Netzpython
NTierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Malayopython reticulatus (bis 2014: Python reticulatus)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Pythons (Pythonidae)
- Gattung: Malayopython
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovensümpfe, Flussufer und Kulturlandschaften Südostasiens
- Größe: Durchschnittlich 4–6 m, maximal über 8 m (in Ausnahmefällen bis knapp 10 m)
- Gewicht: 50–75 kg, große Weibchen bis über 100 kg
- Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Netzpython gilt als die längste Schlange der Welt. Sein Körper ist schlank und seitlich nur leicht abgeflacht, was ihn trotz seiner enormen Länge vergleichsweise grazil erscheinen lässt. Im Gegensatz zum Großen Anakonda (Eunectes murinus), der zwar schwerer, aber kürzer wird, zeichnet sich der Netzpython durch seinen langgestreckten Körperbau aus.
Die Grundfärbung der glatten Schuppen variiert von gelbbraun über olivgrün bis hin zu dunklem Braun. Charakteristisch ist das namengebende Netzmuster: Auf dem Rücken verläuft eine Reihe großer, dunkler, rautenförmiger Flecken, die von hellen Linien eingefasst sind und so ein netzartiges Zeichnungsmuster bilden. Diese Zeichnung dient im Unterholz tropischer Wälder als wirksame Tarnung, da sie die Körperkonturen in der lichtdurchfluteten Vegetation auflöst. Die Bauchseite ist gleichmäßig cremefarben bis gelblich-weiß.
Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt und langgestreckt. An den Oberlippen (Labialschuppen) befinden sich thermorezeptive Grubenorgane, mit denen der Netzpython die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrnehmen kann. Die Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen, typisch für eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Netzpythons erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Es reicht von den Nikobaren und Bangladesch über Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha und Malaysia bis zu den Philippinen und den indonesischen Inseln Sumatra, Borneo, Java und Sulawesi. Damit zählt er zu den am weitesten verbreiteten Pythonarten überhaupt.
Als Habitat bevorzugt die Art tropische Regenwälder, insbesondere Tieflandwälder in Gewässernähe. Flussufer, Mangrovensümpfe und überschwemmte Waldgebiete werden regelmäßig besiedelt. Der Netzpython ist ein guter Schwimmer und hat auf diesem Weg auch abgelegene Inseln besiedelt – er war eine der ersten Schlangenarten, die nach dem Ausbruch des Krakatau 1883 die neu entstandene Vulkaninsel Anak Krakatau besiedelten.
Auffällig ist die hohe Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Biotope. Netzpythons kommen in Reisfeldern, Plantagen, Abwasserkanälen und sogar in Randbezirken von Großstädten wie Bangkok und Jakarta vor. Diese Nähe zum Menschen führt allerdings regelmäßig zu Konflikten.
Ernährung
Der Netzpython ist ein opportunistischer Lauerjäger. Er ernährt sich von einer breiten Palette an Wirbeltieren. Junge Tiere fressen vorwiegend Ratten, Mäuse und kleinere Vögel. Mit zunehmender Körpergröße verschiebt sich das Beutespektrum hin zu größeren Säugetieren wie Zibetkatzen, Makaken, Wildschweinen und Muntjakhirschen. Gelegentlich werden auch Haushunde, Katzen, Hühner und Ziegen erbeutet, was den Netzpython in ländlichen Gebieten unbeliebt macht.
Wie alle Pythons tötet der Netzpython seine Beute durch Konstriktion: Er umschlingt das Beutetier mit seinen Körperschlingen und übt bei jedem Ausatmen des Opfers zunehmenden Druck aus. Der Tod tritt durch Kreislaufversagen ein, nicht – wie lange angenommen – durch Ersticken. Die Beute wird anschließend im Ganzen verschlungen, wobei der extrem dehnbare Unterkiefer und die elastischen Bänder zwischen den Kieferhälften die Aufnahme von Beutetieren ermöglichen, die deutlich größer sind als der Kopfdurchmesser der Schlange. Nach einer großen Mahlzeit kann der Netzpython mehrere Wochen bis Monate ohne weitere Nahrung auskommen.
Verhalten & Lebensweise
Netzpythons leben solitär und sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in Höhlen, hohlen Baumstämmen, zwischen Wurzeln oder in verlassenen Tierbauten. Jüngere, leichtere Exemplare klettern regelmäßig auf Bäume und lauern dort auf Beute. Ausgewachsene Tiere halten sich aufgrund ihres Gewichts vorwiegend am Boden oder im Wasser auf.
Ein festes Revier im engeren Sinne verteidigt der Netzpython nicht, doch zeigen Telemetriestudien, dass einzelne Individuen über Monate hinweg bestimmte Aufenthaltsgebiete nutzen. In der Nähe von Siedlungen sind die Tiere häufig an Abwassersysteme und Kanäle gebunden, wo sie ein reiches Angebot an Ratten vorfinden.
Gegenüber dem Menschen verhält sich der Netzpython in der Regel scheu und ergreift bei Störung die Flucht. In die Enge getrieben, kann er jedoch heftig zubeißen. Tödliche Angriffe auf Menschen durch ausgewachsene Netzpythons sind dokumentiert, bleiben aber äußerst selten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Trockenzeit. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen vermutlich über Phe