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Spornschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Land

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Centrochelys sulcata
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
  • Gattung: Centrochelys
  • Lebensraum: Trockene Savannen, Halbwüsten und Sahelzone Afrikas
  • Größe: Carapaxlänge bis 83 cm
  • Gewicht: 50–100 kg, einzelne Exemplare über 100 kg
  • Lebenserwartung: 80–100 Jahre, in Gefangenschaft teils darüber hinaus

Aussehen & Merkmale

Die Spornschildkröte ist die drittgrößte Landschildkröte der Welt und die größte auf dem afrikanischen Kontinent. Nur die Galápagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra) und die Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea) übertreffen sie an Körpergröße. Ihren deutschen Namen verdankt sie den auffälligen, kegelförmigen Spornen an den Oberschenkeln der Hinterbeine. Diese verhornten Auswüchse sind bei Männchen stärker ausgeprägt als bei Weibchen und dienen wahrscheinlich als Arterkennungsmerkmal sowie bei Rangkämpfen.

Der Rückenpanzer (Carapax) ist breit, abgeflacht und von sandgelber bis bräunlicher Färbung. Die einzelnen Hornschilde (Scuta) weisen deutlich sichtbare Wachstumsringe auf, die mit zunehmendem Alter abgeschliffen werden. Die Randschilde am vorderen Panzerrand sind leicht nach oben gebogen, was der Art ein charakteristisches Profil verleiht. Der Bauchpanzer (Plastron) ist heller gefärbt und bei Männchen leicht konkav eingewölbt – eine Anpassung an die Kopulation. Die Haut ist an Kopf und Gliedmaßen dick, trocken und gelblich-braun. Die kräftigen Vorderbeine sind mit breiten, abgeflachten Schuppen bedeckt und zum Graben optimiert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Spornschildkröte erstreckt sich über die Sahelzone und die angrenzenden Trockensavannen Afrikas. Es reicht vom Senegal und Mauretanien im Westen über Mali, Niger, Tschad und den Sudan bis nach Äthiopien und Eritrea im Osten. Die Art besiedelt ein Habitat, das durch hohe Temperaturen, geringe Niederschläge und spärliche Vegetation gekennzeichnet ist. Typische Biotope umfassen sandige und lehmige Böden mit vereinzeltem Buschwerk und Grasland am südlichen Rand der Sahara.

Entscheidend für das Vorkommen ist die Beschaffenheit des Substrats: Der Boden muss grabfähig sein, da die Spornschildkröte tiefe Bauten anlegt, um den extremen Temperaturen ihres Lebensraums zu entgehen. In einigen Teilen des Verbreitungsgebiets sind die Bestände stark zurückgegangen, insbesondere in Westafrika, wo Lebensraumverlust und Bejagung den Populationen zusetzen.

Ernährung

Als strikte Herbivore ernährt sich die Spornschildkröte überwiegend von Gräsern, Kräutern, Sukkulenten und gelegentlich von Blättern niedriger Sträucher. In ihrem natürlichen Habitat macht Trockengras den größten Anteil der Nahrung aus. Die Art ist an eine ballaststoffreiche, proteinarme Kost angepasst. Einen erheblichen Teil ihres Wasserbedarfs deckt sie über die Nahrung, insbesondere durch sukkulente Pflanzen und taufeuchtes Gras in den Morgenstunden.

In menschlicher Obhut stellt die falsche Ernährung eines der häufigsten Probleme dar. Eine zu protein- und fettreiche Fütterung führt zu sogenanntem Höckerwachstum des Panzers und zu Nierenschäden. Geeignete Nahrung in der Haltung besteht aus Wildkräutern, Heu und faserreichen Gräsern.

Verhalten & Lebensweise

Die Spornschildkröte ist vorwiegend dämmerungs- und morgenaktiv. Während der heißesten Tagesstunden zieht sie sich in selbstgegrabene Erdbauten zurück, die bis zu drei Meter tief und über zehn Meter lang sein können. In diesen unterirdischen Gängen herrschen deutlich niedrigere Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit als an der Oberfläche – ein überlebenswichtiger Vorteil in der Trockenzeit. Nachts verbleibt die Schildkröte ebenfalls in ihrem Bau.

Die Art lebt solitär, ohne feste Reviere im engeren Sinne zu verteidigen. Begegnungen mit Artgenossen verlaufen außerhalb der Paarungszeit meist friedlich. Männchen zeigen allerdings untereinander deutliches Aggressionsverhalten: Sie rammen sich gegenseitig mit dem Panzer und versuchen, den Rivalen auf den Rücken zu drehen. Diese Kommentkämpfe werden durch die namensgebenden Oberschenkelsporne verstärkt, die als Hebelpunkt dienen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Natur auf die Monate nach der Regenzeit, typischerweise zwischen September und November. Männchen umkreisen die Weibchen, stoßen mit dem Panzer gegen deren Flanken und geben während der Kopulation heisere, rhythmische Laute von sich. Nach erfolgreicher Begattung vergehen etwa 60 Tage, bis das Weibchen einen geeigneten Eiablageplatz sucht.

Das Weibchen gräbt mit den Hinterbeinen eine Nistgrube von 15 bis 20 cm Tiefe und legt darin 15 bis 30 Eier ab, in seltenen Fällen bis zu 40. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 90 bis 180 Tage. Die Schlüpflinge wiegen etwa 25 bis 35 Gramm und haben einen Carapax von rund 4 bis 5 cm Länge. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird in Abhängigkeit von den Wachstumsbedingungen mit etwa 15 bis 20 Jahren erreicht, wobei in der Terrarienhaltung bei zu schnellem Wachstum eine frühere Reife beobachtet wird.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft