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Podenco

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Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Iberische Halbinsel (Spanien, Portugal), Balearen, Kanarische Inseln
  • FCI-Gruppe: Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 7 – Urtyp Hunde zur jagdlichen Verwendung
  • Rassestandard: Mehrere eigenständige Rassen, u. a. Podenco Ibicenco (FCI Nr. 89), Podenco Canario (FCI Nr. 329), Podenco Andaluz (nicht FCI-anerkannt)
  • Größe: Je nach Variante 32 cm (klein) bis 74 cm (groß) Widerristhöhe
  • Gewicht: 8–30 kg, abhängig von Schlag und Geschlecht
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzhaar, Rauhaar oder Langhaar; typische Farben sind Weiß, Rot, Rehbraun, Zimtfarben und Kombinationen daraus

Herkunft & Geschichte

Der Begriff „Podenco" ist kein Name für eine einzelne Rasse, sondern ein Sammelbegriff für eine Gruppe mediterraner Jagdhunde, die auf der Iberischen Halbinsel und den dazugehörigen Inselgruppen seit Jahrtausenden existieren. Die Abstammung dieser Hunde lässt sich bis zu den antiken Laufhunden des Mittelmeerraums zurückverfolgen. Archäologische Funde, Vasenmalereien und Reliefs aus dem alten Ägypten zeigen Hunde, deren Silhouette den heutigen Podencos verblüffend ähnelt. Phönizische und karthagische Seefahrer brachten die Vorfahren dieser Hunde vermutlich auf die Balearen und nach Südspanien.

Über Jahrhunderte wurden Podencos von Jägern in Spanien und Portugal als vielseitige Jagdgebrauchshunde gehalten. Sie kamen vor allem bei der Kaninchenjagd zum Einsatz, wo ihre außergewöhnliche Sinnesleistung – sie jagen mit Augen, Ohren und Nase gleichermaßen – unverzichtbar war. Der Podenco Ibicenco entwickelte sich auf Ibiza und den Balearen, der Podenco Canario auf den Kanarischen Inseln, während der Podenco Andaluz in den weiten Ebenen Andalusiens seine Heimat hat. Der spanische Zuchtverband Real Sociedad Canina de España (RSCE) betreut die national anerkannten Varietäten. International hat die FCI mehrere Podenco-Rassen als eigenständige Rassestandards registriert, andere warten noch auf eine offizielle Anerkennung.

In den letzten Jahrzehnten hat der Podenco traurige Bekanntheit erlangt, weil in Spanien tausende Exemplare nach der Jagdsaison ausgesetzt oder in Perreras – den dortigen Tötungsstationen – abgegeben werden. Tierschutzorganisationen vermitteln deshalb regelmäßig Podencos ins Ausland, wodurch die Rasse auch in Mitteleuropa zunehmend bekannt geworden ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Podencos sind elegant gebaute, leichtfüßige Hunde mit einem ausgeprägten Windhund-Charakter, ohne jedoch zu den Windhunden zu gehören. Der Körperbau ist schlank und muskulös, die Brust tief, der Bauch deutlich aufgezogen. Die langen, aufrecht stehenden Ohren sind ein unverkennbares Markenzeichen und verleihen dem Podenco einen aufmerksamen, fast exotischen Ausdruck. Die Augen sind bernsteinfarben bis hellbraun und strahlen Intelligenz und Wachsamkeit aus.

Die Rute ist tief angesetzt, lang und wird in Ruhe hängend oder leicht sichelförmig getragen. Je nach Schlag unterscheidet man zwischen Kurzhaar-, Rauhaar- und Langhaar-Varianten. Das Fell liegt beim Kurzhaar-Typ glatt und eng an, während der Rauhaar-Podenco ein drahtigeres, etwas längeres Haarkleid besitzt. Der gesamte Körperbau ist auf Ausdauer, Wendigkeit und Geschwindigkeit ausgelegt – ein Funktionshund durch und durch.

Charakter & Wesen

Podencos sind intelligente, eigenständige und sensible Hunde. Ihr Wesen ist geprägt durch die Jahrtausende lange Selektion auf selbständiges Jagen: Sie treffen im Feld eigene Entscheidungen und sind dabei weder stur noch unterwürfig, sondern kooperativ auf ihre eigene Art. Gegenüber ihren Bezugspersonen zeigen sie sich treu, anhänglich und überaus verschmust. Viele Podenco-Halter berichten, dass ihre Hunde eine fast katzenhafte Zärtlichkeit besitzen und die körperliche Nähe ihrer Menschen regelrecht einfordern.

Gleichzeitig ist der Podenco wachsam, hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und reagiert auf Umweltreize extrem aufmerksam. Er ist verspielt, lauffreudig und in der Bewegung kaum zu bremsen. Fremden gegenüber verhält er sich oft zurückhaltend bis scheu – ein Erbe der Haltungsbedingungen in Spanien, wo viele Podencos wenig Sozialisierung erfahren. Gut sozialisierte Exemplare sind dagegen offen und freundlich, behalten aber stets eine gewisse Eigenständigkeit.

Haltung & Pflege

Ein Podenco braucht Auslauf – und zwar reichlich. Als Jagdhund mit enormem Bewegungsdrang ist er keine Wahl für Stubenhocker. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge, Freilauf in sicher eingezäuntem Gelände und geistige Beschäftigung sind Pflicht. Mantrailing, Coursing, Agility oder Dummy-Arbeit eignen sich hervorragend, um den klugen Kopf und den agilen Körper auszulasten. Aufgrund des starken Jagdtriebs ist ein zuverlässiger Freilauf ohne Zaun bei den meisten Podencos nur nach intensivem und konsequentem Training möglich – viele Halter arbeiten langfristig mit Schleppleine.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Kurzhaarige Podencos benötigen lediglich gelegentliches Bürsten, um lose Haare zu entfernen. Rauhaarige Vertreter sollten etwas häufiger gebürstet und gelegentlich getrimmt werden. Die großen Stehohren sollten regelmäßig auf Verschmutzung kontrolliert werden. Der Podenco ist sehr reinlich und geruchsarm.

Wichtig ist eine ruhige, geduldige Erziehung.