Satteldecke
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Definition und Überblick
Die Satteldecke ist ein textiles Flächenstück, das zwischen Sattel und Pferderücken gelegt wird. Sie gehört zur grundlegenden Reitausrüstung und erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie schützt den Pferderücken vor Druck und Reibung, nimmt Schweiß auf, verhindert eine direkte Verschmutzung des Sattels durch Pferdeschweiß und Haare und kann darüber hinaus als gestalterisches Element dienen. In der Praxis werden die Begriffe Satteldecke, Schabracke und Sattelunterlage häufig synonym verwendet, obwohl es technische Unterschiede gibt. Während die Satteldecke in der Regel der Sattelform angepasst ist, reicht die Schabracke über die Sattelkante hinaus und zeigt einen sichtbaren Rand unterhalb des Sattels.
Abgrenzung: Satteldecke, Schabracke und Sattelpad
Die anatomisch geschnittene Satteldecke folgt exakt der Kontur des jeweiligen Satteltyps – ob Dressursattel, Springsattel oder Vielseitigkeitssattel. Sie liegt eng an und ragt nur minimal unter dem Sattel hervor. Die Schabracke hingegen ist großflächiger geschnitten, meist rechteckig oder leicht abgerundet, und lässt unterhalb der Sattelblätter einen breiten Stoffrand sichtbar. Dieser Rand bietet Platz für Logos, Stickereien oder Turniernummern. Ein Sattelpad wiederum ist dicker gepolstert und wird entweder als Ersatz oder als Ergänzung zur Satteldecke eingesetzt, um Druckstellen auszugleichen oder einen schlecht sitzenden Sattel zu korrigieren – wobei ein Pad niemals einen professionellen Sattelanpassung durch den Sattler ersetzen sollte.
Materialien und ihre Eigenschaften
Die Wahl des Materials beeinflusst Funktionalität, Tragekomfort für das Pferd und Pflegeaufwand erheblich. Gängige Materialien sind:
- Baumwolle: Atmungsaktiv, saugfähig, hautfreundlich und bei hohen Temperaturen waschbar. Baumwollsatteldecken sind weit verbreitet und eignen sich für den täglichen Gebrauch. Sie trocknen allerdings langsamer als Kunstfasern.
- Lammfell (Schaffell): Hervorragende Druckverteilung und Stoßdämpfung. Lammfell wirkt temperaturausgleichend – es wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Die Pflege ist aufwendiger, da Lammfellprodukte spezielle Waschmittel erfordern.
- Funktionsfasern (Polyester, Neopren, Mesh): Schnelltrocknend, leicht und oft mit feuchtigkeitstransportierenden Eigenschaften ausgestattet. Diese Materialien kommen vor allem im Distanz- und Westernreiten zum Einsatz.
- Filz und Wolle: Traditionelle Materialien, die besonders im Westernreiten als Westernpad verbreitet sind. Wollfilz bietet eine natürliche Polsterwirkung und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen.
- Gel- und Schaumstoffeinlagen: Werden in hochwertige Satteldecken integriert, um punktuellen Druck zu verteilen. Memory-Foam-Einlagen passen sich der Rückenform des Pferdes an.
Passform und korrekte Lage
Eine Satteldecke muss korrekt aufgelegt werden, damit sie ihren Zweck erfüllt. Grundsätzlich gilt: Die Decke wird zunächst etwas weiter vorne auf dem Widerrist platziert und dann nach hinten in die richtige Position geschoben, damit das Fell darunter glatt liegt. Am Widerrist sollte die Satteldecke leicht hochgezogen werden – entweder per Hand oder mithilfe eines integrierten Wirbelkanals – damit kein Druck auf die empfindlichen Dornfortsätze der Wirbelsäule entsteht.
Die Decke darf weder Falten werfen noch verrutschen. Falten erzeugen punktuellen Druck und können innerhalb einer einzigen Reitstunde schmerzhafte Druckstellen verursachen. Viele Modelle verfügen über Gurtschlaufen (auch Strupfen genannt) und Klettverschlüsse, die ein Verrutschen verhindern, indem sie die Satteldecke am Sattelgurt oder an den Sattelblättern fixieren.
Die Größe der Satteldecke muss zum Satteltyp passen. Ein Dressursattel mit langen, geraden Sattelblättern erfordert eine Dressur-Schabracke mit entsprechend geradem Schnitt, während der kürzere Springsattel eine weiter nach vorne gezogene Springschabracke benötigt. Wer Decke und Sattel kombiniert, die nicht zueinander passen, riskiert unschöne Faltenbildung und eingeschränkte Funktion.
Pflege und Hygiene
Regelmäßiges Waschen der Satteldecke ist unverzichtbar. Schweiß, Hautschuppen und Schmutz sammeln sich bei jeder Nutzung im Stoff an. Werden diese Rückstände nicht entfernt, können sie zu Hautirritationen, Pilzbefall oder Satteldruck führen. Baumwolldecken lassen sich in der Regel bei 30 bis 60 Grad Celsius in der Waschmaschine reinigen. Auf Weichspüler sollte verzichtet werden, da er die Saugfähigkeit des Gewebes reduziert und Hautreizungen beim Pferd auslösen kann.
Lammfelldecken werden mit speziellen Fellwaschmitteln bei niedrigen Temperaturen gewaschen und liegend getrocknet. Nach dem Trocknen empfiehlt sich das Aufbürsten des Fells, um die Fasern aufzulockern. Funktionsmaterialien können meist unkompliziert bei niedrigen Temperaturen maschinell gereinigt werden. Grundsätzlich sollte nach jedem Ritt die Satteldecke zum Trocknen aufgehängt und Haare mit einer Bürste entfernt werden.
Einsatz im Turniersport
Im Turniersport unterliegt die Wahl der Satteldecke bestimmten Regularien. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und die FEI schreiben in ihren Leistungsprüfungsordnungen dezente Farben und ein gepflegtes Erscheinungsbild vor.