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Schwarzstorch

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Reiher & Störche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ciconia nigra
  • Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
  • Familie: Störche (Ciconiidae)
  • Gattung: Ciconia
  • Lebensraum: Ausgedehnte, störungsarme Laub- und Mischwälder mit Zugang zu Fließgewässern, Waldteichen und Feuchtwiesen
  • Größe: 95–100 cm Körperlänge, Flügelspannweite 145–155 cm
  • Gewicht: 2,5–3,2 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 18 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Schwarzstorch ist ein großer, schlanker Schreitvogel, der sich vom bekannteren Weißstorch (Ciconia ciconia) deutlich unterscheidet. Kopf, Hals, Rücken und Flügeloberseiten sind schwarz gefärbt und zeigen je nach Lichteinfall einen intensiven metallischen Glanz in Grün, Violett und Bronze. Dieses Schillern entsteht durch die Mikrostruktur der Federn, die das Licht bricht. Das Gefieder der Brust und des Bauchs ist dagegen reinweiß und bildet einen scharfen Kontrast zum dunklen Oberkörper.

Schnabel und Beine adulter Vögel leuchten während der Brutzeit in kräftigem Rot. Außerhalb der Brutperiode kann die Färbung etwas matter ausfallen. Der unbefiederte Hautring um die Augen ist ebenfalls rot. Jungvögel unterscheiden sich von den Altvögeln durch ein bräunlich-mattes Gefieder ohne metallischen Schimmer sowie durch grünlich-graue Beine und einen grünlich-braunen Schnabel. Erst im zweiten bis dritten Lebensjahr entwickeln sie das volle Adultkleid.

Im Flug ist der Schwarzstorch an seinem gestreckten Hals und den ausgestreckten Beinen zu erkennen – ein typisches Merkmal aller Störche, das sie von Reihern unterscheidet, die den Hals im Flug S-förmig einziehen. Die breiten Flügel ermöglichen ausdauerndes Segeln in Thermikaufwinden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzstorchs erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über Mittel- und Osteuropa bis nach Ostasien. In Deutschland brütet die Art vor allem in den waldreichen Mittelgebirgen, in der Norddeutschen Tiefebene sowie zunehmend auch in Süddeutschland. Die Bestandszahlen in Mitteleuropa haben sich seit den 1980er Jahren erholt, nachdem die Art zeitweise in weiten Teilen Westeuropas ausgestorben war.

Als Habitat bevorzugt der Schwarzstorch ausgedehnte, alte Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an Buchen und Eichen. Entscheidend für die Ansiedlung ist die Nähe zu geeigneten Nahrungsgewässern: Waldbäche, Waldteiche, Sümpfe, feuchte Wiesen und naturnahe Flussauen. Anders als der Weißstorch, der offene Kulturlandschaften und menschliche Siedlungen nutzt, ist der Schwarzstorch ein ausgesprochener Waldvogel, der Störungen durch Menschen weitgehend meidet.

Die europäischen Populationen sind Zugvögel und überwintern überwiegend in West- und Ostafrika südlich der Sahara. Einige westeuropäische Brutvögel ziehen über die Straße von Gibraltar, während osteuropäische Bestände über den Bosporus und die Levante nach Afrika gelangen. Asiatische Populationen überwintern auf dem Indischen Subkontinent und in Südostasien.

Ernährung

Der Schwarzstorch ernährt sich überwiegend von Fischen, insbesondere von Bachforellen, Elritzen und anderen kleinen Süßwasserfischen. Daneben gehören Amphibien – Frösche, Kröten und Molche – sowie Wasserinsekten, Krebse und gelegentlich kleine Reptilien und Nagetiere zum Nahrungsspektrum. Die Nahrungssuche erfolgt meist watend in flachen Gewässerabschnitten, wo der Storch mit schnellen Schnabelhieben nach Beute stößt.

Zur Nahrungssuche können Schwarzstörche Strecken von mehr als zehn Kilometern vom Horst zu geeigneten Gewässern zurücklegen. Besonders während der Jungenaufzucht ist ein dichtes Netz an fischreichen Bächen und Teichen im Umkreis des Brutplatzes entscheidend. Die Art ist dabei auf klare, sauerstoffreiche Gewässer mit naturnaher Gewässermorphologie angewiesen.

Verhalten & Lebensweise

Im Gegensatz zum geselligen Weißstorch lebt der Schwarzstorch einzelgängerisch und territorialbewusst. Brutpaare beanspruchen große Reviere, die mehrere Quadratkilometer umfassen können. Die Art ist tagaktiv und verbringt einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche und dem Kreisen über dem Waldgebiet.

Schwarzstörche sind scheue Vögel, die bei Annäherung von Menschen schnell auffliegen oder sich in den Wald zurückziehen. Diese Störungsempfindlichkeit ist einer der Hauptgründe, warum die Art auf große, zusammenhängende und unzerschnittene Waldgebiete angewiesen ist. Forstwirtschaftliche Arbeiten, Wanderwege und andere Freizeitaktivitäten in Horstnähe können zur Brutaufgabe führen.

Anders als der Weißstorch, der für sein lautes Schnabelklappern bekannt ist, äußert sich der Schwarzstorch mit leisen, pfeifenden und flötenden Rufen. Das Klappern des Schnabels kommt ebenfalls vor, spielt aber eine geringere Rolle in der Kommunikation. Während der Balz sind diese Lautäußerungen am häufigsten zu hören.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet, meist im März oder April. Die Partner führen dabei gemeinsame Flugspiele über dem Wald durch und zeigen rituelle Begrüßungszeremonien am Horst. Schwarzstörche gelten als weitgehend monogam und nutzen denselben Horst über viele Jahre, wobei sie ihn jährlich ausbessern und vergrößern.

Der Horst wird auf alten, starken Bäumen in Höhen von 10 bis 25 Metern errichtet, bev