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Reithose

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Sport & Training > Reitausrüstung

Definition und Überblick

Die Reithose ist ein speziell für das Reiten entwickeltes Beinkleid, das sich durch ihre körpernahe Passform, elastische Materialien und verstärkte Bereiche von gewöhnlichen Hosen unterscheidet. Sie gehört zur grundlegenden Reitausrüstung und dient dazu, dem Reiter einen sicheren, rutschfesten Sitz im Sattel zu ermöglichen, Scheuerstellen zu vermeiden und die Bewegungsfreiheit im Sattel nicht einzuschränken. Ob im Dressursattel, beim Springreiten oder auf dem Ausritt ins Gelände – die Reithose ist für nahezu jede Reitdisziplin ein unverzichtbares Ausrüstungsstück.

Geschichte und Entwicklung

Historisch betrachtet reicht die Geschichte der Reithose bis ins Mittelalter zurück, als Reiter bereits eng anliegende Beinlinge trugen, um im Sattel besseren Halt zu finden. Im 18. und 19. Jahrhundert etablierten sich die klassischen Breeches – kniehohe Reithosen, die in Kombination mit hohen Reitstiefeln getragen wurden. Diese Form prägte das Bild der Reitkleidung über Generationen hinweg.

Mit dem Aufkommen synthetischer Fasern und elastischer Gewebe in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Reithose grundlegend. Moderne Reithosen bestehen aus Mischgeweben mit hohem Stretchanteil, die sich dem Körper anpassen und gleichzeitig formstabil bleiben. Die Entwicklung von Silikonbesätzen und Grip-Technologien hat die Funktionalität in den letzten Jahrzehnten nochmals deutlich gesteigert.

Materialien und Verarbeitung

Hochwertige Reithosen werden aus Materialmischungen gefertigt, die mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen müssen: Elastizität, Strapazierfähigkeit, Atmungsaktivität und ein angenehmes Tragegefühl. Gängige Zusammensetzungen bestehen aus:

  • Baumwolle – sorgt für ein natürliches Hautgefühl und gute Feuchtigkeitsaufnahme
  • Polyester – erhöht die Formbeständigkeit und Trocknung
  • Elasthan (Spandex) – liefert die nötige Dehnbarkeit für Bewegungen im Sattel
  • Polyamid (Nylon) – steigert die Abriebfestigkeit, besonders an beanspruchten Stellen

Im Innenbeinbereich, also an jenen Stellen, die am stärksten mit dem Sattel und den Schweißblättern in Kontakt kommen, verfügen Reithosen über einen sogenannten Besatz. Dieser Besatz kann aus Leder, Kunstleder, Mikrofaser oder Silikon bestehen und verhindert ein Rutschen im Sattel. Die Verarbeitung der Nähte spielt ebenfalls eine zentrale Rolle: Flachnähte minimieren Druckstellen und Reibung auf der Haut, was insbesondere bei mehrstündigen Ritten von Bedeutung ist.

Besatzarten

Die Art des Besatzes ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Reithosen. Es gibt drei Haupttypen:

  • Kniebesatz (Kniepatch) – Der Besatz befindet sich nur im Kniebereich. Diese Variante ist besonders bei Springreitern beliebt, da sie im Leichttraben und bei verkürzten Bügeln ausreichend Halt bietet, gleichzeitig aber mehr Bewegungsfreiheit im Oberschenkel lässt.
  • Vollbesatz – Der Besatz erstreckt sich über die gesamte Innenbeinseite vom Gesäß bis zum Knie. Dressurreiter bevorzugen den Vollbesatz, weil er eine durchgehende Kontaktfläche zum Sattel schafft und das tiefe Einsitzen mit langem Bein unterstützt.
  • Silikonbesatz (Grip) – Sowohl als Knie- als auch als Vollbesatz erhältlich, bietet Silikon den stärksten Halt im Sattel. Silikonapplikationen werden als Punkte, Streifen oder flächig aufgebracht und sind mittlerweile der am weitesten verbreitete Besatztyp.

Passform und Bundformen

Die Passform einer Reithose entscheidet maßgeblich über den Komfort beim Reiten. Eine gut sitzende Hose liegt eng am Bein an, ohne einzuengen, und bildet keine Falten im Sattelbereich. Falten im Stoff können Druckstellen verursachen – sowohl beim Reiter als auch beim Pferd.

Beim Bund unterscheidet man zwischen verschiedenen Varianten:

  • Hoher Bund – reicht über den Bauchnabel hinaus und bietet sicheren Halt, auch ohne Gürtel. Besonders bei Turnieren und in der Dressur verbreitet.
  • Mittlerer Bund – ein Kompromiss aus Tragekomfort und Sitz, geeignet für Training und Freizeit.
  • Tiefer Bund (Low-Waist) – sitzt auf der Hüfte und wird vor allem für den legeren Reitgebrauch gewählt.

Viele moderne Reithosen verzichten auf einen herkömmlichen Reißverschluss-Hosenschlitz und verwenden stattdessen einen elastischen Zugbund oder seitliche Klettverschlüsse, um Druckstellen im Sattel zu vermeiden.

Turnier- und Freizeitreithosen

Für Reitturniere gelten je nach Verband und Disziplin bestimmte Kleidervorschriften. Turnierreithosen sind in der Regel weiß, cremefarben oder hellbeige gehalten und weisen eine besonders gepflegte Optik auf. Sie sind häufig aus etwas festerem Stoff gefertigt, um eine glatte Silhouette zu erzeugen. Einfassungen, dezente Stickereien und Strass-Applikationen sind je nach Reglement zulässig.

Freizeitreithosen bieten hingegen mehr Spielraum bei Farben und Mustern. Dunklere Farbtöne wie Schwarz, Dunkelblau oder Braun sind beim täglichen Training und auf Ausritten praktischer, da sie weniger schmutzempfindlich sind. Einige Hersteller bieten auch Reitleggings an – eine besonders leichte und flexible Variante ohne klassischen Hosenschnitt, die sich vor allem im Freizeitbereich wachsender Beliebtheit erfreut.

Pflege und Haltbarkeit

Reithosen sind durch den ständigen Kontakt mit Sattel, Schweiß und Stallstaub ho