Schwarzrückenschakal
STierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lupulella mesomelas (früher Canis mesomelas)
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Hunde (Canidae)
- Gattung: Lupulella
- Lebensraum: Savannen, Halbwüsten, offene Graslandschaften, Küstenregionen
- Kopf-Rumpf-Länge: 60–90 cm, Schwanzlänge 26–40 cm
- Schulterhöhe: 35–50 cm
- Gewicht: 6–13 kg
- Lebenserwartung: 7–8 Jahre in freier Wildbahn, bis 14 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Schwarzrückenschakal ist ein schlanker, hochbeiniger Wildhund von mittelgroßer Statur. Sein auffälligstes Merkmal ist der namensgebende dunkle Sattelfleck auf dem Rücken. Dieses sattelförmige Fellfeld erstreckt sich vom Nacken bis zur Schwanzwurzel und ist schwarz bis dunkelbraun gefärbt, durchsetzt mit einzelnen silbergrauen Haaren, die ihm einen leicht melierten Schimmer verleihen. Die Flanken sind rotbraun bis fuchsfarben, die Unterseite heller, oft cremefarben bis weiß.
Der Kopf erinnert an den eines kleinen Fuchses: spitz zulaufende Schnauze, große, dreieckige Ohren und bernsteinfarbene bis braune Augen. Die Ohren sind im Verhältnis zum Kopf groß und dienen sowohl der Thermoregulation als auch dem Aufspüren von Beutetieren. Der buschige Schwanz ist überwiegend dunkel gefärbt und endet in einer schwarzen Spitze. Im Vergleich zum Streifenschakal (Lupulella adustus) ist der Schwarzrückenschakal etwas leichter gebaut und besitzt längere Beine.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Schwarzrückenschakals umfasst zwei getrennte Populationen in Afrika. Die größere Population besiedelt das östliche und südliche Afrika von Äthiopien und Somalia über Kenia und Tansania bis nach Südafrika und Namibia. Eine zweite, kleinere Population lebt in einem schmalen Küstenstreifen entlang der Atlantikküste von Angola bis in den Süden Nigerias. Diese disjunkte Verbreitung ist zoogeographisch ungewöhnlich und gibt Anlass zu Diskussionen über die Populationsgeschichte der Art.
Als Habitat bevorzugt der Schwarzrückenschakal offene und halboffene Landschaften. Er besiedelt trockene Savannen, Buschland, Halbwüsten und Graslandschaften, kommt aber auch in Waldrandbereichen und an Meeresküsten vor. In Südafrika ist er regelmäßig an Stränden anzutreffen, wo er nach angeschwemmter Nahrung sucht. Dichte tropische Regenwälder meidet er. In der Nähe menschlicher Siedlungen tritt er zunehmend als Kulturfolger auf und nutzt Farmland, Mülldeponien und Vororte als Biotop.
Ernährung
Der Schwarzrückenschakal ist ein ausgeprägter Allesfresser und opportunistischer Nahrungsgeneralist. Sein Nahrungsspektrum umfasst kleine bis mittelgroße Säugetiere wie Nagetiere, Hasen und junge Antilopen, außerdem Vögel, Reptilien, Insekten und Aas. Pflanzliche Kost – darunter Beeren, Früchte und Samen – ergänzt den Speiseplan je nach Jahreszeit erheblich. In küstennahen Regionen frisst er Krabben, Fische, Robbenplacenta und angespülte Meerestiere.
An Kadavern großer Huftiere, etwa an Löwenrissen, versammeln sich häufig mehrere Schwarzrückenschakale. Sie nähern sich dabei geschickt den Überresten und weichen größeren Prädatoren wie Hyänen rechtzeitig aus. Auf Farmland gerät er durch das gelegentliche Erbeuten von Lämmern und jungem Geflügel in Konflikt mit Viehhaltern.
Verhalten & Lebensweise
Schwarzrückenschakale leben in der Regel monogam als feste Paare, die ein gemeinsames Revier über mehrere Jahre verteidigen. Die Reviergröße variiert stark je nach Nahrungsangebot und liegt zwischen 2 und 20 Quadratkilometern. Die Grenzen werden mit Urin und Kot markiert und durch lautes Heulen akustisch abgesteckt. Der charakteristische Ruf – ein langgezogenes, klagendes Heulen gefolgt von kurzen Belllauten – ist vor allem in der Dämmerung und nachts zu hören.
Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt sich in Gebieten mit geringer menschlicher Störung aber auch tagsüber. Schwarzrückenschakale jagen einzeln, als Paar oder in kleinen Familiengruppen. Kooperative Jagd erhöht den Erfolg deutlich: Gemeinsam können Paare Beute erlegen, die für ein Einzeltier zu groß wäre, etwa junge Springböcke oder Impalas. Tagsüber ruhen die Tiere in dichter Vegetation, Felsspalten oder selbst gegrabenen Erdbauen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit variiert je nach Region. Im südlichen Afrika fällt sie in die Monate Mai bis August, in Ostafrika zwischen Juni und November. Nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 65 Tagen bringt das Weibchen in einem unterirdischen Bau durchschnittlich drei bis sechs Welpen zur Welt, in Ausnahmefällen bis zu neun. Die Jungtiere kommen blind und hilflos zur Welt und öffnen die Augen nach acht bis zehn Tagen.
Beide Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht. Zusätzlich helfen häufig ältere Geschwister aus dem Vorjahr als sogenannte „Helfer am Bau" bei der Versorgung und Bewachung der Welpen. Dieses kooperative Brutpflegeverhalten – in der Verhaltensbiologie als „cooperative breeding" bezeichnet – steigert die Überlebensrate der Jungtiere nachweislich. Nach etwa zwei Monaten werden die Welpen entwöhnt und begleiten die Eltern auf Nahrungssuche. Mit sechs bis acht Monaten sind die Jungschakale weitgehend selbstständig, verbleiben