Nova-scotia-duck-tolling-retriever
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Steckbrief
- Herkunft: Nova Scotia, Kanada
- FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 1 – Apportierhunde
- FCI-Standard Nr.: 312
- Größe: Rüden 48–51 cm, Hündinnen 45–48 cm
- Gewicht: Rüden 20–23 kg, Hündinnen 17–20 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Mittellang, wasserabweisend, dichte Unterwolle; Farben in verschiedenen Rottönen von dunklem Fuchsrot bis hellem Orange, oft mit weißen Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und Blesse
Herkunft & Geschichte
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever – von Liebhabern oft liebevoll „Toller" genannt – ist die jüngste und kleinste der sechs anerkannten Retriever-Rassen. Seine Abstammung geht auf die Halbinsel Nova Scotia an der kanadischen Atlantikküste zurück, wo er im frühen 19. Jahrhundert gezielt für eine einzigartige Jagdmethode gezüchtet wurde: das sogenannte „Tolling". Dabei lockt der Hund durch spielerisches Hin- und Herlaufen am Ufer neugierige Wasservögel in Schussweite des Jägers, um anschließend die erlegten Enten aus dem Wasser zu apportieren.
Diese Methode wurde vermutlich von der Beobachtung inspiriert, dass Füchse mit ähnlichem Verhalten Enten anlocken. In die Zuchtlinien flossen verschiedene Rassen ein, darunter vermutlich der Cocker Spaniel, der Irish Setter, der Golden Retriever und kleinere Collies. Lange Zeit unter dem Namen „Little River Duck Dog" bekannt, wurde die Rasse 1945 vom Canadian Kennel Club offiziell anerkannt. Die internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte 1982. Bis heute ist der Toller außerhalb Kanadas und Skandinaviens vergleichsweise selten, erfreut sich aber wachsender Beliebtheit – auch jenseits der jagdlichen Verwendung.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist ein kompakter, kräftig gebauter Hund von mittlerer Größe. Er wirkt agil und muskulös, ohne schwer oder plump zu erscheinen. Der Kopf ist keilförmig mit einem leicht ausgeprägten Stopp und einer kräftigen Schnauze. Die mandelförmigen Augen sind bernstein- bis dunkelbraun und verleihen dem Toller einen aufmerksamen, intelligenten Ausdruck.
Das Fell ist mittellang, gerade oder leicht gewellt, mit einer dichten, weichen Unterwolle und einem wasserabweisenden Deckhaar. Besonders auffällig sind die Befederungen an Ohren, Brust, Bauch, Läufen und Rute. Die Rute wird in Ruhe herabhängend getragen, bei Erregung jedoch fächerartig hoch. Die Fellfarbe variiert von hellem Gold-Orange bis zu sattem Kupferrot. Weiße Abzeichen an der Rutenspitze, den Pfoten, der Brust und gelegentlich als schmale Blesse sind rassetypisch und laut Rassestandard erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich.
Insgesamt erinnert der Toller auf den ersten Blick an einen kleineren Golden Retriever, unterscheidet sich aber durch seine kompaktere Statur, die fuchsähnliche Fellfarbe und seinen typisch federnden, energiegeladenen Gang deutlich von diesem.
Charakter & Wesen
Der Toller ist ein ausgesprochen intelligenter, arbeitswilliger und vielseitiger Hund. Er gilt als verspielt, lebhaft und voller Energie, dabei aber deutlich eigenständiger im Wesen als etwa der Labrador oder Golden Retriever. Gegenüber seinen Bezugspersonen zeigt er sich treu, anhänglich und sensibel. Fremden gegenüber verhält er sich oft zunächst reserviert bis zurückhaltend, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein.
Ein typisches Merkmal ist der sogenannte „Toller Scream" – ein durchdringendes, hohes Kreischen, das der Hund bei großer Aufregung von sich gibt. Dieses Verhalten ist rassetypisch und kein Zeichen von Fehlverhalten, kann für Unvorbereitete allerdings überraschend sein.
Der Toller braucht geistige und körperliche Auslastung. Langeweile und Unterforderung führen bei diesem klugen Hund schnell zu unerwünschtem Verhalten. Wird er artgerecht beschäftigt, ist er im Haus ein ausgeglichener, ruhiger Begleiter. Seine hohe Lernbereitschaft und sein ausgeprägter Spieltrieb machen ihn zu einem hervorragenden Partner für Hundesport wie Dummy-Training, Agility, Obedience oder Mantrailing.
Haltung & Pflege
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist kein Hund für ein gemütliches Sofaleben ohne Programm. Er benötigt täglich ausreichend Auslauf und Beschäftigung – mindestens zwei Stunden aktive Bewegung, idealerweise ergänzt durch Nasenarbeit, Apportierübungen oder Schwimmgelegenheiten. Wasser ist sein Element, und die meisten Toller sind leidenschaftliche Schwimmer.
Die Fellpflege ist moderat, aber regelmäßig notwendig. Einmal wöchentliches Bürsten reicht in der Regel aus, während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte man allerdings deutlich häufiger zur Bürste greifen. Die dichte Unterwolle neigt zum Verfilzen, besonders hinter den Ohren und an den Befederungen. Baden sollte man den Toller nur bei Bedarf, um die natürliche Schutzschicht des Fells nicht zu zerstören.
Eine Haltung in einer Stadtwohnung ohne Garten ist möglich, wenn der Hund ausreichend bewegt und ausgelastet wird. Ideal ist ein Haus mit Zugang zu einem eingezäunten Garten und Gewässern in der Nähe. Der Toller eignet sich hervorragend als Familienhund, vorausgesetzt, Kinder wurden im Umgang mit Hunden angeleitet.
Ernährung
Der Toller stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an seine Ernährung. Hochwertiges Hundefutter – ob Nass-, Trockenfutter oder BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) – mit einem hohen Fleischanteil und ohne übermäßigen Getreidegehalt bildet die Grundlage