Schwertschnabel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ensifera ensifera
- Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
- Familie: Kolibris (Trochilidae)
- Gattung: Ensifera (monotypisch)
- Lebensraum: Nebelwälder und Bergwälder der Anden, 2.500–3.600 m Höhe
- Größe: 17–23 cm Gesamtlänge, davon bis zu 11 cm Schnabellänge
- Gewicht: 12–15 g
- Lebenserwartung: geschätzt 5–8 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Schwertschnabel ist der einzige Vogel der Welt, dessen Schnabel länger ist als der restliche Körper ohne Schwanz. Dieses extrem verlängerte Mundwerkzeug unterscheidet ihn sofort von allen anderen Kolibriarten. Der Schnabel ist gerade, leicht aufwärts gebogen und schwarz gefärbt. Beide Geschlechter tragen diesen außergewöhnlichen Schnabel, wobei er beim Weibchen tendenziell etwas kürzer ausfällt.
Das Gefieder der Männchen zeigt sich auf der Oberseite in einem dunklen, metallisch schimmernden Grün. Die Unterseite ist ebenfalls grün, teils mit bräunlichen Einsprenkelungen. Weibchen sind insgesamt etwas matter gefärbt und zeigen auf der Unterseite eine hellere, weißlich gefleckte Zeichnung. Der Schwanz ist relativ kurz und leicht gegabelt. Die Füße sind klein und schwach ausgebildet, wie bei allen Kolibris typisch, da sie fast ausschließlich im Flug Nahrung aufnehmen.
Durch die extreme Schnabellänge verschiebt sich der Körperschwerpunkt nach vorne. Der Schwertschnabel gleicht dies aus, indem er im Ruhezustand den Kopf leicht anhebt und den Schnabel schräg nach oben hält – eine Haltung, die für die Art charakteristisch ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Schwertschnabels erstreckt sich entlang der Anden Südamerikas. Er kommt in Kolumbien, Ecuador, Peru, Venezuela und Bolivien vor. Sein Habitat sind feuchte Bergwälder und Nebelwälder in Höhenlagen zwischen 2.500 und 3.600 Metern. In diesen Biotopen herrschen kühle Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, was das Wachstum epiphytischer Pflanzen begünstigt – darunter jene Blütenpflanzen, auf die der Schwertschnabel angewiesen ist.
Innerhalb seines Verbreitungsgebiets bewohnt die Art bevorzugt Waldränder, Lichtungen und Sekundärvegetation, wo blühende Pflanzen in ausreichender Dichte vorkommen. Auch in der Nähe von Baumgrenzen und in Páramo-Übergangszonen wird er regelmäßig beobachtet. Saisonale Vertikalwanderungen in tiefere Lagen sind dokumentiert und hängen mit dem jeweiligen Blütenangebot zusammen.
Ernährung
Die Ernährung des Schwertschnabels ist eng an seine Schnabelmorphologie gekoppelt. Er trinkt Nektar aus extrem langrührigen Blüten, die für andere Kolibriarten unerreichbar sind. Eine zentrale Rolle spielen dabei Pflanzen der Gattung Passiflora (Passionsblumen) sowie verschiedene Arten der Gattungen Datura und Brugmansia (Engelstrompeten). Die hängenden, trompetenförmigen Blüten dieser Pflanzen haben Kronröhren von bis zu 12 cm Länge – ein Maß, das fast exakt der Schnabellänge des Schwertschnabels entspricht.
Diese enge Koevolution bedeutet, dass der Schwertschnabel als Bestäuber für diese Pflanzenarten von zentraler Bedeutung ist. Beim Nektartrinken berührt der Vogel mit Stirn oder Scheitel die Staubgefäße und überträgt so Pollen von Blüte zu Blüte. Neben Nektar nimmt der Schwertschnabel auch kleine Insekten und Spinnen auf, die er im Flug fängt oder von Blättern abliest. Dieser Proteinanteil in der Nahrung ist vor allem während der Brutzeit erhöht.
Verhalten & Lebensweise
Der Schwertschnabel ist tagaktiv und lebt einzelgängerisch. Männchen verteidigen Nahrungsreviere rund um ergiebige Blütenstandorte gegen Artgenossen und andere Kolibriarten. Trotz seiner vergleichsweise geringen Körpergröße zeigt er dabei ein ausgesprochen aggressives Territorialverhalten mit Verfolgungsflügen und lautstarken Warnrufen.
Wie viele Kolibris der Hochlagen kann der Schwertschnabel in kalten Nächten in einen Torpor-Zustand fallen. Dabei senkt er seine Körpertemperatur und seinen Stoffwechsel drastisch ab, um Energie zu sparen. Dieser physiologische Mechanismus ist in den kühlen Andennächten, in denen die Temperaturen bis nahe den Gefrierpunkt sinken können, überlebensnotwendig.
Der Flug ist für Kolibriverhältnisse eher gemächlich. Die Flügelschlagfrequenz liegt niedriger als bei kleinen Tieflandarten, was mit der geringeren Luftdichte in großen Höhen zusammenhängt. Der Schwertschnabel kann sowohl im Schwirrflug vor Blüten stehen als auch kurze Gleitphasen einlegen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert je nach Region und richtet sich nach der Hauptblütezeit der Nahrungspflanzen. In Kolumbien und Ecuador fällt sie überwiegend in die Monate Oktober bis Februar. Die Balz beschränkt sich auf kurze Flugdisplays der Männchen, die vor dem Weibchen pendelartige Schauflüge vollführen.
Das Weibchen baut allein ein kleines, becherförmiges Nest aus Moos, Pflanzenfasern und Spinnenseide. Es wird typischerweise an einem geschützten Ast oder in einer Astgabel angebracht. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern, die das Weibchen etwa 17–19 Tage bebrütet. Die Küken schlüpfen nackt und blind. Sie werden ausschließlich vom Weibchen gefüttert, das vorverdauten Nektar und Insekten in die Schnäbel der Jungvög