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Spondylose

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Spondylose – in der Fachsprache als Spondylosis deformans bezeichnet – ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der es zur Bildung knöcherner Zubildungen (Osteophyten) an den Rändern der Wirbelkörper kommt. Diese Knochenspangen, auch Spondylophyten genannt, entstehen typischerweise an der Unterseite (ventral) der Wirbelkörper und können im fortgeschrittenen Stadium benachbarte Wirbel brückenartig miteinander verbinden. Man spricht dann von einer Ankylose, also einer knöchernen Versteifung des betroffenen Wirbelsäulensegments.

Die Erkrankung betrifft vor allem Hunde, insbesondere mittelgroße bis große Rassen, kommt aber auch bei Katzen und anderen Tierarten vor. Am häufigsten sind die Brust- und Lendenwirbelsäule betroffen. Spondylose ist keine entzündliche Erkrankung, sondern ein chronisch-degenerativer Prozess, der sich über Monate bis Jahre entwickelt. Viele Tiere leben mit einer Spondylose, ohne jemals klinische Beschwerden zu zeigen – in anderen Fällen kann die Erkrankung jedoch erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Ursachen & Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Spondylosis deformans ist multifaktoriell. Im Kern handelt es sich um eine Reaktion des Körpers auf Instabilität und Verschleiß im Bereich der Bandscheiben und Wirbelgelenke. Wenn die Bandscheiben (Disci intervertebrales) an Elastizität verlieren und ihre Pufferfunktion nachlässt, versucht der Organismus, die betroffenen Segmente durch Knochenanbau zu stabilisieren.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Alter: Spondylose ist in erster Linie eine Alterserscheinung. Bei Hunden über acht Jahren sind röntgenologische Veränderungen ausgesprochen häufig.
  • Rassedisposition: Große Rassen wie Deutsche Schäferhunde, Boxer, Labrador Retriever und Deutsche Doggen sind überdurchschnittlich oft betroffen. Auch beim Deutschen Boxer wird eine genetische Komponente diskutiert.
  • Mechanische Belastung: Arbeitshunde, Sporthunde und Tiere mit hoher körperlicher Beanspruchung entwickeln häufiger Spondylosen. Wiederholte Mikrotraumata an der Wirbelsäule beschleunigen den degenerativen Prozess.
  • Übergewicht: Erhöhtes Körpergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich und fördert den Verschleiß der Bandscheiben.
  • Vorangegangene Verletzungen: Traumata oder Operationen im Bereich der Wirbelsäule können die Entstehung einer Spondylose begünstigen.

Symptome & Erkennung

Spondylose verläuft in vielen Fällen klinisch stumm und wird als Zufallsbefund auf Röntgenbildern entdeckt. Wenn Symptome auftreten, hängen deren Art und Schwere vom Stadium der Erkrankung und der Lokalisation ab.

Typische Anzeichen können sein:

  • Steifheit, besonders nach dem Aufstehen oder längeren Ruhephasen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule – das Tier vermeidet Drehungen, Sprünge oder das Treppensteigen
  • Schmerzäußerungen bei Berührung des Rückens oder bei bestimmten Bewegungen
  • Veränderter Gang mit verkürzter Schrittlänge, steifem Rücken oder aufgekrümmter Haltung (Kyphose)
  • Bewegungsunlust und verminderter Spieltrieb
  • Muskelverspannungen entlang der Wirbelsäule

In seltenen Fällen können Spondylophyten auf Nervenwurzeln drücken, die zwischen den Wirbeln austreten. Dies kann zu neurologischen Ausfällen wie Lahmheit, Koordinationsstörungen (Ataxie) oder sogar Lähmungserscheinungen führen. Ein Abbrechen von Knochenbrücken – etwa durch ein Trauma – verursacht akute, heftige Schmerzen.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus der klinischen und orthopädisch-neurologischen Untersuchung. Der Tierarzt prüft dabei Beweglichkeit der Wirbelsäule, Schmerzreaktionen bei Palpation und den neurologischen Status der Gliedmaßen.

Die Bestätigung erfolgt durch bildgebende Verfahren:

  • Röntgen (Radiographie): Das Standardverfahren zur Diagnose. Spondylophyten sind auf seitlichen Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule gut erkennbar. Die Veränderungen werden nach Ausprägungsgraden klassifiziert – von kleinen Knochenspornen bis hin zu vollständigen Brückenbildungen zwischen benachbarten Wirbeln.
  • Computertomographie (CT): Erlaubt eine detaillierte dreidimensionale Darstellung der knöchernen Veränderungen und ist besonders hilfreich, wenn eine Nervenkompression vermutet wird.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Wird eingesetzt, wenn Weichteilstrukturen wie Bandscheiben, Rückenmark oder Nervenwurzeln beurteilt werden müssen.

Wichtig ist die Differentialdiagnose zu anderen Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfall (Diskopathie), Spondylodiszitis (Entzündung von Bandscheibe und Wirbelkörper), Cauda-equina-Syndrom oder Wirbelsäulentumoren.

Behandlung & Therapie

Da Spondylose ein degenerativer Prozess ist, zielt die Therapie nicht auf Heilung, sondern auf Schmerzlinderung, Erhalt der Beweglichkeit und Verbesserung der Lebensqualität ab. Tiere ohne klinische Symptome benötigen in der Regel keine Behandlung.

Das Therapiespektrum umfasst: