Rottweiler
RRassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde
Steckbrief
- Herkunft: Deutschland (Region Rottweil, Baden-Württemberg)
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen; Sektion 2.1 – Molossoide, doggenartige Hunde
- FCI-Standard Nr.: 147
- Größe: Rüden 61–68 cm, Hündinnen 56–63 cm (Widerristhöhe)
- Gewicht: Rüden ca. 50–60 kg, Hündinnen ca. 35–48 kg
- Lebenserwartung: 8–10 Jahre
- Fell: Stockhaar – kurz, dicht anliegend, derb mit dichter Unterwolle
- Farben: Schwarz mit klar abgegrenzten rotbraunen Abzeichen (Brand) an Fang, Wangen, Brust, Läufen und über den Augen
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des Rottweilers reicht weit zurück. Seine Vorfahren waren römische Treibhunde, die mit den Legionen über die Alpen nach Germanien gelangten. In der schwäbischen Handelsstadt Rottweil entwickelten sich diese Hunde über Jahrhunderte zu unverzichtbaren Arbeitstieren der Metzger und Viehhändler. Sie trieben Rinder auf den Markt, bewachten den Erlös ihrer Besitzer und zogen schwere Karren – weshalb der Rottweiler lange als „Rottweiler Metzgerhund" bekannt war.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Verbot des Viehtreibens durch Hunde ging der Bestand der Rasse Ende des 19. Jahrhunderts drastisch zurück. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte der Rottweiler eine Renaissance, als sein Potenzial als Polizei- und Schutzhund erkannt wurde. 1910 wurde er offiziell als Polizeihund anerkannt. Der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub (ADRK) wurde 1921 gegründet und ist bis heute der maßgebliche Zuchtverband für die Rasse in Deutschland. Der ADRK legt strengste Zuchtstandards an und verfolgt das Ziel, gesunde, wesensfeste Hunde zu züchten, die dem FCI-Rassestandard in vollem Umfang entsprechen.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, kräftiger Hund von kompakter, muskulöser Statur. Sein Körperbau vermittelt Stärke, Ausdauer und Wendigkeit, ohne dabei plump zu wirken. Das Verhältnis von Rumpflänge zu Widerristhöhe beträgt laut Rassestandard idealerweise etwa 15:10 – der Hund ist also geringfügig länger als hoch.
Der breite Kopf mit dem kräftigen Oberkiefer und dem ausgeprägten Stop ist ein charakteristisches Merkmal. Die mittelgroßen, mandelförmigen Augen sind dunkelbraun und verleihen dem Rottweiler einen aufmerksamen, ruhigen Ausdruck. Die dreieckigen Hängeohren sind hoch angesetzt und liegen eng am Kopf an, wodurch der Schädel optisch noch breiter erscheint.
Das Stockhaar besteht aus einer derben, mittellangen Deckschicht und einer dichten Unterwolle, die vor Witterungseinflüssen schützt. Die einzig anerkannte Farbkombination ist Schwarz mit klar abgesetzten rotbraunen Abzeichen – dem sogenannten Brand. Dieser findet sich symmetrisch über den Augen, an den Wangen, am Fang, an der Unterseite des Halses, an der Brust, an den Läufen und unter der Schwanzwurzel.
Charakter & Wesen
Der Rottweiler ist ein Hund mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein und einer tiefen Bindung an seine Bezugspersonen. Er gilt als treu, aufmerksam und wachsam, ohne dabei grundlos nervös oder aggressiv zu sein. Gut sozialisierte Rottweiler sind ausgeglichen, gelassen und besitzen eine hohe Reizschwelle. Sie beobachten ihre Umgebung genau und reagieren besonnen – Eigenschaften, die sie zu hervorragenden Schutzhunden machen.
Hinter der imposanten Erscheinung verbirgt sich häufig ein überraschend verspielter und anhänglicher Familienhund, der die Nähe seiner Menschen sucht. Rottweiler sind intelligent, lernwillig und arbeitsfreudig. Sie benötigen eine konsequente, aber faire Erziehung durch erfahrene Halter. Ein unsicher geführter oder vernachlässigter Rottweiler kann problematisches Verhalten entwickeln – nicht weil die Rasse von Natur aus schwierig ist, sondern weil sein Potenzial in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss.
Gegenüber Fremden zeigt er sich zunächst reserviert und abwartend. Kindern gegenüber ist ein gut sozialisierter Rottweiler geduldig und beschützend, dennoch sollte das Zusammenspiel von Kindern und einem derart kräftigen Hund stets beaufsichtigt werden.
Haltung & Pflege
Der Rottweiler ist kein Hund für eine beengte Stadtwohnung. Er braucht ausreichend Platz, idealerweise ein Haus mit eingezäuntem Garten. Mindestens ebenso wichtig wie Platz ist regelmäßiger Auslauf – zwei bis drei ausgedehnte Spaziergänge täglich sind Pflicht, ergänzt durch geistige Beschäftigung. Fährtenarbeit, Obedience, Schutzhundesport (VPG/IPO) oder Zughundearbeit fordern den Rottweiler körperlich und mental und stärken die Bindung zum Halter.
Die Fellpflege ist vergleichsweise unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa ein- bis zweimal pro Woche – genügt, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haart der Rottweiler stärker und sollte häufiger gebürstet werden. Krallen, Ohren und Zähne sind regelmäßig zu kontrollieren.
In mehreren deutschen Bundesländern sowie in einigen europäischen Ländern steht der Rottweiler auf der Liste der als gefährlich eingestuften Hunderassen. Halter sollten sich vor der Anschaffung über die jeweiligen gesetzlichen Auflagen – Sachkundenachweis, Wesenstest, Leinenpflicht, Versicherungspflicht – umfassend informieren.