Schwamm
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Definition und Überblick
Der Schwamm gehört zur Grundausstattung jedes Reitstalls und ist ein vielseitig einsetzbares Pflegeutensil in der Reitausrüstung. Im Kontext der Pferdehaltung und des Reitsports dient er primär der Reinigung von Pferd, Sattel, Trense und weiterem Zubehör. Obwohl er auf den ersten Blick wie ein banaler Alltagsgegenstand wirkt, erfüllt der Schwamm im Stall- und Turnieralltag zahlreiche Funktionen, die direkt mit dem Wohlbefinden des Pferdes und der Langlebigkeit der Ausrüstung zusammenhängen.
Unterschieden wird zwischen Naturschwämmen, die aus dem Skelett mariner Schwammtiere (Porifera) gewonnen werden, und Kunstschwämmen aus synthetischen Materialien wie Polyurethan oder Viskose. Beide Varianten haben ihre Berechtigung in der Reitausrüstung, wobei die Wahl vom jeweiligen Einsatzzweck abhängt.
Arten und Materialien
Im Reitsportbedarf werden verschiedene Schwammtypen angeboten, die sich in Material, Form und Anwendungsgebiet unterscheiden:
- Naturschwamm (Meeresschwamm): Gewonnen aus natürlich vorkommenden Schwammtieren, meist aus dem Mittelmeer oder der Karibik. Naturschwämme zeichnen sich durch eine besonders weiche, poröse Struktur aus und nehmen große Mengen Wasser auf. Sie gelten als besonders hautschonend und werden bevorzugt für die Reinigung empfindlicher Körperstellen wie Nüstern, Augenpartie und Genitalbereich des Pferdes eingesetzt.
- Kunstschwamm (Synthetikschwamm): Hergestellt aus Schaumstoff oder anderen synthetischen Materialien. Kunstschwämme sind günstiger, in gleichbleibender Qualität verfügbar und leichter zu reinigen. Sie eignen sich gut für die allgemeine Fellpflege, das Abschwämmen nach der Arbeit und die Lederreinigung.
- Viskoseschwamm: Ein komprimierter Schwamm aus Zellulosefasern, der bei Kontakt mit Wasser aufquillt. Er wird häufig für die Sattel- und Trensenpflege verwendet, da er Schmutz und altes Lederfett zuverlässig aufnimmt.
- Waschschwamm mit Struktur: Schwämme mit einer rauen Seite oder eingearbeiteter Textur, die hartnäckigen Schmutz wie eingetrockneten Schweiß oder Schlamm lösen können, ohne die Haut des Pferdes zu verletzen.
Einsatzbereiche in der Pferdepflege
Der Schwamm kommt im Reitsport in mehreren Pflegebereichen zum Einsatz. Nach dem Training oder Ausritt wird das Pferd häufig abgeschwämmt, um Schweiß, Staub und Schmutz aus dem Fell zu entfernen. Besonders an heißen Tagen dient das großflächige Abschwämmen mit klarem Wasser gleichzeitig der Kühlung des Pferdes. Dabei wird ein großer, saugfähiger Schwamm in einen Wassereimer getaucht, leicht ausgedrückt und über Hals, Brust, Flanken und Beine geführt.
Für die Reinigung empfindlicher Bereiche wie Augen, Nüstern, Maul und Schlauch beziehungsweise Euter sollten separate Schwämme verwendet werden. Die hygienische Trennung ist entscheidend, um Infektionen und Hautreizungen zu vermeiden. Viele Reiter markieren ihre Schwämme farblich – etwa einen hellen Schwamm für das Gesicht und einen dunklen für den Genitalbereich –, um Verwechslungen auszuschließen.
Auch beim Waschen der Hufe leistet der Schwamm gute Dienste. Vor dem Einfetten mit Huffett oder Huföl lassen sich Verschmutzungen im Bereich des Kronsaums und der Fesselbeuge mit einem feuchten Schwamm schonend entfernen.
Lederpflege und Ausrüstungsreinigung
Ein zweiter großer Einsatzbereich des Schwamms betrifft die Pflege der Lederausrüstung. Sattel, Trense, Vorderzeug, Martingal und Ledergamaschen benötigen regelmäßige Reinigung und Pflege, um geschmeidig zu bleiben und nicht brüchig zu werden. Der Schwamm ist dabei das zentrale Werkzeug.
Für die Sattelpflege wird ein leicht angefeuchteter Schwamm mit Sattelseife oder Glycerinseife aufgeschäumt und das Leder damit abgerieben. Der Schwamm nimmt dabei Schweiß, Staub und altes Pflegefett auf, ohne die Lederoberfläche zu zerkratzen. Nach der Reinigung wird mit einem separaten, trockenen oder minimal feuchten Schwamm Lederbalsam oder Lederfett dünn aufgetragen. Auch hier empfiehlt sich die Verwendung getrennter Schwämme für Reinigung und Pflege, da Rückstände von Sattelseife die Wirkung des Pflegemittels beeinträchtigen können.
Bei der Trensenpflege erweist sich ein kleinerer Schwamm als praktisch, da die verschnallten Riemen und Metallteile mit einem großen Schwamm schwer zu erreichen sind. Gebisse aus Edelstahl oder Kupferlegierung lassen sich nach dem Reiten mit einem feuchten Schwamm von Speichelresten und Futterrückständen befreien.
Hygiene und Pflege des Schwamms
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Pflege des Schwamms selbst. Da Schwämme in feuchter Umgebung einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze bieten, müssen sie nach jeder Benutzung gründlich ausgewaschen und vollständig getrocknet werden. Naturschwämme können in regelmäßigen Abständen in einer milden Essiglösung desinfiziert werden, um Keimbildung vorzubeugen. Kunstschwämme lassen sich bei Bedarf bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine reinigen.
Abgenutzte oder stark verschmutzte Schwämme sollten konsequent ausgetauscht werden. Ein poröser, brüchiger Schwamm verliert nicht nur seine Reinigungswirkung, sondern kann auch raue Kanten entwickeln, die empfindliche Pferdehaut oder wertvolles Sattelleder beschädigen.
Schwamm auf dem Turnier
Auf Turnieren gehört der Schwamm in jede Putzbox und jeden Pflegeeimer. Vor der Vorstellung in der Dressur oder beim Springreiten wird das Pferd mit einem feuchten