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Sandboa

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eryx (Daudin, 1803) – mehrere Arten, z. B. Eryx jaculus (Westliche Sandboa), Eryx johnii (Indische Sandboa), Eryx miliaris (Russische Sandboa)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Riesenschlangen (Boidae)
  • Unterfamilie: Sandboas (Erycinae)
  • Lebensraum: Trockene Steppen, Halbwüsten, Sandwüsten, steinige Trockengebiete
  • Größe: 30–80 cm je nach Art, selten bis 100 cm
  • Gewicht: 70–300 g
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Sandboas sind gedrungene, kräftig gebaute Schlangen mit einem zylindrischen Körper und einem auffallend kurzen, stumpf endenden Schwanz. Der Kopf ist klein, kaum vom Hals abgesetzt und keilförmig – eine Anpassung an das grabende Leben im lockeren Substrat. Die Augen sind klein und nach oben gerichtet, was es den Tieren ermöglicht, auch bei teilweiser Eingrabung ihre Umgebung zu beobachten. Die Nasenlöcher liegen ebenfalls dorsal, also auf der Oberseite des Kopfes, und können durch Klappen verschlossen werden, um das Eindringen von Sand zu verhindern.

Die Beschuppung ist glatt bis leicht gekielt, je nach Art. Die Grundfärbung variiert zwischen gelblich, sandfarben, graubraun und rötlich, überlagert von dunkleren Flecken, Bändern oder unregelmäßigen Zeichnungen. Diese kryptische Färbung dient der Tarnung im Lebensraum. Wie alle Boidae besitzen Sandboas rudimentäre Beckenknochen und kleine Aftersporne – Überreste einer einstigen Hintergliedmaßenanlage. Diese Sporne sind bei Männchen in der Regel stärker ausgeprägt als bei Weibchen und spielen bei der Paarung eine Rolle.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Eryx erstreckt sich von Südosteuropa über Zentralasien bis nach Nordafrika und auf den indischen Subkontinent. Die Westliche Sandboa (Eryx jaculus) kommt in Teilen des Balkans, der Türkei, des Nahen Ostens und Nordafrikas vor. Die Russische Sandboa (Eryx miliaris) bewohnt die Steppen und Halbwüsten Zentralasiens von der Kaspischen Region bis nach Westchina. Die Indische Sandboa (Eryx johnii) ist auf dem indischen Subkontinent verbreitet.

Als typisches Habitat dienen trockene, sandige oder lehmige Böden in Steppen, Halbwüsten und Wüstenrandgebieten. Sandboas bevorzugen lockeres Substrat, in das sie sich rasch eingraben können. Gelegentlich werden sie auch in Kulturlandschaften, auf Ackerflächen oder in der Nähe menschlicher Siedlungen angetroffen, sofern geeignetes Biotop vorhanden ist. Steinige Flächen, trockene Flussbetten und spärlich bewachsene Ebenen gehören ebenfalls zum genutzten Lebensraum.

Ernährung

Sandboas sind Lauerjäger, die ihre Beute aus dem Verborgenen überwältigen. In der Regel liegen sie knapp unter der Substratoberfläche verborgen und warten, bis ein geeignetes Beutetier in Reichweite kommt. Zur Nahrung gehören kleine Säugetiere wie Mäuse, Wühlmäuse und junge Ratten sowie Eidechsen und gelegentlich andere kleine Schlangen. Junge Sandboas fressen überwiegend Insekten und kleine Eidechsen.

Die Beute wird durch schnelles Zupacken ergriffen und anschließend durch Umschlingen erstickt – ein für Riesenschlangen typisches Tötungsverhalten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt, wie bei allen Schlangen, durch Verschlingen des ganzen Beutetiers. Dank der dehnbaren Kiefer- und Schädelknochen können Sandboas Beute aufnehmen, die deutlich breiter ist als ihr eigener Kopf.

Verhalten & Lebensweise

Sandboas sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich eingegraben im Sand oder unter Steinen, Holzstücken oder in Nagerbauten. Bei moderaten Temperaturen in den Übergangsmonaten können sie gelegentlich auch tagsüber aktiv sein. In kühleren Regionen ihres Verbreitungsgebiets halten Sandboas eine mehrmonatige Winterruhe, die je nach Breitengrad von Oktober bis März dauern kann.

Die Fortbewegung erfolgt sowohl an der Oberfläche als auch unterirdisch durch seitliches Schlängeln und eine Art Grabschwimmen durch lockeres Substrat. Sandboas sind Einzelgänger ohne feste Reviere. Sie zeigen kein Territorialverhalten im eigentlichen Sinn, nutzen aber individuelle Ruheplätze über längere Zeiträume. Gegenüber potenziellen Fressfeinden – darunter Greifvögel, Warane und größere Schlangen – reagieren sie mit Einrollen und Verbergen des Kopfes, seltener mit Abwehrbissen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Sandboas sind ovovivipar, das heißt, die Eier werden im Körper des Weibchens ausgetragen und die Jungtiere kommen lebend zur Welt. Die Paarung findet in den meisten Verbreitungsgebieten im Frühjahr nach der Winterruhe statt. Männchen setzen ihre Aftersporne während der Balz ein, um das Weibchen taktil zu stimulieren. In einigen Populationen kommt es zu Rivalenkämpfen zwischen Männchen, bei denen die Kontrahenten ihre Körper umeinander winden.

Die Tragzeit beträgt je nach Art und Umgebungstemperatur etwa drei bis fünf Monate. Ein Wurf umfasst zwischen 5 und 20 Jungtiere, die bei der Geburt 12–20 cm lang sind und sofort selbstständig leben. Eine elterliche Fürsorge findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird bei den