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Mastino-napoletano

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Rassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Italien (Region Kampanien / Neapel)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde; Sektion 2.1 – Molossoide, doggenartige Hunde
  • FCI-Standard Nr.: 197
  • Größe: Rüden 65–75 cm, Hündinnen 60–68 cm (Schulterhöhe)
  • Gewicht: Rüden 60–70 kg, Hündinnen 50–60 kg
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht, glatt, gleichmäßig anliegend; kein Unterfell
  • Farben: Grau, Bleigrau, Schwarz, Braun (Mahagoni), Falb (Isabell), teils gestromt; kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen erlaubt

Herkunft & Geschichte

Der Mastino Napoletano gehört zu den ältesten Molossern Europas. Seine Abstammung lässt sich bis zu den schweren Kriegs- und Kampfhunden des Römischen Reiches zurückverfolgen, die ihrerseits von den Molossern des antiken Epirus und den großen Hunden Mesopotamiens abstammen sollen. Römische Legionäre setzten diese massigen Hunde als Kriegshunde, Arenakämpfer und Wachhunde ein. Nach dem Untergang des Römischen Reiches überlebte der Typ vor allem in Süditalien, insbesondere in der Region um Neapel, wo Bauern und Großgrundbesitzer ihn über Jahrhunderte als Hof- und Schutzhund hielten.

Die moderne Zuchtgeschichte begann erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Der italienische Kynologe Piero Scanziani entdeckte die Rasse 1946 auf einer Hundeausstellung in Neapel und initiierte ein gezieltes Zuchtprogramm. 1949 wurde der erste Rassestandard verfasst, und die FCI erkannte den Mastino Napoletano offiziell an. Seitdem betreuen spezialisierte Zuchtverbände in Italien und weltweit die Reinzucht und achten auf die Einhaltung des Rassestandards, um Gesundheit und Wesensfestigkeit zu erhalten.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Mastino Napoletano ist ein imposanter, massiger Hund von enormer Substanz. Sein Körperbau ist schwer, muskulös und breit, wobei die Körperlänge die Widerristhöhe leicht übertrifft. Das auffälligste Merkmal ist die stark faltige, lose Haut, die am gesamten Körper, besonders aber am Kopf, reichlich vorhanden ist. Dicke Falten und Wammen ziehen sich über Stirn, Wangen und Kinn. Die Lefzen sind schwer und hängend.

Der Kopf ist kurz und massiv mit breitem Schädel, ausgeprägtem Stopp und kräftigem Fang. Die Augen liegen tief und sind rundlich, die Farbe harmoniert mit der Fellfarbe. Die Ohren sind dreieckig, hoch angesetzt und liegen flach an den Wangen an. Der Hals ist kurz, kräftig und mit deutlicher Wamme versehen.

Das Fell ist kurz, hart und dicht. Es liegt glatt am Körper an und weist keinen nennenswerten Unterfell-Anteil auf. Die Rute ist an der Wurzel dick und verjüngt sich zur Spitze hin. Der gesamte Bewegungsablauf wirkt bedächtig und bärenartig – ein typisches Gangbild für diese Rasse.

Charakter & Wesen

Trotz seines einschüchternden Äußeren ist der Mastino Napoletano ein ausgesprochen ruhiger, gelassener Hund. Er ist treu, anhänglich und seiner Familie gegenüber äußerst loyal. Fremden begegnet er mit natürlicher Zurückhaltung und gesundem Misstrauen – er ist wachsam, ohne dabei grundlos aggressiv zu werden. Sein Schutztrieb ist stark ausgeprägt, was ihn zu einem hervorragenden Wachhund macht, der allein durch seine Präsenz abschreckend wirkt.

Im häuslichen Umfeld zeigt sich der Mastino erstaunlich sanftmütig und geduldig. Er baut eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen auf und leidet unter längerer Trennung. Verspielt ist er vor allem im Welpen- und Junghundalter, als erwachsener Hund bevorzugt er Gemütlichkeit. Er ist intelligent, aber durchaus eigensinnig – typisch für Molosser trifft er gerne eigene Entscheidungen. Eine konsequente, ruhige Erziehung ohne Härte ist daher unerlässlich.

Haltung & Pflege

Der Mastino Napoletano ist kein Hund für eine Stadtwohnung. Er benötigt ein Haus mit Garten und ausreichend Platz, um sich frei bewegen zu können. Übermäßiger Auslauf ist weder nötig noch ratsam – besonders in der Wachstumsphase sollten Gelenke und Knochen geschont werden. Tägliche moderate Spaziergänge reichen aus; intensive sportliche Beschäftigung wie Agility ist für diese Rasse ungeeignet. Geistige Beschäftigung durch Nasenarbeit oder ruhige Suchspiele fördert hingegen die Zufriedenheit.

Die Fellpflege ist unkompliziert: Regelmäßiges Bürsten mit einem Gummistriegel entfernt lose Haare und fördert die Hautdurchblutung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Hautfalten, die regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden müssen, um Entzündungen und Pilzbefall vorzubeugen. Auch die Ohren, Augen und Lefzen sollten routinemäßig inspiziert werden. Sabbern gehört bei dieser Rasse zum Alltag – wer damit nicht umgehen kann, sollte sich für einen anderen Hund entscheiden.

Hitze verträgt der Mastino Napoletano schlecht. An heißen Tagen muss für ausreichend Schatten, kühle Liegeplätze und frisches Wasser gesorgt werden.

Ernährung

Die Ernährung eines Mastino Napoletano erfordert besondere Sorgfalt. Als großwüchsige, schwere Rasse neigt er zu Übergewicht, was die ohnehin belasteten Gelenke zusätzlich strapaziert. Hochwertiges Futter mit angemessenem Protein- und Fettgehalt ist essenziell. Viele erfahrene Halter und Züchter setzen auf B