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Pallaskatze

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Otocolobus manul
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
  • Gattung: Otocolobus
  • Lebensraum: Steppen, Halbwüsten und felsige Gebirgslandschaften Zentralasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 46–65 cm, Schwanzlänge 21–31 cm
  • Gewicht: 2,5–4,5 kg
  • Lebenserwartung: ca. 6–8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 12 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Die Pallaskatze, auch als Manul bezeichnet, gehört zu den ungewöhnlichsten Vertretern der Kleinkatzen. Ihr gedrungener, kompakter Körperbau und das extrem dichte, lange Fell verleihen ihr ein massiges Erscheinungsbild, das deutlich über ihre tatsächliche Körpergröße hinwegtäuscht. In Wirklichkeit entspricht sie in etwa der Größe einer kräftigen Hauskatze.

Das Fell zählt zu den dichtesten im gesamten Tierreich unter den Katzenartigen. Es erreicht am Bauch eine Länge von bis zu 7 cm und schützt die Pallaskatze vor extremer Kälte, wenn sie auf gefrorenem Boden liegt oder ruht. Die Grundfärbung variiert je nach Unterart und Jahreszeit von silbergrau über gelblich-braun bis hin zu einem warmen Rostton. Die Haarspitzen sind weiß, was dem Fell einen leicht bereiften Eindruck verleiht. An den Flanken und am Schwanz finden sich dunkle Querstreifen, die Schwanzspitze ist schwarz.

Besonders auffällig ist der breite, flache Kopf mit den weit auseinanderstehenden, tief angesetzten Ohren. Diese Ohranordnung ist eine Anpassung an das Leben in offener, deckungsarmer Landschaft: Die Katze kann hinter niedrigen Felsen oder Bodenwellen Deckung suchen, ohne dass die Ohren über die Kontur hinausragen. Die großen, gelblich-grünen Augen besitzen – anders als bei den meisten Kleinkatzen – runde Pupillen. Dies ist ein taxonomisch interessantes Merkmal, das sie mit den Großkatzen teilt.

Die Beine sind kurz und stämmig, die Pfoten breit und dicht behaart, was als Isolierung auf kaltem, steinigem Untergrund dient.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pallaskatze erstreckt sich über weite Teile Zentralasiens. Es reicht vom Iran und dem südlichen Kaukasus über Afghanistan, Pakistan und die zentralasiatischen Republiken bis in die Mongolei, nach China und in Teile Sibiriens. Die Art bewohnt ein enormes Areal, kommt innerhalb dieses Gebiets jedoch nur lückenhaft und in geringer Dichte vor.

Als Habitat bevorzugt die Pallaskatze trockene, offene Landschaften mit felsigem Untergrund: Steppen, Halbwüsten, Geröllfelder und alpine Graslandschaften. Sie ist in Höhenlagen von 500 bis über 5.000 Metern anzutreffen, wobei die höchsten Nachweise aus dem tibetischen Hochland stammen. Entscheidend für die Eignung eines Biotops ist das Vorhandensein von Felsspalten, Höhlen oder verlassenen Murmeltier- und Fuchsbauen, die als Rückzugsorte und Wurfplätze dienen. Gebiete mit hoher, geschlossener Schneedecke werden gemieden, da die kurzen Beine der Pallaskatze das Fortkommen im tiefen Schnee erheblich erschweren.

Derzeit werden zwei bis drei Unterarten unterschieden, wobei die taxonomische Gliederung Gegenstand laufender Untersuchungen ist: O. m. manul in der Mongolei und Russland, O. m. nigripectus in Tibet und Nepal sowie O. m. ferrugineus in Zentralasien und Iran.

Ernährung

Die Pallaskatze ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren. Pikas (Pfeifhasen) der Gattung Ochotona stellen in vielen Teilen des Verbreitungsgebiets die Hauptbeute dar. Daneben erbeutet sie Wühlmäuse, Rennmäuse, Ziesel und junge Murmeltiere. Gelegentlich ergänzen kleine Vögel, Eidechsen und Insekten den Speiseplan.

Die Jagdstrategie beruht auf Anschleichen und Überraschungsangriff. Die Pallaskatze nutzt ihre hervorragende Tarnung, um sich an die Beute heranzupirschen oder reglos vor deren Baueingängen zu lauern. Längere Verfolgungsjagden finden nicht statt, da der gedrungene Körperbau für ausdauerndes Rennen ungeeignet ist.

Verhalten & Lebensweise

Die Pallaskatze lebt einzelgängerisch und beansprucht ein Revier, dessen Größe je nach Beutedichte stark schwankt – Schätzungen liegen zwischen 4 und über 90 Quadratkilometern. Die Tiere sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen in Gebieten mit geringer menschlicher Störung jedoch auch Aktivität in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden.

Tagsüber ruhen Pallaskatzen in Felsspalten, unter Gesteinsüberhängen oder in verlassenen Bauen anderer Tiere. Sie graben selbst keine Baue. Bei Gefahr verharren sie reglos und verlassen sich auf ihre Tarnfärbung, die sie in ihrer natürlichen Umgebung nahezu unsichtbar macht. Diese Strategie des Einfrierens ist für die Art charakteristisch und wird auch gegenüber potenziellen Prädatoren wie Steinadlern, Uhus und Rotfüchsen eingesetzt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate Dezember bis März. Während der Balz markieren die Männchen verstärkt mit Urin und suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen. Die Tragzeit beträgt 66 bis 75 Tage und ist damit für eine Kleinkatze vergleichsweise lang.

Das Weibchen bringt in einer geschützten Höhle oder einem Erdbau durchschn