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Rotdrossel

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Tierart – Vögel > Singvögel – Drosseln & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Turdus iliacus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Drosseln (Turdidae)
  • Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
  • Lebensraum: Birkenwälder, Nadelwälder, Parklandschaften in nordischen Regionen
  • Größe: 19–23 cm Körperlänge
  • Gewicht: 50–75 g
  • Flügelspannweite: 33–35 cm
  • Lebenserwartung: Bis zu 19 Jahre (Beringungsnachweis), typisch 2–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotdrossel ist die kleinste der in Europa regelmäßig vorkommenden Drosselarten und auf den ersten Blick leicht mit der Singdrossel (Turdus philomelos) zu verwechseln. Die Oberseite ist einheitlich olivbraun gefärbt. Die Unterseite zeigt eine helle, rahmweiße Grundfärbung mit dunkelbraunen Längsstreifen und Flecken, die vor allem auf der Brust deutlich hervortreten.

Das namensgebende Merkmal sind die rostrot gefärbten Flanken und Unterflügeldecken, die besonders im Flug gut sichtbar werden. Ein weiteres zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Singdrossel ist der markante, cremeweiße Überaugenstreif, der sich vom Schnabelansatz bis hinter das Auge zieht. Darunter verläuft ein dunkler Zügelstreif. Der Schnabel ist dunkelbraun mit gelblicher Basis am Unterschnabel, die Beine sind fleischfarben bis bräunlich.

Männchen und Weibchen gleichen sich im Gefieder weitgehend, wobei Männchen tendenziell etwas kontrastreicher gezeichnet sind. Jungvögel ähneln den adulten Tieren, zeigen jedoch eine etwas stärker gefleckte Oberseite und weniger intensives Rostrot an den Flanken.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rotdrossel erstreckt sich über die boreale und subarktische Zone der Paläarktis. Die Brutgebiete liegen in Skandinavien, Island, Schottland, dem Baltikum sowie quer durch Russland bis nach Ostsibirien. Auf Island brütet die Unterart Turdus iliacus coburni, die etwas größer und dunkler gefärbt ist als die Nominatform.

Als Habitat bevorzugt die Rotdrossel im Brutgebiet lichte Birkenwälder, Mischwälder mit dichtem Unterholz, feuchte Erlenbrüche sowie die Übergangszone zwischen Wald und Tundra. In Island und Teilen Schottlands besiedelt sie auch Gärten und niedrige Gebüschlandschaften.

Die Rotdrossel ist ein ausgeprägter Zugvogel. Die europäischen Populationen überwintern in West- und Südwesteuropa – von den Britischen Inseln über Frankreich bis zur Iberischen Halbinsel und in den Mittelmeerraum. In Mitteleuropa, also auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, tritt sie als regelmäßiger Durchzügler und Wintergast auf, brütet dort aber nicht. Die sibirischen Populationen ziehen nach Südwestasien, in den Iran und bis nach Nordafrika.

Ernährung

Die Rotdrossel ernährt sich opportunistisch und zeigt ein je nach Jahreszeit wechselndes Nahrungsspektrum. Während der Brutzeit stehen tierische Nahrungsquellen im Vordergrund: Regenwürmer, Insekten und deren Larven, Schnecken und andere wirbellose Tiere werden am Boden gesucht. Dabei bewegt sich die Rotdrossel in der für Drosseln typischen Weise – einige schnelle Schritte, kurzes Verharren, dann ein gezielter Stoß mit dem Schnabel ins Erdreich oder Laub.

Im Herbst und Winter gewinnen Beeren und Früchte an Bedeutung. Vogelbeeren (Früchte der Eberesche), Wacholderbeeren, Holunderbeeren und Weißdornfrüchte bilden die Hauptnahrung auf dem Zug und im Winterquartier. Die Verfügbarkeit von Beerenbeständen beeinflusst die Zugbewegungen erheblich – in Jahren mit guter Beerenmast können Rotdrosseln weiter nördlich überwintern als üblich.

Verhalten & Lebensweise

Außerhalb der Brutzeit ist die Rotdrossel ein ausgesprochen geselliger Vogel. Sie bildet auf dem Zug und im Winterquartier oft große Schwärme, häufig vergesellschaftet mit Wacholderdrosseln (Turdus pilaris), Singdrosseln und Staren. Schlafplatzgemeinschaften in Gebüschen und Hecken können mehrere tausend Individuen umfassen.

Der Zug findet überwiegend nachts statt. In klaren Herbstnächten sind die charakteristischen, dünnen „ziih"-Rufe ziehender Rotdrosseln über weiten Teilen Mitteleuropas zu hören – ein typischer Laut des herbstlichen Nachtzugs. Tagsüber rasten die Vögel in Hecken, an Waldrändern oder auf Beerensträuchern, um ihre Fettreserven aufzufüllen.

Der Gesang des Männchens besteht aus einer kurzen, variablen Strophe, die mit einigen klaren, flötenden Tönen beginnt und in ein leises, schwätzendes Gezwitscher übergeht. Regional gibt es deutliche Gesangsdialekte – Populationen in verschiedenen Tälern Norwegens oder Islands singen nachweislich unterschiedliche Varianten der Hauptstrophe.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juli. Rotdrosseln brüten häufig in lockeren Kolonien, wobei die Nester in geringen Abständen zueinander angelegt werden können – ein Verhalten, das bei Drosseln sonst selten vorkommt. Das Nest wird in niedrigen Büschen, auf Baumstümpfen, in Bodennähe an Böschungen oder gelegentlich direkt am Boden errichtet. Es besteht aus Grashalmen, Moos und Zweigen, ausgekleidet mit einer Schicht aus Schlamm und feinem Pflanzenmaterial.

Das Gelege umfasst in der Regel vier bis sechs Eier, die blaugrün gefärbt sind und rotbraune Flecken tragen. Die Brutdauer beträgt 12–13 Tage. Beide Altvögel f