder meidet der Mähnenwolf weitgehend. Seine langen Beine gelten als Anpassung an das Leben in hohem Gras – sie ermöglichen es ihm, über die Vegetation hinwegzublicken und Beute sowie Feinde frühzeitig zu erkennen. Trotz seiner weiten Verbreitung kommt er nirgendwo in hoher Dichte vor. Einzelne Tiere beanspruchen Reviere von 25 bis über 80 Quadratkilometern, abhängig von der Qualität des Habitats.

Ernährung

Der Mähnenwolf ist ein ausgeprägter Allesfresser – ein unter Caniden eher ungewöhnliches Merkmal. Sein Nahrungsspektrum umfasst sowohl tierische als auch pflanzliche Kost in annähernd gleichem Anteil. Zu den tierischen Nahrungsquellen gehören kleine und mittelgroße Wirbeltiere wie Nagetiere, Kaninchen, Gürteltiere, Vögel und Eidechsen sowie Wirbellose, insbesondere Insekten.

Eine herausragende Rolle in der pflanzlichen Ernährung spielt die Frucht der Lobeira (Solanum lycocarpum), einer Nachtschattengewächs-Art, die auch „Wolfsfrucht" genannt wird. Diese Frucht kann bis zu 50 Prozent der gesamten Nahrungsaufnahme ausmachen. Der Mähnenwolf fungiert dabei als wichtiger Samenverbreiter und steht in einer engen ökologischen Wechselbeziehung mit der Pflanze. Daneben frisst er Bananen, Zuckerrohr und andere Früchte, sofern verfügbar.

Verhalten & Lebensweise

Im Gegensatz zu vielen anderen Caniden ist der Mähnenwolf kein Rudeltier. Er lebt überwiegend einzelgängerisch. Paare teilen sich zwar ein gemeinsames Revier, nutzen es aber zeitlich versetzt und gehen getrennt auf Nahrungssuche. Die Art ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei die Aktivitätsmuster je nach Jahreszeit und Störung durch den Menschen variieren können.

Die Kommunikation erfolgt über Duftmarkierungen – der Urin hat einen charakteristisch scharfen Geruch, der an Marihuana erinnert und auf spezifische Pyrazin-Verbindungen zurückgeht – sowie über Lautäußerungen. Der typische Ruf ist ein tiefes, langgezogenes Bellen, das in klaren Nächten über weite Distanzen hörbar ist und der Reviermarkierung sowie der Kontaktaufnahme zwischen Partnern dient.

Der Mähnenwolf ist ein ausdauernder Läufer, der sein Revier regelmäßig durchstreift. Seine Fortbewegung wirkt durch den gleichzeitigen Passgang (beide Beine einer Körperseite werden synchron bewegt) charakteristisch schaukelnd.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den südamerikanischen Herbst und Winter, also etwa in die Monate April bis Juni. Nach einer Tragzeit von rund 60 bis 65 Tagen bringt das Weibchen einen Wurf von zwei bis sechs Jungtieren zur Welt, wobei die durchschnittliche Wurfgröße bei drei bis vier liegt. Die Welpen werden mit geschlossenen Augen und dunklem, fast schwarzem Fell geboren.

Die Aufzucht übernimmt überwiegend das Weibchen. In Gefangenschaft wurde jedoch beobachtet, dass der Rüde Nahrung heranbringt und hochgewürg