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Rotschwanzboa

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Boa constrictor constrictor
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Boas (Boidae)
  • Gattung: Boa
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Savannen und Halbwüsten Süd- und Mittelamerikas
  • Größe: 200–300 cm, selten bis 400 cm
  • Gewicht: 10–25 kg, große Weibchen gelegentlich über 30 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre, in Gefangenschaft bis über 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotschwanzboa ist eine kräftig gebaute Riesenschlange mit einem massigen, muskulösen Körper und einem deutlich vom Rumpf abgesetzten, breiten Kopf. Die Grundfärbung variiert je nach Herkunft zwischen Hellbraun, Graubraun und Silbergrau. Entlang des Rückens verläuft ein Muster aus großen, sattelförmigen Flecken, die als Dorsalsättel bezeichnet werden. Diese sind auf dem vorderen Körperabschnitt meist braun oder dunkelbraun gefärbt und werden zum Schwanzende hin zunehmend rötlich bis tiefrot – ein Merkmal, dem die Art ihren deutschen Namen verdankt.

Die Schuppen der Rotschwanzboa sind glatt und weisen je nach Lichteinfall einen leichten, irisierenden Schimmer auf, der durch Mikrostrukturen auf der Schuppenoberfläche entsteht. Am Kopf befinden sich deutlich sichtbare Labialgruben, die als Thermorezeptoren dienen und der Schlange ermöglichen, die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrzunehmen. Die Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen, typisch für eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. Im Vergleich zu anderen Unterarten der Abgottschlange (Boa constrictor) zeichnet sich die Rotschwanzboa durch eine intensivere Rotfärbung des Schwanzendes und eine in der Regel größere Körperlänge aus.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rotschwanzboa erstreckt sich über weite Teile des nördlichen und zentralen Südamerikas. Populationen finden sich in Brasilien, Surinam, Guyana, Venezuela, Peru, Kolumbien und Trinidad. Die Art besiedelt vorwiegend tropische Tieflandregenwälder, kommt aber auch in Galeriewäldern, feuchten Savannen und an Waldrändern vor.

Innerhalb ihres Habitats bevorzugt die Rotschwanzboa Bereiche mit dichter Vegetation und guter Deckung. Junge Tiere halten sich häufig in Bäumen und Sträuchern auf, während ausgewachsene Exemplare aufgrund ihres Gewichts zunehmend bodenbewohnend leben. Gewässernähe wird oft bevorzugt, da sich dort Beutetiere konzentrieren und die hohe Luftfeuchtigkeit den physiologischen Anforderungen der Schlange entgegenkommt. Das Biotop umfasst dabei sowohl primäre als auch sekundäre Waldformationen; selbst in der Nähe menschlicher Siedlungen werden Rotschwanzboas gelegentlich angetroffen.

Ernährung

Rotschwanzboas sind opportunistische Raubtiere und ernähren sich von einem breiten Spektrum an Wirbeltieren. Zu den Hauptbeutetieren zählen kleine bis mittelgroße Säugetiere wie Ratten, Mäuse, Opossums und Agutis. Daneben werden Vögel, Eidechsen und gelegentlich auch Fledermäuse erbeutet. Die Jagd erfolgt vorwiegend aus dem Hinterhalt: Die Schlange verharrt regungslos an einem geeigneten Lauerplatz und schlägt blitzschnell zu, sobald ein Beutetier in Reichweite kommt.

Nach dem Zubeißen umschlingt die Boa ihre Beute in mehreren Körperwindungen und übt mit jeder Ausatmung des Opfers zunehmenden Druck aus. Dieser als Konstriktion bezeichnete Tötungsmechanismus führt innerhalb weniger Minuten zum Kreislaufstillstand der Beute. Neuere Studien legen nahe, dass nicht primär die Unterbindung der Atmung, sondern der Zusammenbruch des Blutkreislaufs den Tod verursacht. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen, wobei der dehnbare Unterkiefer und die elastischen Bänder des Schädels ein Hinunterschlingen von Beutetieren ermöglichen, die den Kopfdurchmesser der Schlange deutlich übersteigen.

Verhalten & Lebensweise

Die Rotschwanzboa lebt solitär. Außerhalb der Paarungszeit meiden die Tiere den Kontakt zu Artgenossen. Das Aktivitätsmuster ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei insbesondere in den kühleren Monaten auch tagsüber Aktivität beobachtet wird. Tagsüber ruhen die Schlangen in Baumhöhlen, unter Wurzeln, in Termitenhügeln oder zwischen dichtem Blattwerk.

Rotschwanzboas sind gute Kletterer und Schwimmer, auch wenn adulte Tiere bevorzugt am Boden jagen. Bei Bedrohung rollen sie sich zusammen und können zischende Warnlaute von sich geben. Bisse zur Verteidigung kommen vor, sind aber meist die letzte Reaktion. Die Art gilt im Vergleich zu vielen anderen Boidae als verhältnismäßig ruhig im Temperament, was zu ihrer weiten Verbreitung in der Terraristik beigetragen hat.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Trockenzeit des jeweiligen Verbreitungsgebiets. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen über Pheromone und führen eine für Boas typische Balz durch, bei der sie mit ihren Afterspornen – rudimentären Überresten der Hinterextremitäten – die Flanken des Weibchens stimulieren. Mehrere Männchen können gleichzeitig um ein Weibchen konkurrieren, wobei es zu Verdrängungskämpfen kommen kann.

Die Rotschwanzboa ist ovovivipar, das heißt, die Eier werden im Körper des Weibchens ausgebrütet und die Jungtiere lebend geboren. Die Tragzeit beträgt etwa f