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Mastiff

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Rassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Großbritannien
  • FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde; Sektion 2.1 – Molossoide, Doggenartige Hunde
  • FCI-Standard Nr.: 264
  • Widerristhöhe: Rüden mindestens 76 cm, Hündinnen mindestens 70 cm
  • Gewicht: 70–100 kg, vereinzelt auch deutlich darüber
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht anliegend, mit dichter Unterwolle
  • Farben: Apricot, Fawn, Silberfawn, jeweils mit schwarzer Maske

Herkunft & Geschichte

Der Mastiff, auch als Old English Mastiff bezeichnet, zählt zu den ältesten und ehrwürdigsten Hunderassen Europas. Seine Abstammung lässt sich auf die großen Molosser der Antike zurückführen, die bereits von den Römern als Kriegs- und Wachhunde eingesetzt wurden. Berichten zufolge waren die Römer bei der Invasion Britanniens im Jahr 55 v. Chr. so beeindruckt von den mächtigen britischen Hunden, dass sie diese nach Rom brachten, um sie in der Arena kämpfen zu lassen.

Im mittelalterlichen England fanden Mastiffs als Wach- und Schutzhunde auf den Gütern des Adels Verwendung. Sie bewachten Ländereien, begleiteten Jagdgesellschaften und dienten als sogenannte „Bandogs" – schwere Ketten- und Hofhunde, deren bloße Erscheinung Eindringlinge abschreckte. Die Zucht war über Jahrhunderte eng mit dem englischen Hochadel verbunden. Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse durch systematische Zucht stabilisiert, und der Kennel Club erkannte den Mastiff als eigenständige Rasse an. Nach beiden Weltkriegen war der Bestand nahezu erloschen; engagierte Züchter in England und den USA bauten die Population mühsam wieder auf. Der Rassestandard wird heute vom britischen Zuchtverband gepflegt und international durch die FCI anerkannt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Mastiff ist ein Hund von außergewöhnlicher Größe und Masse. Er gehört zu den schwersten Hunderassen weltweit – einzelne Exemplare können über 110 kg wiegen. Trotz seiner gewaltigen Statur wirkt er harmonisch gebaut und keineswegs plump. Der Körper ist breit, tief und muskulös, mit kräftigem Knochengerüst und einer geraden Rückenlinie.

Der massive, quadratisch wirkende Kopf ist das markanteste Rassemerkmal. Die Stirn zeigt deutliche Faltenbildung, besonders wenn der Hund aufmerksam ist. Die schwarze Maske ist obligatorisch und erstreckt sich über Fang, Augenpartie und Ohren. Die Augen sind mittelgroß, weit auseinanderliegend und von haselnussbrauner Farbe, der Ausdruck dabei ruhig und würdevoll. Die Ohren sind klein, dünn, hoch angesetzt und liegen flach am Kopf an.

Das Fell ist kurz und dicht, mit einer wetterfesten Unterwolle. Die zugelassenen Farben nach Rassestandard umfassen Apricot, Fawn und Silberfawn in verschiedenen Schattierungen. Eine gleichmäßige Färbung wird bevorzugt, kleine weiße Abzeichen an der Brust sind toleriert, aber nicht erwünscht.

Charakter & Wesen

Hinter der imposanten Erscheinung verbirgt sich ein ausgesprochen sanftmütiger und gelassener Hund. Der Mastiff ist treu, anhänglich und seiner Familie zutiefst ergeben. Er baut eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen auf und zeigt dabei ein bemerkenswertes Einfühlungsvermögen. Kindern gegenüber verhält er sich in der Regel geduldig und beschützend, wenngleich aufgrund seines Gewichts bei kleinen Kindern stets Aufsicht geboten ist.

Sein Wachinstinkt ist ausgeprägt, aber nicht von Nervosität geprägt. Der Mastiff reagiert auf Bedrohungen eher mit ruhiger Entschlossenheit als mit hektischem Bellen. Er positioniert sich schlicht zwischen seiner Familie und der vermeintlichen Gefahr – eine Eigenschaft, die ihn seit Jahrhunderten zum hervorragenden Wachhund macht. Aggression ohne Anlass ist bei gut sozialisierten Exemplaren praktisch nicht anzutreffen.

Fremden gegenüber zeigt er sich zunächst reserviert, aber nicht feindselig. Eine frühe und konsequente Sozialisierung ist dennoch unerlässlich, damit er unterschiedliche Situationen, Menschen und Tiere kennenlernt. Im häuslichen Umfeld überrascht der Mastiff oft durch seine ausgeprägte Gemütlichkeit – er ist kein Hund, der ständig Bewegung einfordert, sondern schätzt ruhige Stunden in der Nähe seiner Menschen.

Haltung & Pflege

Die Haltung eines Mastiffs erfordert ausreichend Platz. Eine geräumige Wohnung mit ebenerdiger Lage oder ein Haus mit Garten sind empfehlenswert. Treppen stellen für einen Hund dieser Gewichtsklasse eine erhebliche Belastung für Gelenke und Wirbelsäule dar und sollten möglichst vermieden werden.

Der Auslauf sollte regelmäßig, aber moderat gestaltet sein. Lange Spaziergänge in ruhigem Tempo sind ideal, während intensives Joggen oder Fahrradfahren nicht artgerecht ist. Besonders im Wachstum – der Mastiff ist erst mit etwa drei Jahren vollständig ausgewachsen – muss körperliche Überbelastung strikt vermieden werden, um Schäden am Bewegungsapparat vorzubeugen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Wöchentliches Bürsten genügt, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist häufigeres Bürsten sinnvoll. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Gesichtsfalten, die regelmäßig gereinigt und trocken gehalten werden müssen, um Hautinfektionen zu vermeiden. Auch die Ohren sollten routinemäßig kontrolliert werden.

Geistige Beschäftigung erreicht man am besten durch Nasenarbeit, Suchspiele und kurze Trainingseinheiten. Der Mastiff lernt bereitwillig, reagiert aber empfindlich auf Härte. Eine ruhige, souveräne Führung mit positiver Verstärkung liefert die besten Ergebnisse.