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Pitbull

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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: Vereinigte Staaten von Amerika (Vorfahren aus England und Irland)
  • Rassestandard: Nicht FCI-anerkannt; registriert beim United Kennel Club (UKC) als American Pit Bull Terrier sowie bei der American Dog Breeders Association (ADBA)
  • Größe: Rüden 45–53 cm, Hündinnen 43–50 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: Rüden 16–27 kg, Hündinnen 14–23 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, glattes, eng anliegendes Fell; alle Farben und Farbkombinationen außer Merle sind laut UKC-Standard zulässig

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung des American Pit Bull Terriers reicht ins England und Irland des 18. und 19. Jahrhunderts zurück. Dort wurden Bulldoggen und verschiedene Terriertypen miteinander gekreuzt, um einen Hund zu schaffen, der die Kraft der Bulldogge mit der Wendigkeit und dem Temperament des Terriers vereinte. Ursprünglich wurden diese Hunde für das sogenannte „Bull Baiting" – die Hetze auf Bullen – und später für Hundekämpfe eingesetzt. Nach dem Verbot solcher Kämpfe in England wanderte der Typ mit europäischen Einwanderern in die USA aus.

In Amerika entwickelte sich der Hund schnell über seinen düsteren Ursprung hinaus. Auf Farmen diente er als vielseitiger Arbeitshund: Er trieb Vieh, bewachte Haus und Hof und war geschätzter Familienbegleiter. 1898 erkannte der United Kennel Club (UKC) den American Pit Bull Terrier offiziell als eigenständige Rasse an. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) führt die Rasse hingegen bis heute nicht. Es ist wichtig, den American Pit Bull Terrier vom American Staffordshire Terrier abzugrenzen, der durch den American Kennel Club (AKC) anerkannt wird – obwohl beide eine gemeinsame historische Wurzel teilen.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Pitbull ist ein mittelgroßer, athletisch gebauter Hund, dessen Erscheinung Kraft und Agilität gleichermaßen ausstrahlt. Der Körperbau ist muskulös, dabei aber niemals plump oder überladen. Der Brustkorb ist tief und mäßig breit, die Rippenbögen gut gewölbt. Die Rückenlinie verläuft gerade und leicht zum Rutenansatz hin abfallend.

Der Kopf ist keilförmig mit breitem, flachem Schädel und ausgeprägter Kaumuskulatur. Die Schnauze ist mittellang, breit und kräftig; der Stopp ist deutlich ausgeprägt. Die Augen sind rund bis mandelförmig, tief angesetzt und können in allen Farben außer Blau (bei einfarbig nicht-merle Hunden geduldet, aber nicht bevorzugt) vorkommen. Die Ohren sind hoch angesetzt, mittelgroß und können sowohl als Rosenohren als auch als Halbstehohren getragen werden. Kupierte Ohren sind in Deutschland und den meisten europäischen Ländern verboten.

Das Fell ist kurz, glatt und glänzend. Es liegt eng am Körper an und besitzt keine Unterwolle, was den Hund empfindlich gegenüber extremer Kälte macht. Farblich gibt es praktisch keine Einschränkungen: Von einfarbig Rot, Schwarz, Blau und Fawn über gestromt bis hin zu gescheckt (Piebald) ist alles vertreten.

Charakter & Wesen

Wer den Pitbull nur aus Schlagzeilen kennt, wird seinem Wesen nicht gerecht. Tatsächlich ist ein gut sozialisierter American Pit Bull Terrier ein ausgesprochen menschenbezogener, treuer und verspielter Hund. Er baut eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf und zeigt im familiären Umfeld ein auffallend sanftes, geduldiges Verhalten – insbesondere gegenüber Kindern, was ihm in den USA historisch den Beinamen „Nanny Dog" einbrachte.

Gleichzeitig ist der Pitbull ein selbstbewusster, wachsamer und energiegeladener Hund mit ausgeprägtem Arbeitswillen. Er ist intelligent, lernfreudig und möchte gefordert werden. Unterforderung und mangelnde Führung können bei diesem willensstarken Terrier zu unerwünschtem Verhalten führen. Eine gewisse Terrier-typische Sturheit gehört zum Rassecharakter und erfordert konsequente, dabei stets faire Erziehung. Aggressivität gegenüber Menschen gilt laut Rassestandard als zuchtausschließender Fehler.

Gegenüber anderen Hunden kann – bedingt durch die züchterische Vergangenheit – eine erhöhte Hundekampfbereitschaft auftreten. Frühzeitige und konsequente Sozialisation mit Artgenossen ist daher unverzichtbar.

Haltung & Pflege

Der Pitbull braucht einen aktiven Alltag. Mindestens zwei Stunden täglicher Auslauf mit abwechslungsreicher Beschäftigung sind das Minimum. Geeignete Aktivitäten sind Joggen, Radfahren, Agility, Obedience, Zughundesport (Weight Pulling) oder Nasenarbeit. Rein körperliche Auslastung genügt nicht – der Hund braucht auch geistige Herausforderungen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste reicht aus, um lose Haare zu entfernen und die Hautdurchblutung anzuregen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Ohren sind regelmäßig auf Verschmutzung zu kontrollieren, die Krallen bei Bedarf zu kürzen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz unterliegt der Pitbull in vielen Bundesländern und Kantonen rassesspezifischen Regelungen. Halter sollten sich vor der Anschaffung gründlich über Leinenpflicht, Maulkorbzwang, Sachkundenachweis, Versicherungspflicht und etwaige Haltungsverbote informieren.

Ernährung

Der Pitbull hat als aktiver, muskulöser Hund einen vergleichsweise hohen Energiebedarf. Eine proteinreiche Ernährung mit hochwertigen tierischen Eiweißquellen bildet die Basis – ob hochwertiges Fertigfutter, BARF (biologisch artgerech