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Quarter-horse

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Rassen > Pferderassen

Steckbrief

  • Herkunft: USA (insbesondere Virginia, Texas und die westlichen Bundesstaaten)
  • Rassestandard: American Quarter Horse Association (AQHA), gegründet 1940 in Amarillo, Texas
  • Stockmaß: 145–165 cm
  • Gewicht: 430–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–35 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes Fell in nahezu allen Grundfarben; am häufigsten Sorrel (Fuchsfarben), daneben Bay, Black, Dun, Buckskin, Palomino, Grullo, Red Roan, Blue Roan, Gray und diverse Scheckungen (bei der AQHA allerdings nicht als reinrassig registriert – hierfür ist die American Paint Horse Association zuständig)

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte des Quarter Horse reicht bis in das frühe 17. Jahrhundert zurück, als englische Kolonisten ihre Vollblüter und Trabpferde mit nach Nordamerika brachten und diese mit den dort bereits vorhandenen Pferden spanischer Abstammung kreuzten. Die daraus entstandenen kompakten, muskulösen Pferde erwiesen sich als außergewöhnlich schnell auf kurzen Distanzen. Ihren Namen verdankt die Rasse den Viertelmeilen-Rennen (Quarter Mile Races), die ab dem 17. Jahrhundert an den Hauptstraßen und Feldwegen der Kolonien in Virginia und den Carolinas ausgetragen wurden. Kein anderes Pferd konnte ihnen auf dieser Distanz von rund 400 Metern das Wasser reichen.

Mit der Erschließung des amerikanischen Westens im 19. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt der Zucht. Rancher erkannten schnell, dass diese wendigen, gelassenen Pferde ideale Partner für die Arbeit mit Rindern waren. Der legendäre Hengst Steel Dust (geboren 1843) und später Peter McCue prägten die Rasse entscheidend. Als 1940 die American Quarter Horse Association (AQHA) als Zuchtverband gegründet wurde, legte man den offiziellen Rassestandard fest. Heute ist das Quarter Horse mit über fünf Millionen registrierten Pferden weltweit die zahlenmäßig größte Pferderasse der Welt. Auch in Deutschland hat die Rasse seit den 1970er-Jahren eine stetig wachsende Fangemeinde, vertreten durch die Deutsche Quarter Horse Association (DQHA).

Aussehen & Rassemerkmale

Das Quarter Horse verkörpert den Typ eines kraftvollen, kompakten Athleten. Der Kopf ist relativ kurz und breit mit geradem oder leicht konkavem Profil, großen, wachen Augen und kleinen, aufmerksamen Ohren. Der Hals ist muskulös, gut angesetzt und von mittlerer Länge. Die Schulter fällt lang und schräg ab, was dem Pferd seinen raumgreifenden, flachen Bewegungsablauf verleiht.

Besonders markant ist die enorme Bemuskelung der Hinterhand – breite, tiefe Kruppe und außerordentlich kräftige Oberschenkel sind das Erkennungszeichen der Rasse. Der Rumpf ist tief und breit, der Rücken kurz und stabil. Die Beine sind trocken, mit kurzen Röhrbeinen und harten, gut geformten Hufen. Insgesamt vermittelt das Quarter Horse den Eindruck von Kraft, Balance und Wendigkeit.

Innerhalb der Rasse unterscheidet man verschiedene Typen: den stockigen, schwer bemuskelten Stock Type für Reining und Cutting, den etwas hochbeinigeren Racing Type für Kurzstreckenrennen und den eleganten Hunter Type mit Vollbluteinfluss für die Disziplinen Hunter under Saddle und Halter.

Charakter & Wesen

Das Quarter Horse gilt als eines der ausgeglichensten und menschenbezogensten Pferde überhaupt. Sein Wesen wird häufig mit den Begriffen treu, gelassen, arbeitswillig und intelligent beschrieben. Diese Pferde besitzen einen ausgeprägten sogenannten „Cow Sense" – einen natürlichen Instinkt für die Arbeit mit Rindern, der ihnen seit Generationen angezüchtet wurde.

Trotz ihrer Ruhe und Nervenstärke sind Quarter Horses keineswegs phlegmatisch. Sie sind reaktionsschnell, aufmerksam und zeigen bei Bedarf explosive Energie. Ihre hohe Lernbereitschaft und Kooperationswilligkeit machen sie zu verlässlichen Partnern in den unterschiedlichsten Disziplinen. Gegenüber ihren Bezugspersonen entwickeln sie eine enge Bindung und zeigen sich anhänglich und gutmütig. Im Umgang mit Kindern und unerfahrenen Reitern beweisen sie häufig bemerkenswerte Geduld und Nachsicht.

Haltung & Pflege

Quarter Horses sind robust und genügsam in der Haltung. Wie alle Pferde benötigen sie ausreichend Auslauf, idealerweise auf großzügigen Weiden mit der Möglichkeit zu freier Bewegung. Eine Offenstallhaltung oder Laufstallhaltung mit Artgenossen kommt dem sozialen Naturell dieser Pferde entgegen. Boxenhaltung sollte stets durch täglichen Weidegang oder mehrstündige Bewegung ergänzt werden.

Die Fellpflege ist beim Quarter Horse unkompliziert. Das kurze, dichte Fell wird regelmäßig gebürstet, um Staub, lose Haare und abgestorbene Hautpartikel zu entfernen und die Durchblutung zu fördern. Hufe sollten täglich kontrolliert und ausgekratzt werden. Alle sechs bis acht Wochen empfiehlt sich ein Termin beim Hufschmied. Mähne und Schweif neigen bei gut bemuskelten Quarter Horses dazu, vergleichsweise dünn zu sein, weshalb sorgsames Verlesen dem Ausreißen vorzuziehen ist.

Geistige und körperliche Beschäftigung sind unverzichtbar. Quarter Horses blühen auf, wenn sie eine Aufgabe haben – ob Western-Reitsport, Trail-Ausritte, Bodenarbeit oder Rancharbeit.

Ernährung

Die Fütterung sollte auf hochwertigem Raufutter basieren: Heu und Gras bilden die Grundlage jeder Ration. Quarter Horses sind in der Regel gute Futterverwerter und neigen bei Überversorgung rasch zu Übergewicht. Die Kraftfuttergabe ist dem tatsächlichen Arbeitspensum anzupassen. Pferde mit leichter Arbeit kommen häufig mit Heu, Mineralfutter und einem geringen Anteil Hafer oder Müsli aus. Bei höherer