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Regenbrachvogel

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Watvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Numenius phaeopus
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
  • Gattung: Brachvögel (Numenius)
  • Lebensraum: Tundra, Moorlandschaften, Küsten, Wattflächen
  • Größe: 40–46 cm Körperlänge, Flügelspannweite 76–89 cm
  • Gewicht: 270–550 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 24 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Regenbrachvogel ist ein mittelgroßer Watvogel mit einem charakteristisch nach unten gebogenen Schnabel, der mit etwa 6–9 cm Länge deutlich kürzer ausfällt als der des nah verwandten Großen Brachvogels (Numenius arquata). Das Gefieder ist auf der Oberseite braun mit hellen Fleckenmustern, die eine gute Tarnung in offenen Landschaften bieten. Die Unterseite zeigt eine hellere, rahmweiße Färbung mit einer feinen braunen Strichelung, die an Brust und Flanken am deutlichsten ausgeprägt ist.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Großen Brachvogel ist der auffällige Kopfstreifenmuster: Der Regenbrachvogel trägt einen dunklen Scheitelstreifen, der beidseitig von hellen Überaugenstreifen eingefasst wird. Diese Kopfzeichnung fehlt beim Großen Brachvogel nahezu vollständig und ermöglicht auch auf größere Distanz eine sichere Artbestimmung. Die Beine sind graugrün gefärbt und relativ lang, wie es für Watvögel typisch ist. Im Flug zeigt sich ein weißlicher Keil auf dem Rücken, der jedoch weniger ausgeprägt ist als beim Großen Brachvogel.

Beide Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Weibchen sind im Durchschnitt geringfügig größer und besitzen einen etwas längeren Schnabel, doch diese Unterschiede sind im Feld selten zuverlässig erkennbar.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Regenbrachvogels erstreckt sich über weite Teile der nördlichen Paläarktis und Nearktis. Die Brutgebiete liegen in der subarktischen und borealen Zone – von Island und Skandinavien über Nordrussland bis nach Sibirien. In Nordamerika brütet die Unterart N. p. hudsonicus in Alaska und dem nordwestlichen Kanada. Insgesamt werden bis zu fünf Unterarten anerkannt, deren taxonomische Abgrenzung teilweise diskutiert wird.

Als Bruthabitat bevorzugt der Regenbrachvogel offene, baumlose oder baumarme Landschaften wie Zwergstrauchtundra, Hochmoore und Fjellheiden. Entscheidend ist eine niedrige Vegetationsstruktur, die gute Sichtverhältnisse zur Feindvermeidung bietet.

Außerhalb der Brutzeit hält sich die Art vorwiegend an Küsten auf. Wattflächen, Flussmündungen, Salzwiesen und felsige Küstenabschnitte dienen als Rastbiotope auf dem Zug und als Überwinterungshabitate. Die europäischen Populationen überwintern hauptsächlich an den Küsten West- und Südafrikas, teilweise auch im Mittelmeerraum. In Mitteleuropa tritt der Regenbrachvogel regelmäßig als Durchzügler auf, insbesondere an der Nordseeküste und im Wattenmeer.

Ernährung

Der Regenbrachvogel ernährt sich omnivor mit einem je nach Jahreszeit und Aufenthaltsort wechselnden Nahrungsspektrum. Im Brutgebiet stehen Insekten und deren Larven, Spinnen, Regenwürmer und kleine Schnecken auf dem Speiseplan. Der gebogene Schnabel eignet sich gut zum Stochern in weichem Boden und zum Herausziehen von Wirbellosen aus flachen Löchern.

Während des Zuges und im Winterquartier an den Küsten verschiebt sich die Nahrung hin zu Krebstieren, Muscheln und kleinen Krabben. Auch Beeren spielen zeitweise eine Rolle – insbesondere vor dem Herbstzug fressen Regenbrachvögel in den skandinavischen Brutgebieten große Mengen Krähenbeeren und Rauschbeeren, um Fettreserven für den Langstreckenflug aufzubauen.

Verhalten & Lebensweise

Der Regenbrachvogel ist ein ausgeprägter Langstreckenzieher. Einzelne Individuen legen auf dem Zug zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet Distanzen von über 10.000 Kilometern zurück. Der Herbstzug beginnt ab Juni mit dem Abzug der Altvögel; Jungvögel folgen einige Wochen später.

Außerhalb der Brutzeit ist die Art gesellig und bildet an günstigen Rastplätzen Trupps von mehreren Dutzend bis einigen Hundert Individuen, oft gemeinsam mit anderen Limikolen wie Alpenstrandläufern oder Pfuhlschnepfen. Am Schlafplatz können sich größere Ansammlungen einfinden. Während der Brutzeit verhält sich das Paar hingegen territorial und verteidigt ein Revier gegen Artgenossen.

Der Flugruf – eine rasche, trillerartige Folge von gleichmäßigen Pfeiftönen auf einer Tonhöhe – ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal im Feld und unterscheidet den Regenbrachvogel akustisch deutlich vom Großen Brachvogel, dessen Ruf melodischer und aufsteigend klingt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Balz findet im Brutrevier statt und umfasst auffällige Singflüge des Männchens, bei denen es in wellenförmigem Flug über das Revier streicht und seinen trillernden Gesang vorträgt. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, die spärlich mit Pflanzenmaterial ausgepolstert wird.

Das Gelege besteht in der Regel aus vier olivgrünen bis bräunlichen Eiern mit dunklen Flecken. Beide Altvögel brüten abwechselnd über einen Zeitraum von etwa 27–28 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen die Nestmulde