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Spitzmull

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Neotetracus sinensis
  • Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
  • Familie: Igel (Erinaceidae)
  • Unterfamilie: Haarigel (Galericinae)
  • Gattung: Neotetracus (monotypisch)
  • Lebensraum: Feuchte Bergwälder und dichte Unterholzzonen Südostasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 9–14 cm, Schwanzlänge ca. 5–8 cm
  • Gewicht: 20–50 g
  • Lebenserwartung: Geschätzt 2–4 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Spitzmull ist ein kleines, unscheinbares Säugetier, das auf den ersten Blick an eine Spitzmaus erinnert. Der Körperbau ist schlank und langgestreckt, die Schnauze auffallend spitz und rüsselartig verlängert – ein Merkmal, das für die Nahrungssuche im Laub von Bedeutung ist. Anders als bei den namensgebenden Igeln besitzt der Spitzmull kein Stachelkleid, sondern ein weiches, dichtes Fell von dunkelbrauner bis graubrauner Färbung. Die Bauchseite ist etwas heller, meist grau bis gelblich getönt.

Die Augen sind klein, die Ohren kurz und rundlich, teils im Fell verborgen. Der Schwanz ist relativ lang und spärlich behaart. Die Gliedmaßen sind kurz mit fünf Zehen an jedem Fuß, ausgestattet mit kleinen, gebogenen Krallen, die zum Graben in weichem Waldboden geeignet sind. Das Gebiss entspricht dem typischen Muster insektenfressender Säugetiere mit spitzen, scharfen Zähnen.

Gelegentlich wird der Spitzmull als „Chinesischer Haarigel" oder „Chinesischer Rattenigel" bezeichnet. Diese Bezeichnungen verweisen auf seine Zugehörigkeit zur Unterfamilie der Haarigel (Galericinae), zu der auch die bekannteren Rattenigel der Gattung Hylomys gehören.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Spitzmulls erstreckt sich über Teile Südchinas (insbesondere die Provinzen Yunnan, Sichuan, Guizhou und Guangxi), den Norden Vietnams sowie angrenzende Regionen Myanmars und möglicherweise Nordlaos. Die Art besiedelt bevorzugt feuchte, immergrüne und laubabwerfende Bergwälder in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.800 Metern.

Das typische Habitat sind dicht bewachsene Waldböden mit einer ausgeprägten Laubstreuschicht, moosbewachsene Böden und Bereiche entlang kleiner Wasserläufe. Der Spitzmull meidet offene Landschaften und ist auf zusammenhängende Waldgebiete mit ausreichend Bodenbedeckung angewiesen. Die Bindung an feuchte, kühle Biotope in höheren Lagen macht die Art potenziell empfindlich gegenüber Habitatverlust und Klimaveränderungen.

Ernährung

Der Spitzmull ernährt sich überwiegend von Wirbellosen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, Regenwürmern, kleinen Schnecken und anderen Bodenbewohnern. Mit seiner verlängerten, beweglichen Schnauze durchwühlt er die Laubstreu und lockeren Humus, um Beute aufzuspüren. Der gut ausgebildete Geruchssinn und die sensiblen Tasthaare (Vibrissen) an der Schnauze spielen bei der Nahrungssuche eine zentrale Rolle.

Da der hohe Stoffwechsel kleiner Insektenfresser eine nahezu ununterbrochene Nahrungsaufnahme erfordert, verbringt der Spitzmull einen Großteil seiner Aktivitätsphasen mit der Suche nach Nahrung. Gelegentlich werden auch pflanzliche Bestandteile wie weiche Früchte oder Samen aufgenommen, doch tierische Kost bildet den weitaus größten Anteil der Ernährung.

Verhalten & Lebensweise

Über das Verhalten des Spitzmulls in freier Wildbahn ist vergleichsweise wenig bekannt, da die Art selten beobachtet wird und ein verborgenes Leben führt. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass der Spitzmull vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv ist. Tagsüber ruht er in selbst gegrabenen flachen Erdmulden, unter umgestürzten Baumstämmen, zwischen Wurzeln oder in der dichten Laubschicht.

Der Spitzmull lebt einzelgängerisch. Individuen begegnen einander offenbar nur zur Paarungszeit. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist nicht sicher nachgewiesen, doch die einzelgängerische Lebensweise legt nahe, dass die Tiere zumindest individuelle Streifgebiete nutzen. Fortbewegung erfolgt überwiegend am Boden; Kletterverhalten wurde nur vereinzelt beobachtet.

Bei Bedrohung versucht der Spitzmull in der Regel, sich in die Laubstreu oder in vorhandene Hohlräume zurückzuziehen. Aktive Verteidigungsstrategien sind nicht dokumentiert. Fressfeinde dürften unter anderem kleine Raubtiere wie Marderartige, Schlangen und Greifvögel sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie des Spitzmulls ist nur lückenhaft erforscht. Aus den wenigen verfügbaren Funden und Beobachtungen lässt sich ableiten, dass die Weibchen vermutlich ein- bis zweimal jährlich Nachwuchs zur Welt bringen. Die Wurfgröße liegt schätzungsweise bei zwei bis fünf Jungtieren. Die Tragzeit dürfte – analog zu verwandten Arten innerhalb der Haarigel – zwischen 30 und 40 Tagen liegen.

Die Jungtiere kommen nackt und blind zur Welt und sind in den ersten Lebenswochen vollständig auf die Mutter angewiesen. Die Aufzucht erfolgt in einem geschützten Nest aus Laub und Pflanzenmaterial. Nach wenigen Wochen öffnen die Jungen die Augen und beginnen, feste Nahrung aufzunehmen. Die Entwöhnung erfol