Schapendös
SRassen > Hunderassen – Hütehunde
Steckbrief
- Herkunft: Niederlande
- FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1 (Schäferhunde), Nr. 313
- Größe: Rüden 43–50 cm, Hündinnen 40–47 cm (Widerristhöhe)
- Gewicht: 12–25 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Lang, leicht gewellt, dichte Unterwolle; alle Farben erlaubt, bevorzugt Blaugrau bis Schwarz
Herkunft & Geschichte
Der Schapendoes – auch als Niederländischer Schapendoes bekannt – ist eine alte niederländische Hütehunderasse, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Über Jahrhunderte hinweg war er der typische Hütehund der Schäfer in den Provinzen Drenthe, Veluwe und den Heidegebieten der Niederlande. In seiner Funktion als wendiger, leichtfüßiger Schäferhund trieb und bewachte er Schafherden und war für seine Ausdauer und Intelligenz geschätzt.
Während des Zweiten Weltkriegs ging der Bestand des Schapendoes dramatisch zurück. Die Rasse stand kurz vor dem Aussterben. Dem niederländischen Kynologen Pieter Sipma ist es zu verdanken, dass ab 1940 gezielt nach verbliebenen, rassetypischen Hunden gesucht und ein Zuchtprogramm aufgebaut wurde. 1947 wurde der niederländische Zuchtverband für den Schapendoes gegründet, und 1952 erfolgte die vorläufige Anerkennung durch die FCI. Die endgültige Anerkennung des Rassestandards durch die Fédération Cynologique Internationale kam 1971. Trotz dieser Bemühungen ist der Schapendoes bis heute eine vergleichsweise seltene Rasse, die außerhalb der Niederlande und Deutschlands wenig verbreitet ist.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Schapendoes ist ein mittelgroßer, leicht gebauter Hund mit einer beinahe quadratischen Silhouette. Sein auffälligstes Merkmal ist das lange, dichte Fell mit üppiger Unterwolle, das dem Hund ein zotteliges, rustikales Erscheinungsbild verleiht. Das Haar ist trocken, leicht gewellt und steht vom Körper ab, ohne seidig zu wirken. Am Kopf bildet es einen deutlichen Schopf, der die Augen teilweise verdeckt, sowie einen markanten Bart und Schnurrbart.
Laut Rassestandard sind alle Farben zulässig, wobei Blaugrau bis Schwarz bevorzugt wird. Der Kopf ist breit mit einer deutlich ausgeprägten Stirnpartie. Die großen, runden Augen liegen leicht verdeckt unter dem Haarschopf und verleihen dem Schapendoes seinen typischen, aufmerksamen und freundlichen Ausdruck. Die Ohren sind hoch angesetzt, hängend und reichlich behaart.
Besonders charakteristisch ist die Bewegung des Schapendoes: Er läuft federnd und leichtfüßig, fast schwebend. Seine Sprungkraft ist bemerkenswert – ein Erbe seiner Arbeit als Hütehund, bei der er in der Lage sein musste, mühelos über Gräben und Zäune zu springen. Die Rute ist lang, dicht behaart und wird in der Bewegung hoch und schwungvoll getragen.
Charakter & Wesen
Der Schapendoes besticht durch sein fröhliches, aufgewecktes Wesen. Er ist ein ausgesprochen verspielter, treuer und menschenbezogener Hund, der eine enge Bindung zu seiner Familie aufbaut. Fremden gegenüber zeigt er sich zunächst zurückhaltend, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu reagieren. Seine Wachsamkeit ist ausgeprägt – er meldet zuverlässig, neigt aber nicht zum übermäßigen Bellen.
Als ehemaliger Arbeitshund bringt der Schapendoes eine hohe Intelligenz und Lernbereitschaft mit. Er arbeitet gerne eigenständig, was bei der Erziehung sowohl Vorteil als auch Herausforderung sein kann. Sturheit ist ihm nicht fremd, weshalb eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ohne Härte erforderlich ist. Positives Training mit viel Motivation und Abwechslung führt bei dieser Rasse zu den besten Ergebnissen.
Im Umgang mit Kindern zeigt sich der Schapendoes geduldig und gutmütig. Er ist ein hervorragender Familienhund, der Trubel und Aktivität liebt. Auch mit anderen Hunden und Haustieren versteht er sich in der Regel problemlos, sofern eine gute Sozialisierung stattgefunden hat.
Haltung & Pflege
Der Schapendoes ist kein Hund für die Couch. Er braucht ausreichend Auslauf und vor allem geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu sein. Lange Spaziergänge, Wanderungen, Agility, Obedience oder Hütearbeit kommen seinem Bewegungsdrang und seiner Intelligenz entgegen. Ein Haus mit Garten ist ideal, eine Stadtwohnung nur dann geeignet, wenn der Hund täglich ausreichend bewegt und beschäftigt wird.
Die Fellpflege erfordert Regelmäßigkeit, ist aber weniger aufwendig, als das üppige Haarkleid vermuten lässt. Ein- bis zweimal wöchentliches gründliches Bürsten reicht aus, um Verfilzungen zu vermeiden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam. Das Fell sollte nicht geschoren werden, da es den Hund vor Witterung und UV-Strahlung schützt. Ohren, Augen und Pfoten sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.
Ernährung
Der Schapendoes stellt keine besonderen Anforderungen an die Ernährung. Hochwertiges Hundefutter – ob Nass-, Trockenfutter oder Frischfütterung (BARF) – sollte dem Alter, dem Gewicht und dem Aktivitätsniveau des Hundes angepasst sein. Als aktiver Hütehund hat er einen durchaus lebhaften Stoffwechsel, neigt aber bei zu wenig Bewegung und zu reichhaltiger Fütterung zu Übergewicht. Die Futtermenge sollte daher stets im Verhältnis zur tatsächlichen Aktivität stehen. Frisches Wasser muss selbstverständlich immer zur Verfügung stehen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der optimalen Ernährung empfiehlt sich die Beratung durch einen