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Schnupfen

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Schnupfen – in der Tiermedizin als Rhinitis bezeichnet – ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die bei nahezu allen Haus- und Nutztierarten vorkommt. Die Erkrankung äußert sich durch vermehrten Nasenausfluss, Niesen und eine erschwerte Nasenatmung. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, kann je nach Ursache, Tierart und Verlauf eine erhebliche gesundheitliche Bedeutung haben. So ist etwa der Katzenschnupfen (Feline Rhinotracheitis) ein eigenständiger, potenziell lebensbedrohlicher Krankheitskomplex, der mit einer einfachen Erkältung beim Menschen wenig gemein hat.

Grundsätzlich wird zwischen akutem und chronischem Schnupfen unterschieden. Ein akuter Verlauf dauert in der Regel wenige Tage bis Wochen und heilt bei unkompliziertem Verlauf vollständig aus. Chronischer Schnupfen hingegen persistiert über Wochen bis Monate und deutet häufig auf tieferliegende Ursachen hin, die einer gründlichen Abklärung bedürfen.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für Schnupfen bei Tieren sind vielfältig und unterscheiden sich teils erheblich zwischen den Tierarten:

  • Virale Infektionen: Häufige Auslöser sind das Feline Herpesvirus (FHV-1) und das Feline Calicivirus (FCV) bei Katzen, das Canine Parainfluenzavirus beim Hund sowie das Myxomatosevirus beim Kaninchen. Viren schädigen die Nasenschleimhaut und bereiten häufig den Boden für bakterielle Sekundärinfektionen.
  • Bakterielle Infektionen: Bordetella bronchiseptica, Pasteurella multocida, Chlamydia felis und Mykoplasmen zählen zu den häufig nachgewiesenen Erregern. Bakterielle Infektionen treten oft sekundär auf, können aber auch primär Schnupfen verursachen.
  • Pilzinfektionen (Mykosen): Insbesondere Aspergillose kann bei Hunden eine schwere, chronische Rhinitis mit teils blutigem Nasenausfluss auslösen.
  • Fremdkörper: Grannen, Grashalme oder kleine Pflanzenteile gelangen beim Schnüffeln in die Nasenhöhle und verursachen einseitigen, häufig eitrigen Nasenausfluss.
  • Allergien: Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen können eine allergische Rhinitis mit klarem, serösem Nasenausfluss auslösen.
  • Zahnprobleme: Insbesondere bei Hunden können Zahnwurzelabszesse im Oberkiefer in die Nasenhöhle durchbrechen und einseitigen, eitrigen Schnupfen verursachen (oronasale Fistel).
  • Tumoren: Nasentumore – darunter Lymphome, Adenokarzinome und Fibrosarkome – kommen vor allem bei älteren Tieren vor und führen zu chronischem, teils blutigem Nasenausfluss.

Zu den Risikofaktoren zählen ein geschwächtes Immunsystem, Stress durch Haltungswechsel oder Vergesellschaftung, hohe Besatzdichten in Tierheimen oder Zuchtbetrieben, mangelnde Hygiene, fehlende Impfungen sowie sehr junges oder hohes Alter.

Symptome & Erkennung

Die Symptome variieren je nach Ursache und Schweregrad, lassen sich aber in typische Leitsymptome zusammenfassen:

  • Nasenausfluss (Nasal Discharge): Seriös (klar-wässrig), mukös (schleimig), purulent (eitrig) oder hämorrhagisch (blutig). Einseitiger Ausfluss spricht eher für Fremdkörper, Zahnprobleme oder Tumoren; beidseitiger Ausfluss deutet häufiger auf Infektionen oder Allergien hin.
  • Niesen: Anfallsartiges, wiederholtes Niesen ist ein Frühsymptom und dient dem Versuch, die Nasenhöhle zu reinigen.
  • Verstopfte Nase und Maulatmung: Besonders bei Katzen problematisch, da diese obligate Nasenatmer sind. Eine blockierte Nasenatmung führt häufig zu Futterverweigerung, weil das Tier sein Futter nicht mehr riechen kann.
  • Augenausfluss und Konjunktivitis: Begleitend tritt häufig eine Bindehautentzündung auf, insbesondere beim Katzenschnupfen-Komplex.
  • Allgemeinsymptome: Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei schweren oder chronischen Verläufen.
  • Gesichtsasymmetrie: Eine sichtbare Schwellung oder Verformung im Nasen- oder Stirnbereich kann auf Tumoren, Pilzinfektionen oder Abszesse hindeuten.

Diagnose

Die Diagnostik beginnt mit einer gründlichen Anamnese und klinischen Allgemeinuntersuchung. Art, Farbe, Konsistenz und Seitigkeit des Nasenausflusses liefern erste wichtige Hinweise auf die Ursache.

Weiterführende Untersuchungen umfassen:

  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen des Schädels zeigen Verschattungen in den Nasenhöhlen oder Knochendestruktionen. Die Computertomographie (CT) gilt als Goldstandard zur Beurteilung der Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen und ermöglicht eine präzise Darstellung von Tumoren, Fremdkörpern und Pilzplaques.
  • Rhinoskopie: Die endoskopische Untersuchung der Nasenhöhle unter Narkose erlaubt die direkte Inspektion der Schleimhaut, die Entfernung von Fremdkörpern und die gezielte Entnahme von Biopsien für die histopathologische Untersuchung.
  • Mikrobiologische Diagnostik: Tupferproben oder Spülproben aus der Nasenhöhle werden auf Bakterien, Viren und Pilze untersucht. PCR-Tests ermöglichen den gezielten Nachweis spezifischer Erreger wie FHV-1 oder FCV.