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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: Großbritannien (England)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 1 – Hochläufige Terrier (mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 339
  • Größe: Rüden 34–36 cm, Hündinnen 31–33 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: ca. 6–8 kg (proportional zur Größe)
  • Lebenserwartung: 13–16 Jahre
  • Fell: Glatt (smooth), rau (rough) oder stichelhaarig (broken); dicht, wetterfest mit Unterwolle
  • Farben: Überwiegend weiß mit braunen, lohfarbenen oder schwarzen Abzeichen; auch dreifarbig (tricolour)
  • Zuchtverband: VDH, Klub für Terrier (KfT), The Kennel Club (KC)

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung des Parson Russell Terriers geht auf den englischen Pfarrer (Parson) John „Jack" Russell (1795–1883) zurück, der im südenglischen Devon eine leistungsfähige Terrierlinie für die Fuchsjagd züchtete. Russell suchte einen wendigen, ausdauernden Hund, der den Fuchs aus dem Bau sprengen konnte, ohne ihn zu verletzen. Seine Zuchtbasis bildete eine Hündin namens „Trump", die er 1819 erwarb und die als Urahnin der Rasse gilt.

Über Jahrzehnte hinweg wurde der Typ ausschließlich nach Gebrauchstauglichkeit selektiert. Erst ab den 1980er-Jahren begann eine systematischere Reinzucht mit dem Ziel einer offiziellen Anerkennung. Im Jahr 1990 erkannte der englische Kennel Club die Rasse zunächst als „Parson Jack Russell Terrier" an. Die FCI folgte im Jahr 2001 und führt die Rasse seither unter dem Namen Parson Russell Terrier – in bewusster Abgrenzung zum niederläufigen Jack Russell Terrier (FCI-Standard Nr. 345), der als eigenständige Rasse geführt wird.

Die Unterscheidung der beiden Rassen sorgt bis heute gelegentlich für Verwirrung. Entscheidend ist die Größe: Der Parson Russell Terrier ist der hochläufige Typ mit deutlich längerem Lauf und quadratischerem Körperbau, während der Jack Russell Terrier kleiner und gestreckter gebaut ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Parson Russell Terrier ist ein kompakter, gut proportionierter Hund mit sportlichem, nahezu quadratischem Körperbau. Die Brust ist mäßig tief und soll „mit beiden Händen hinter den Schultern umspannbar" sein – ein klassisches Merkmal, das sicherstellt, dass der Hund in enge Fuchsbauten passt. Der Rücken ist gerade und kräftig, die Lenden leicht gewölbt.

Der Kopf ist keilförmig, der Stopp mäßig ausgeprägt. Die dunklen, mandelförmigen Augen verleihen dem Gesicht einen aufgeweckten, intelligenten Ausdruck. Die V-förmigen Ohren kippen nach vorn und liegen eng am Kopf an. Die Rute wird gerade getragen und darf kupiert sein, sofern die nationale Gesetzgebung dies erlaubt.

Das Fell tritt laut Rassestandard in drei Varianten auf: glatt, rau und stichelhaarig (broken). Allen Varianten gemeinsam ist ein dichtes, hartes Deckhaar mit schützender Unterwolle. Die Grundfarbe ist stets überwiegend Weiß, wobei die farbigen Abzeichen am Kopf, an der Rutenbasis oder am Körper auftreten können.

Charakter & Wesen

Der Parson Russell Terrier ist ein außerordentlich lebhafter, mutiger und selbstbewusster Hund. Sein Temperament ist typisch für Terrier: Er ist wachsam, entschlossen und stets bereit zum Handeln. Dabei ist er keineswegs aggressiv, sondern freundlich und kontaktfreudig gegenüber Menschen.

Er gilt als intelligent, lernfreudig und verspielt, kann aber auch eigensinnig und dickköpfig sein. Eine gewisse Jagdpassion liegt ihm genetisch im Blut, weshalb ein solider Rückruf und konsequente Erziehung von klein auf unverzichtbar sind. Gegenüber seiner Familie zeigt er sich treu, anhänglich und überraschend sensibel. Langeweile und Unterforderung quittiert er mit unerwünschtem Verhalten wie Bellen, Graben oder dem Zerstören von Gegenständen.

Im Umgang mit anderen Hunden kann der Parson Russell Terrier durchaus dominant auftreten. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter ist deshalb besonders wichtig. Gegenüber Kindern verhält er sich in der Regel geduldig und verspielt, vorausgesetzt, die Kinder respektieren seine Grenzen.

Haltung & Pflege

Dieser Terrier braucht Beschäftigung – und zwar reichlich. Mindestens zwei Stunden aktiver Auslauf pro Tag sind empfehlenswert. Dabei geht es nicht nur um körperliche, sondern auch um geistige Auslastung. Hundesportarten wie Agility, Mantrailing, Obedience oder Dummy-Arbeit eignen sich hervorragend. Auch als Begleiter beim Joggen, Wandern oder Reiten macht der Parson Russell Terrier eine ausgezeichnete Figur.

Eine Wohnungshaltung ist möglich, sofern der Hund ausreichend bewegt wird. Ein Haus mit Garten kommt seinem Bewegungsdrang jedoch deutlich entgegen. Der Garten sollte gut eingezäunt sein, denn der Parson Russell Terrier ist ein geschickter Ausbrecher, der sowohl über Zäune springt als auch darunter gräbt.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Glattes Fell wird wöchentlich gebürstet. Rauhaarige und stichelhaarige Varianten sollten zwei- bis dreimal jährlich getrimmt werden, um die Fellstruktur zu erhalten und abgestorbenes Haar zu entfernen. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Ernährung

Der Parson Russell Terrier ist in der Regel ein unkomplizierter Fresser. Ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil, angepasst an Alter, Gewicht und Aktivitätslevel, bildet die Basis einer gesunden Ern