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Rautenpython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Morelia spilota spilota
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Morelia
  • Lebensraum: Gemäßigte Wälder, Küstenbuschland und Heidelandschaften im Südosten Australiens
  • Größe: 150–250 cm, selten bis 300 cm
  • Gewicht: 3–8 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Rautenpython verdankt seinen deutschen Namen dem auffälligen Zeichnungsmuster auf seiner Körperoberfläche. Auf einem dunkeloliven bis schwarzen Grundton heben sich gelbliche bis cremefarbene, rautenförmige Flecken ab, die über die gesamte Rückenseite verteilt sind. Die Flanken weisen häufig kleinere, unregelmäßige Flecken auf, während die Bauchseite heller gefärbt ist – meist gelblich-weiß bis cremefarben. Die einzelnen Schuppen sind glatt und besitzen einen leichten Glanz, der bei Lichteinfall sichtbar wird.

Der Kopf ist deutlich vom schlanken Hals abgesetzt und von dreieckiger Form. Wie bei allen Pythons sind an den Oberlippenschuppen (Labialschuppen) thermosensitive Grubenorgane vorhanden, mit denen die Schlange Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrnehmen kann. Die Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen, die auf die überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hindeuten. Der Körperbau ist kräftig, aber nicht so massig wie bei den großen Riesenschlangen der Gattungen Python oder Eunectes. Der Greifschwanz ist muskulös ausgebildet und dient als wichtiges Kletterwerkzeug.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rautenpythons beschränkt sich auf den Südosten Australiens. Die Unterart kommt in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria vor, wobei das Kerngebiet rund um das Großraum-Sydney sowie die Blue Mountains und die Küstenregionen südlich davon liegt. Damit bewohnt der Rautenpython eines der kühlsten Gebiete, die von Pythons besiedelt werden.

Als Habitat bevorzugt die Art lichte Eukalyptuswälder, Küstenbuschland (sogenanntes Heathland), felsige Hänge und gelegentlich auch Gärten und Parks in Siedlungsrandgebieten. Die Schlange nutzt Baumhöhlen, Felsspalten, hohle Baumstämme und Dachböden als Verstecke. In ihrem Biotop ist sie eng an Strukturen gebunden, die sowohl Klettermöglichkeiten als auch geeignete Tagesruheplätze bieten. Der Rautenpython ist eine der wenigen Python-Arten, die auch in Regionen mit regelmäßigen Nachtfrösten im Winter überleben können.

Ernährung

Der Rautenpython ist ein opportunistischer Lauerjäger. Sein Beutespektrum umfasst vor allem kleine bis mittelgroße Säugetiere wie Ratten, Mäuse, Possums und Fledermäuse. Daneben werden Vögel und deren Eier erbeutet, seltener auch Eidechsen. Die Jagd findet überwiegend in der Dämmerung und nachts statt. Die Schlange wartet an strategisch günstigen Stellen – etwa auf Ästen über Wildwechseln oder an Eingängen von Nistplätzen – auf vorbeikommende Beute.

Wie alle Pythons tötet der Rautenpython seine Beute durch Umschlingen und Konstriktion. Dabei wird das Beutetier mit einem schnellen Vorstoß gepackt und anschließend mit mehreren Körperschlingen umwickelt. Der Druck wird bei jedem Ausatmen des Beutetieres erhöht, bis dessen Kreislauf zum Stillstand kommt. Die Beute wird anschließend im Ganzen verschlungen, wobei der Unterkiefer durch dehnbare Bänder weit aufgesperrt werden kann.

Verhalten & Lebensweise

Der Rautenpython ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber an milden Tagen auch beim Sonnenbaden beobachtet werden. Die Art lebt einzelgängerisch; Individuen beanspruchen Streifgebiete, die sich mit denen von Artgenossen überlappen können, ohne dass es dabei zu aggressiven Auseinandersetzungen kommt – außer während der Paarungszeit.

Als semi-arboreal verbringt der Rautenpython viel Zeit in Bäumen und Sträuchern, bewegt sich aber ebenso am Boden fort. In den kühlen Wintermonaten (Juni bis August) hält die Art eine Winterruhe, bei der die Stoffwechselaktivität stark heruntergefahren wird. Die Schlangen ziehen sich dazu in frostgeschützte Verstecke wie tiefe Felsspalten oder isolierte Baumhöhlen zurück. Diese Phase der Inaktivität kann mehrere Monate andauern und ist zugleich ein wichtiger Stimulus für die anschließende Fortpflanzung.

Gegenüber dem Menschen verhält sich der Rautenpython in der Regel defensiv. Bei Bedrohung nimmt die Schlange eine S-förmige Drohstellung ein und kann zubeißen, ist aber nicht giftig.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im australischen Frühling, etwa im September und Oktober, kurz nach dem Ende der Winterruhe. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und nutzen dabei deren Pheromonspuren. Treffen mehrere Männchen aufeinander, kann es zu rituellen Kommentkämpfen kommen, bei denen die Rivalen ihre Körper umeinander winden und versuchen, den Kopf des Gegners zu Boden zu drücken.

Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen etwa zwei bis drei Monate später ein Gelege von 10 bis 25 Eiern ab. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in geschützten Hohlräumen. Das Weibchen betreibt aktive Brutpflege: Es umschlingt das Gelege und reguliert die Temperatur durch rhythmische Muskelkontraktionen (sogenanntes „Shivering"), um die Eier bei kühleren Außentemperaturen warmzuhalten. Diese Form der Thermoregulation ist bei Pythons weit verbreitet,