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Polarfuchs

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Vulpes lagopus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Vulpes
  • Lebensraum: Arktische Tundra, Küstenregionen und Packeis der gesamten Nordhalbkugel
  • Körperlänge: 46–68 cm (ohne Schwanz), Schwanzlänge 25–35 cm
  • Gewicht: 2,5–9 kg, je nach Jahreszeit und Verbreitungsgebiet
  • Lebenserwartung: 3–6 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 15 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Polarfuchs, auch Eisfuchs oder Schneefuchs genannt, ist der kleinste wildlebende Vertreter der Hunde (Canidae) in der Arktis. Sein Körperbau ist kompakt und gedrungen – eine Anpassung, die der Minimierung von Wärmeverlust dient. Im Vergleich zum nah verwandten Rotfuchs (Vulpes vulpes) fallen die deutlich kürzeren Beine, die kleineren, abgerundeten Ohren und die verkürzte Schnauze auf. All diese Merkmale folgen der sogenannten Allenschen Regel, nach der Körperanhänge bei Tieren in kalten Klimazonen kürzer ausfallen als bei verwandten Arten wärmerer Regionen.

Das Fell des Polarfuchses gehört zu den am besten isolierenden Fellen aller Säugetiere. Es besteht aus einer dichten Unterwolle und längeren Deckhaaren und wechselt saisonal Farbe und Beschaffenheit. Beim häufigeren Weißfuchs-Morphotyp ist das Winterfell reinweiß, das Sommerfell dagegen graubraun an der Oberseite und hell an der Unterseite. Der seltenere Blaufuchs-Morphotyp trägt im Winter ein blaugrau bis dunkelbraun getöntes Fell, das im Sommer schokoladenbraun wird. Beide Farbvarianten kommen innerhalb derselben Population vor und sind genetisch bedingt. Selbst die Fußsohlen sind dicht behaart, was dem Tier auf Eis und Schnee Halt gibt und zusätzlich isoliert – der wissenschaftliche Artname „lagopus" (Hasenfuß) verweist genau auf diese Eigenschaft.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Polarfuchses erstreckt sich zirkumpolar über die gesamte Arktis. Er besiedelt die baumlosen Tundren Nordamerikas, Grönlands, Islands, Skandinaviens und Sibiriens. Darüber hinaus kommt er auf zahlreichen arktischen Inselgruppen vor, darunter Spitzbergen, Nowaja Semlja und die Kanadischen Arktisinseln. Sein Habitat reicht von Küstenregionen und Meereis bis hin zu alpinen Tundren im Landesinneren.

Als Biotop bevorzugt der Polarfuchs offene, baumlose Landschaften mit lockeren Böden, in denen er seine Baue anlegen kann. Diese unterirdischen Bausysteme werden oft über Generationen hinweg genutzt und können mehrere Dutzend Eingänge umfassen. Einige dokumentierte Baue sind nachweislich seit mehreren hundert Jahren in Gebrauch. In Skandinavien ist der Polarfuchs auf alpine Tundren oberhalb der Baumgrenze beschränkt, wo er zunehmend durch den nach Norden vordringenden Rotfuchs unter Druck gerät.

Ernährung

Der Polarfuchs ist ein ausgesprochener Nahrungsopportunist. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets bilden Lemminge die Hauptnahrungsquelle. Die Populationsdynamik des Polarfuchses ist eng an die zyklischen Bestandsschwankungen dieser Wühlmäuse gekoppelt – in lemmingsreichen Jahren steigt auch die Zahl der Fuchswelpen deutlich an.

Neben Lemmingen und anderen Kleinsäugern erbeutet der Polarfuchs Vögel und deren Eier, insbesondere in Küstennähe an Kolonien von Seevögeln. Er frisst zudem Aas, Fisch, Beeren, Seetang und Wirbellose. Im Winter folgen einzelne Tiere Eisbären, um deren Beutereste zu verwerten. In nahrungsreichen Zeiten legt der Polarfuchs Vorräte an, die er im gefrorenen Boden vergräbt und bei Bedarf wieder ausgräbt.

Verhalten & Lebensweise

Polarfüchse sind überwiegend monogam und leben in Paaren, die ein Revier besetzen und häufig über mehrere Jahre zusammenbleiben. Die Reviergröße variiert stark – je nach Nahrungsangebot zwischen 5 und über 50 Quadratkilometern. In nahrungsreichen Regionen wie an Vogelkolonien können die Reviere entsprechend klein ausfallen.

Die Art ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei die Aktivitätsmuster stark von Jahreszeit und Breitengrad abhängen. Während der Polarnacht und des Polartags entfällt der klassische Tag-Nacht-Rhythmus ohnehin weitgehend. Polarfüchse sind ausdauernde Wanderer. Telemetriedaten zeigen, dass einzelne Individuen Strecken von mehreren Tausend Kilometern zurücklegen können – ein im Jahr 2019 dokumentiertes Weibchen wanderte in 76 Tagen von Spitzbergen nach Ellesmere Island in Kanada, eine Distanz von über 3.500 Kilometern.

Im Winter zeigt der Polarfuchs eine beachtliche Kältetoleranz. Sein Stoffwechsel steigert die Wärmeproduktion erst bei Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius messbar – ein unter Säugetieren außergewöhnlich niedriger Wert. Bei extremer Kälte rollt sich das Tier zusammen und schlägt den buschigen Schwanz schützend über Nase und Pfoten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit (Ranz) fällt in die Monate Februar bis April. Nach einer Tragzeit von rund 52 Tagen bringt die Fähe zwischen 5 und 14 Welpen zur Welt, in Ausnahmefällen bis zu 25 – die größte Wurfgröße unter allen wildlebenden Raubtieren. Die Wurfgröße korreliert direkt mit dem Nahrungsangebot; in Jahren mit geringer Lemmingdichte fällt sie erheblich kleiner aus, und unter Umständen unterbleibt die Fortpflanz