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Potoroo

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Potorous (Gattung); drei rezente Arten: Langnasenpotoroo (Potorous tridactylus), Langfuß-Potoroo (Potorous longipes), Gilberts Potoroo (Potorous gilbertii)
  • Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
  • Familie: Potoroidae (Rattenkängurus)
  • Gattung: Potorous
  • Lebensraum: Dichte Unterholzvegetation in Eukalyptuswäldern, Heiden und gemäßigten Regenwäldern Australiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 24–41 cm, Schwanzlänge 15–26 cm
  • Gewicht: 0,7–1,8 kg (artabhängig)
  • Lebenserwartung: 6–12 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Potoroos gehören zu den kleinsten Vertretern der Känguru-Verwandtschaft und erinnern auf den ersten Blick eher an große Ratten als an ihre hüpfenden Verwandten. Ihr Körperbau ist gedrungen, mit kräftigen Hinterbeinen, die zwar deutlich länger als die Vorderbeine sind, aber bei weitem nicht die Proportionen großer Kängurus erreichen. Der Schwanz ist dünn, leicht behaart und wird beim Laufen als Balancierhilfe eingesetzt; anders als bei manchen verwandten Gattungen wird er nicht zum Transport von Nistmaterial genutzt.

Das Fell ist an der Oberseite graubraun bis dunkelbraun gefärbt, die Unterseite heller, oft cremefarben bis grau. Die Schnauze ist auffallend lang und spitz – ein Merkmal, das dem Langnasenpotoroo seinen deutschen Namen einbrachte. Die Ohren sind klein und abgerundet. Die Vorderpfoten tragen gut entwickelte Krallen, mit denen die Tiere im Boden nach Nahrung graben. Die Hinterfüße besitzen die für Diprotodontia typische Syndaktylie: Die zweite und dritte Zehe sind miteinander verwachsen und bilden eine Putzkralle zur Fellpflege.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Potoroos beschränkt sich auf den australischen Kontinent, wobei jede Art ein eigenes, oft stark fragmentiertes Habitat besiedelt. Der Langnasenpotoroo (Potorous tridactylus) kommt noch am weitesten verbreitet vor – er lebt in Küstenregionen Südostaustraliens sowie auf Tasmanien. Sein bevorzugtes Biotop sind feuchte Sklerophyllwälder und Heidegebiete mit dichtem Bodenbewuchs, der Deckung vor Fressfeinden bietet.

Der Langfuß-Potoroo (Potorous longipes) bewohnt ausschließlich ein kleines Areal im Grenzgebiet zwischen Victoria und New South Wales, wo er in Eukalyptuswäldern mit üppiger Krautschicht lebt. Gilberts Potoroo (Potorous gilbertii) galt über ein Jahrhundert lang als ausgestorben, bis 1994 eine kleine Population am Two Peoples Bay in Westaustralien wiederentdeckt wurde. Sein Habitat sind dichte Strauchvegetationen auf sandigem Untergrund. Eine vierte Art, der Breitkopf-Potoroo (Potorous platyops), ist seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben.

Ernährung

Die Ernährung der Potoroos hebt sie von den meisten anderen Beuteltieren deutlich ab: Ihre Hauptnahrungsquelle sind unterirdisch fruchtende Pilze, sogenannte hypogäische Pilzfruchtkörper (Trüffelartige). Mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn spüren die Tiere die Pilze im Boden auf und graben sie mit den Vorderpfoten aus. Durch den Verzehr und die anschließende Ausscheidung der Sporen über den Kot tragen Potoroos wesentlich zur Verbreitung von Mykorrhiza-Pilzen bei, die in einer Symbiose mit den Wurzeln australischer Baumarten leben. Diese ökologische Funktion macht sie zu Schlüsselarten für die Waldgesundheit.

Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten, deren Larven, Wurzeln, Knollen und gelegentlich Samen. Der Anteil pflanzlicher und tierischer Nahrung variiert je nach Art und Jahreszeit. In Phasen geringer Pilzverfügbarkeit steigt der Anteil an Wirbellosen deutlich an.

Verhalten & Lebensweise

Potoroos sind strikt nachtaktiv und verbringen den Tag in flachen Nestern aus Gras und Laub, die sie unter dichter Vegetation oder in Büschen anlegen. Sie leben einzelgängerisch; die Reviere von Männchen und Weibchen können sich überlappen, werden aber nicht aktiv verteidigt. Die Streifgebiete sind mit 2–30 Hektar verhältnismäßig klein.

Ihre Fortbewegung erfolgt überwiegend im vierfüßigen Hüpfen, bei dem alle vier Extremitäten eingesetzt werden. Erst bei schnellerem Tempo gehen sie in einen bipedalen Hoppelgang über, der an die Fortbewegung größerer Kängurus erinnert, aber weniger effizient ist. Potoroos sind scheue Tiere, die bei Störung sofort in dichtes Unterholz flüchten. Ihr kryptisches Verhalten macht Feldstudien aufwendig; viele Populationsdaten stammen aus Lebendfallen-Programmen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wie alle Beuteltiere bringen Potoroos nach einer kurzen Tragzeit von etwa 38 Tagen ein einzelnes, wenig entwickeltes Jungtier zur Welt. Das Neugeborene wiegt weniger als ein Gramm und kriecht selbstständig in den nach vorn geöffneten Beutel der Mutter, wo es sich an einer der vier Zitzen festsaugt. Die Beutelzeit beträgt rund 120–130 Tage.

Nach dem Verlassen des Beutels wird das Jungtier noch einige Wochen gesäugt, bevor es vollständig entwöhnt wird. Die Geschlechtsreife tritt beim Langnasenpotoroo mit etwa 12 Monaten ein. Weibchen können unter günstigen Bedingungen das ganze Jahr über Nachwuchs bekommen. Wie bei vielen Beuteltieren kommt embryonale Diapause vor: Ein befruchtetes Ei kann in einem Ruhestadium verharren und sich erst weiterentwickeln, wenn das vorhe