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Norwich-terrier

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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: Großbritannien (East Anglia, Norfolk)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 2 – Niederläufige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 72
  • Größe: ca. 25–26 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: ca. 5–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell: Hartes, drahtiges Deckhaar mit dichter Unterwolle
  • Farben: Rot, Weizenfarben, Schwarz mit Loh (Black and Tan), Grizzle

Herkunft & Geschichte

Der Norwich Terrier stammt aus der ostenglischen Grafschaft Norfolk und ist eng mit der Stadt Norwich verbunden, der er seinen Namen verdankt. Seine Abstammung geht auf kleine, arbeitstaugliche Terrier zurück, die im 19. Jahrhundert in der Region East Anglia für die Ratten- und Fuchsjagd gezüchtet wurden. Zu den Vorfahren zählen unter anderem kleine rote Terrier, die von Studenten der Universität Cambridge als Stallhunde und Rattenvertilger gehalten wurden – daher auch der historische Beiname „Cantab Terrier".

Lange Zeit wurden Norwich Terrier mit Stehohren und Kippohren als eine einzige Rasse geführt. Erst 1964 trennte der britische Kennel Club die beiden Varietäten in eigenständige Rassen: Der Norwich Terrier behielt die aufrecht stehenden Ohren, während die Variante mit den nach vorn gekippten Ohren als Norfolk Terrier anerkannt wurde. Die FCI übernahm diese Unterscheidung entsprechend in ihren Rassestandard. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Klub für Terrier (KfT), der dem VDH angegliedert ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Norwich Terrier ist einer der kleinsten Terrier überhaupt, dabei aber kompakt, kräftig und von erstaunlich robuster Statur. Trotz seiner geringen Größe wirkt er keineswegs zierlich oder spielzeughaft. Der Körperbau ist gedrungen, mit kurzem Rücken, gut gewölbten Rippen und kräftigen Läufen, die eine erstaunliche Bodenfreiheit bieten.

Das markanteste Erkennungsmerkmal sind die aufrecht stehenden, spitz zulaufenden Ohren – das zentrale Unterscheidungskriterium zum eng verwandten Norfolk Terrier. Der Schädel ist leicht gewölbt und breit, der Fang keilförmig und kräftig. Die dunklen, ovalen Augen verleihen dem Norwich Terrier einen aufmerksamen, klugen Ausdruck.

Das Fell ist drahtig, dicht anliegend und wetterfest. Am Hals bildet sich eine deutliche Mähne aus längerem, abstehenden Haar, die dem kleinen Terrier ein charakteristisches, leicht „wilder" wirkendes Erscheinungsbild verleiht. Die Augenbrauen und der Bart sind ausgeprägt. Die Rute wird aufrecht getragen und darf laut Rassestandard kupiert sein, was in Deutschland allerdings durch das Tierschutzgesetz verboten ist.

Charakter & Wesen

Der Norwich Terrier ist ein ausgesprochen mutiger, lebhafter und selbstbewusster Hund. Wie es für Terrier typisch ist, besitzt er einen starken Willen und eine ausgeprägte Eigenständigkeit, die manchmal als Sturheit ausgelegt wird. Gleichzeitig ist er überraschend verträglich, anhänglich und ausgeglichen – Eigenschaften, die ihn von vielen anderen Terrierrassen positiv unterscheiden.

Er gilt als treu, verspielt und äußerst menschenbezogen, ohne dabei übermäßig fordernd zu sein. Gegenüber Fremden zeigt er sich zunächst wachsam und aufmerksam, jedoch nicht aggressiv. Der Norwich Terrier neigt weniger zur Rauferei mit Artgenossen als viele seiner größeren Terrier-Verwandten, was die Haltung im Mehrhundehaushalt erleichtert.

Sein Jagdinstinkt ist nach wie vor vorhanden und sollte nicht unterschätzt werden. Kleine Nagetiere, Kaninchen und Katzen können durchaus sein Interesse wecken. Bei konsequenter Erziehung und früher Sozialisierung lässt sich dieses Verhalten jedoch gut in den Griff bekommen. Insgesamt ist der Norwich Terrier ein fröhlicher, unkomplizierter Begleiter mit Terrier-Temperament.

Haltung & Pflege

Trotz seiner kleinen Größe ist der Norwich Terrier kein typischer Schoßhund. Er braucht ausreichend Auslauf, geistige Beschäftigung und abwechslungsreiche Spaziergänge. Hundesport wie Agility, Nasenarbeit oder Obedience kommt seinem Bewegungsdrang und seiner Intelligenz entgegen. Auch ein sicher eingezäunter Garten wird von ihm begeistert angenommen – allerdings sollte der Zaun tief genug im Boden verankert sein, denn als ehemaliger Erdhund buddelt der Norwich Terrier mit Leidenschaft.

Die Fellpflege gestaltet sich vergleichsweise unkompliziert, erfordert aber Regelmäßigkeit. Das drahtige Fell sollte mehrmals pro Woche gründlich gebürstet werden. Zwei- bis dreimal im Jahr empfiehlt sich ein professionelles Trimmen – das Haar wird dabei von Hand gezupft, nicht geschoren, da Scheren die Fellstruktur dauerhaft verändern und die natürliche Schutzfunktion beeinträchtigen kann. Ohren, Augen und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Ernährung

Der Norwich Terrier ist in der Regel ein guter Futterverwerter mit robustem Appetit. Die Ernährung sollte hochwertig, proteinreich und dem Aktivitätslevel angepasst sein. Ob Trockenfutter, Nassfutter oder BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) – entscheidend ist eine ausgewogene Zusammensetzung mit einem angemessenen Anteil an Fleisch, Gemüse, gesunden Fetten und Mineralstoffen.

Aufgrund seiner geringen Körpergröße neigt der Norwich Terrier bei Überfütterung schnell zu Übergewicht, was Gelenke und Herz-Kreislauf-System belastet. Leckerlis sollten in die Tagesration eingerechnet werden. Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der optimalen Futtermenge oder -zusammensetzung empfiehlt sich eine Beratung durch den Tierarzt oder einen Ernährungsberater für H