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Magendrehung

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Die Magendrehung – in der tiermedizinischen Fachsprache als Torsio ventriculi oder Volvulus ventriculi bezeichnet – ist ein akut lebensbedrohlicher Notfall, bei dem sich der Magen um seine eigene Längsachse dreht. Betroffen sind vor allem große und sehr große Hunderassen. Die Erkrankung tritt bei Katzen, Pferden oder anderen Tierarten nur in äußerst seltenen Ausnahmefällen auf, weshalb sie in der Praxis nahezu ausschließlich als Erkrankung des Hundes gilt.

Häufig geht der eigentlichen Drehung eine Magendilatation (Magenaufgasung) voraus. Man spricht dann vom sogenannten Magendrehungssyndrom oder Magendilatations-Volvulus-Komplex (GDV – Gastric Dilatation-Volvulus). Dabei bläht sich der Magen zunächst durch Gas-, Futter- oder Flüssigkeitsansammlungen stark auf und dreht sich anschließend – meist um 180 bis 360 Grad – um seine Achse. Durch die Drehung werden sowohl der Mageneingang (Kardia) als auch der Magenausgang (Pylorus) abgeschnürt. Gas und Mageninhalt können nicht mehr entweichen, die Aufgasung schreitet fort.

Der aufgeblähte Magen drückt auf die großen Blutgefäße im Bauchraum, insbesondere auf die hintere Hohlvene (Vena cava caudalis). Dadurch wird der venöse Rückfluss zum Herzen massiv eingeschränkt, das Herzzeitvolumen sinkt rapide ab, und es entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit ein hypovolämischer Schock. Ohne sofortige tierärztliche Behandlung verläuft eine Magendrehung fast immer tödlich – oft innerhalb weniger Stunden.

Ursachen & Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Magendrehung ist trotz intensiver Forschung nicht abschließend geklärt. Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem mehrere Umstände zusammenwirken.

  • Körperbau: Große, tiefbrüstige Hunderassen wie Deutsche Dogge, Deutscher Schäferhund, Irischer Wolfshund, Weimaraner, Berner Sennenhund, Dobermann und Rottweiler sind besonders häufig betroffen. Das Verhältnis von Brusttiefe zu Brustbreite spielt eine entscheidende Rolle – je schmaler und tiefer der Brustkorb, desto größer die Bewegungsfreiheit des Magens.
  • Fütterung: Eine einzige große Mahlzeit pro Tag, hastiges Schlingen, übermäßige Wasseraufnahme unmittelbar vor oder nach dem Fressen sowie leicht fermentierbares Futter erhöhen das Risiko.
  • Bewegung nach dem Fressen: Starke körperliche Aktivität, Toben oder Wälzen kurz nach der Futteraufnahme gelten als klassischer Risikofaktor.
  • Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, da das Bindegewebe und die Magenbänder (Ligamente) an Elastizität verlieren und den Magen weniger stabil in seiner Position halten.
  • Genetische Prädisposition: Hunde, deren Verwandte ersten Grades bereits eine Magendrehung erlitten haben, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko.
  • Stress und Temperament: Ängstliche, nervöse oder stressanfällige Hunde scheinen häufiger betroffen zu sein. Auch Stresssituationen wie Umzüge, Tierheimaufenthalte oder Reisen können das Auftreten begünstigen.
  • Aerophagie: Vermehrtes Luftschlucken, etwa durch hektisches Fressen oder bei Hunden mit Brachyzephalie, kann die initiale Magenaufgasung fördern.

Symptome & Erkennung

Die Symptome einer Magendrehung entwickeln sich rasch und verschlechtern sich innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden dramatisch. Hundebesitzer sollten folgende Anzeichen kennen:

  • Erfolgloser Würge- und Brechreiz: Der Hund versucht wiederholt zu erbrechen, es kommt jedoch kein oder nur wenig schaumiger Mageninhalt. Dieses unproduktive Würgen ist eines der auffälligsten Frühsymptome.
  • Aufgeblähter Bauch: Der Bauchraum – insbesondere im Bereich des linken Rippenbogens – wirkt sichtbar aufgetrieben und fühlt sich prall und trommelartig gespannt an (sogenannter Trommelbauch). Beim Beklopfen entsteht ein hohler, tympanischer Klang.
  • Starke Unruhe: Der Hund läuft ruhelos umher, wechselt ständig die Position, hechelt stark und zeigt deutliche Zeichen von Unbehagen und Schmerz.
  • Vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation): Zähflüssiger Speichel tropft häufig aus dem Maul.
  • Kreislaufschock: Mit fortschreitender Dauer zeigen sich blasse oder bläulich verfärbte Schleimhäute (Zyanose), eine verlängerte kapilläre Rückfüllungszeit, ein schwacher, schneller Puls (Tachykardie), Atemnot und zunehmende Schwäche bis hin zum Kollaps.
  • Aufgekrümmte Körperhaltung: Manche Hunde nehmen eine gebetähnliche Stellung ein, bei der die Vorderbeine tief und das Hinterteil angehoben wird, oder sie stehen mit aufgezogenem Bauch.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich bereits aus der klinischen Untersuchung: Rasse, typische Symptomatik, aufgetriebenes Abdomen und unproduktives Würgen liefern starke Hinweise. Der Tierarzt wird den Bauch abtasten und abklopfen.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch eine Röntgenuntersuchung (Radiographie) des Bauchraums. Charakteristisch ist das sogenannte „Double-Bubble"-Zeichen oder „Boxerarmsignal" auf der rechts-lateralen Aufnahme: Der aufgegaste Magen zeigt eine Gewebe