Ringdrossel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Turdus torquatus
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Drosseln (Turdidae)
- Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
- Lebensraum: Subalpine und alpine Zonen, Gebirgswälder, Hochmoore, skandinavische Fjellgebiete
- Größe: 23–24 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 38–42 cm
- Gewicht: 90–138 g
- Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Ringdrossel ist eine mittelgroße Vertreterin der Familie der Drosseln und in ihrer Gestalt der nah verwandten Amsel (Turdus merula) sehr ähnlich. Das auffälligste Merkmal, dem die Art ihren deutschen Namen verdankt, ist ein halbmondförmiges, weißes Brustband, das sich deutlich vom übrigen Gefieder abhebt. Beim Männchen ist dieses Band besonders kontrastreich ausgeprägt und scharf begrenzt, während es beim Weibchen schmaler ausfällt und eher bräunlich-weiß getönt ist.
Das Gefieder des Männchens ist insgesamt rußschwarz bis schwarzbraun, wobei die Federränder an Flanken und Unterseite helle, schuppig wirkende Säume aufweisen. Weibchen zeigen ein insgesamt matteres, dunkelbraunes Federkleid mit stärker ausgeprägter Schuppung. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern dunkel mit einer gelblichen Basis, die im Brutkleid deutlicher hervortritt. Die Beine sind dunkelbraun. Jungvögel ähneln den Weibchen, das Brustband fehlt zunächst oder ist nur angedeutet und entwickelt sich erst im ersten Lebensjahr vollständig.
Es werden drei Unterarten unterschieden: Die Nominatform Turdus torquatus torquatus bewohnt Skandinavien und die Britischen Inseln, T. t. alpestris ist in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas verbreitet und T. t. amicorum kommt im Kaukasus und in Teilen Vorderasiens vor. Die mitteleuropäische Unterart alpestris zeigt im Vergleich zur Nominatform breitere helle Federsäume, was dem Gefieder ein insgesamt helleres Erscheinungsbild verleiht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Ringdrossel erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. In Nordeuropa besiedelt sie die Fjell- und Birkenwaldzonen Skandinaviens von Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.400 Metern. In Mitteleuropa ist sie dagegen ein typischer Gebirgsvogel und brütet vorwiegend in den Alpen, den Karpaten, dem Schwarzwald, den Vogesen und vereinzelt auch in anderen Mittelgebirgen. In den Alpen liegt das bevorzugte Bruthabitat zwischen 1.200 und 2.200 Metern Höhe.
Die Art bevorzugt als Biotop die Übergangszone zwischen geschlossenem Bergwald und offener alpiner Rasenlandschaft – die sogenannte Kampfzone der Baumgrenze. Lichte Fichten- und Lärchenwälder, Zwergstrauchheiden mit Alpenrosen und Wacholder sowie Latschenfelder bilden typische Habitate. Entscheidend ist das Vorhandensein von Bäumen oder hohen Sträuchern als Nistplätze in Kombination mit offenen Flächen zur Nahrungssuche.
Die Ringdrossel ist ein Zugvogel. Die mitteleuropäischen Populationen überwintern hauptsächlich im westlichen Mittelmeerraum, insbesondere in Nordafrika (Atlasgebirge), Südspanien und Südfrankreich. Der Frühjahrszug erfolgt ab Ende März, der Herbstzug beginnt im September. Während der Zugzeiten können Ringdrosseln auch im Tiefland beobachtet werden, etwa auf Äckern und in Heckenlandschaften.
Ernährung
Die Nahrung der Ringdrossel setzt sich je nach Jahreszeit unterschiedlich zusammen. Während der Brutzeit dominiert tierische Kost: Regenwürmer, Insekten und deren Larven, Schnecken und Spinnen bilden die Hauptnahrung. Die Vögel suchen ihre Beute überwiegend am Boden, wo sie mit typischem Drosselverhalten über kurze Strecken hüpfen, innehalten und lauschen, bevor sie gezielt zupacken.
Im Spätsommer und Herbst gewinnen Beeren zunehmend an Bedeutung. Heidelbeeren, Wacholderbeeren, Vogelbeeren und Ebereschenfrüchte stellen dann wichtige Energiequellen dar, insbesondere zur Vorbereitung auf den Zug. In den Überwinterungsgebieten ernähren sich Ringdrosseln ebenfalls stark von Beerenfrüchten, unter anderem von Oliven und Wacholderbeeren.
Verhalten & Lebensweise
Ringdrosseln sind tagaktive Vögel mit einem ausgeprägten Revierverhalten während der Brutzeit. Das Männchen markiert sein Revier durch Gesang, den es bevorzugt von exponierten Singwarten wie Baumspitzen, Felsen oder Dachfirsten von Almhütten vorträgt. Der Gesang besteht aus kurzen, melancholisch klingenden Strophen mit flötenden Elementen, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Im Vergleich zum Amselgesang wirkt er eintöniger und weniger melodisch.
Außerhalb der Brutzeit zeigt die Art ein geselligeres Verhalten. Auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten bilden sich lockere Trupps, die gemeinsam Nahrungsflächen aufsuchen. Die Vögel sind insgesamt scheuer und zurückhaltender als Amseln und halten in der Regel größere Fluchtdistanzen gegenüber dem Menschen ein.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet, typischerweise im April oder Mai. Das Männchen lockt das Weibchen durch intensiven Reviergesang und Balzflüge, bei denen es mit gespreiztem Schwanz und angelegtem Gefieder von Baum zu Baum gleitet. Ringdrosseln führen eine monogame Saisonehe.
Das Nest wird bevorzugt in Nadelbäumen –