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Neufundländer

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Rassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Kanada (Insel Neufundland)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 2, Sektion 2.2 – Molossoide, Berghunde (Nr. 50)
  • Rassestandard: FCI-Standard Nr. 50, anerkannt durch den VDH und internationale Zuchtverbände
  • Schulterhöhe: Rüden ca. 71 cm, Hündinnen ca. 66 cm
  • Gewicht: Rüden 60–70 kg, Hündinnen 45–55 kg
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre
  • Fell: Dichtes, wasserabweisendes Doppelfell mit üppiger Unterwolle
  • Farben: Schwarz, braun, weiß-schwarz (Landseer-Zeichnung)

Herkunft & Geschichte

Der Neufundländer stammt von der gleichnamigen kanadischen Insel Neufundland an der Atlantikküste. Seine genaue Abstammung ist nicht lückenlos dokumentiert, doch geht man davon aus, dass er aus Kreuzungen einheimischer Hunde der indigenen Bevölkerung mit europäischen Hunderassen entstand, die ab dem 15. und 16. Jahrhundert von Fischern und Seefahrern mitgebracht wurden. Unter den vermuteten Vorfahren finden sich große, kräftige Arbeitsrassen, die an das raue Klima und die harten Arbeitsbedingungen auf der Insel angepasst waren.

Bereits im 18. Jahrhundert war der Neufundländer in Europa bekannt und geschätzt. Fischer setzten ihn als Arbeitshund auf ihren Booten ein: Er zog schwere Netze aus dem Wasser, transportierte Lasten und rettete über Bord gegangene Besatzungsmitglieder. Diese natürliche Affinität zum Wasser und sein ausgeprägter Rettungsinstinkt machten ihn schon früh zu einem legendären Wasserrettungshund. Der britische Maler Edwin Landseer verewigte die schwarz-weiße Farbvariante in zahlreichen Gemälden, weshalb diese Zeichnung später als eigenständige Rasse – der Landseer – geführt wurde.

Die systematische Zucht begann im 19. Jahrhundert in England und Kanada. 1886 wurde der erste Rasseclub gegründet. Heute wird der Neufundländer weltweit von anerkannten Zuchtverbänden betreut, in Deutschland insbesondere vom Deutschen Neufundländer-Klub (DNK) unter dem Dach des VDH.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Neufundländer ist ein massiver, kraftvoll gebauter Hund mit harmonischen Proportionen. Sein Körperbau ist eher breit als hochläufig, die Knochenstruktur kräftig, die Muskulatur gut entwickelt. Der breite Kopf mit dem ausgeprägten Stopp und der kurzen, eher quadratischen Schnauze verleiht ihm einen gutmütigen, bärenartigen Ausdruck. Die relativ kleinen, dreieckigen Ohren liegen dicht am Kopf an.

Besonders charakteristisch ist das üppige Doppelfell. Das Deckhaar ist lang, glatt bis leicht gewellt und besitzt eine natürliche Fettschicht, die es wasserabweisend macht. Die dichte Unterwolle schützt den Hund selbst in eiskaltem Wasser vor Unterkühlung. Zwischen den Zehen besitzt der Neufundländer ausgeprägte Schwimmhäute – ein anatomisches Merkmal, das seine hervorragenden Schwimmfähigkeiten unterstreicht. Die Rute ist buschig behaart und wird in Ruhe herabhängend getragen, in Bewegung leicht aufwärts gebogen, aber nie über den Rücken gerollt.

Laut Rassestandard sind drei Farbschläge anerkannt: reines Schwarz, Braun (von Schokolade bis Bronze) sowie Weiß mit schwarzen Platten. Bei schwarzen und braunen Hunden sind kleine weiße Abzeichen an Brust, Zehen und Rutenspitze zulässig.

Charakter & Wesen

Der Neufundländer gilt als einer der sanftmütigsten großen Hunde überhaupt. Sein Wesen wird häufig als gutmütig, treu, geduldig und ausgeglichen beschrieben – Eigenschaften, die ihm den Beinamen „sanfter Riese" eingebracht haben. Er ist überaus menschenbezogen, anhänglich und zeigt eine bemerkenswerte Sensibilität gegenüber den Stimmungen seiner Bezugspersonen.

Kindern gegenüber verhält sich der Neufundländer ausgesprochen geduldig und beschützerisch. Er ist wachsam, ohne dabei zu übermäßigem Bellen oder aggressivem Verhalten zu neigen. Fremden begegnet er in der Regel gelassen und freundlich, wobei er durchaus in der Lage ist, seine Familie im Ernstfall zu verteidigen – allein seine imposante Erscheinung wirkt abschreckend.

Der Neufundländer ist intelligent und lernwillig, dabei aber nicht unterwürfig. Er braucht eine konsequente, liebevolle Erziehung ohne Härte. Zwang und Drill sind bei dieser sensiblen Rasse kontraproduktiv. Sein natürlicher Rettungsinstinkt ist so stark ausgeprägt, dass er selbstständig handelt, wenn er Menschen in Gefahr wähnt – insbesondere im Wasser.

Haltung & Pflege

Ein Neufundländer braucht Platz. Eine Haltung in einer kleinen Stadtwohnung ist nicht artgerecht. Ideal ist ein Haus mit großem, eingezäuntem Garten. Der Hund sollte engen Familienanschluss haben – reine Zwingerhaltung ist für diesen sozialen Hund ungeeignet.

Der Auslauf sollte regelmäßig und ausreichend sein, wobei der Neufundländer kein Hochleistungssportler ist. Ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen und moderate Beschäftigung – etwa Fährtenarbeit oder Wasserrettungstraining – kommen seinem Naturell entgegen. Bei hohen Temperaturen leidet er aufgrund seines dichten Fells erheblich, weshalb im Sommer schattige Ruheplätze und ausreichend Wasser unverzichtbar sind.

Die Fellpflege ist aufwendig. Das dichte Doppelfell muss mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst täglich. Verfilzungen, besonders hinter den Ohren, an den Hinterläufen und im Brustbereich, müssen konsequent entfernt werden. Regelmäßiges Baden ist möglich,