Steinschmätzer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Oenanthe oenanthe
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
- Gattung: Steinschmätzer (Oenanthe)
- Größe: 14,5–15,5 cm Körperlänge
- Gewicht: 17–30 g
- Flügelspannweite: 26–32 cm
- Lebensraum: Offene, steinige Landschaften, Geröllhalden, Heiden, Dünen, alpine Matten
- Lebenserwartung: Bis zu 7 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Steinschmätzer ist ein schlanker, aufrecht sitzender Singvogel von der Größe eines Rotkehlchens. Das auffälligste Erkennungsmerkmal beider Geschlechter ist der weiße Bürzel, der im Flug besonders gut sichtbar wird und zusammen mit dem schwarzen, umgekehrt T-förmigen Schwanzende ein unverwechselbares Muster bildet. Dieses schwarz-weiße Schwanzmuster ist das sicherste Bestimmungsmerkmal der Gattung Oenanthe insgesamt.
Das Männchen zeigt im Prachtkleid eine blaugraue Oberseite, eine rahmfarbene bis orangebeige Unterseite und eine markante schwarze Gesichtsmaske, die vom Schnabelansatz über die Augen bis zu den Ohrdecken reicht. Ein weißer Überaugenstreif hebt sich deutlich davon ab. Der Schnabel und die Beine sind schwarz. Das Weibchen ist insgesamt bräunlicher gefärbt, die Gesichtsmaske fehlt oder ist nur angedeutet, und die Oberseite wirkt eher erdbraun statt grau. Im Schlichtkleid ähneln sich beide Geschlechter stärker, da die Männchen dann ebenfalls bräunlichere Farbtöne annehmen. Jungvögel zeigen ein geschupptes Gefieder auf Ober- und Unterseite.
Lebensraum & Verbreitung
Der Steinschmätzer besitzt das größte Verbreitungsgebiet aller Arten seiner Gattung. Er brütet in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas – von Grönland und der kanadischen Arktis über Island, Skandinavien und Mitteleuropa bis nach Zentralasien und Alaska. Damit ist er einer der wenigen Singvögel der Alten Welt, der auch in der Nearktis brütet.
Als Habitat bevorzugt der Steinschmätzer offene, kurzrasige oder vegetationsarme Landschaften mit ausreichendem Angebot an Steinen, Felsen oder Mauern. Typische Biotope sind alpine Geröllhalden, Heidelandschaften, Küstendünen, Truppenübungsplätze, Steinbrüche und extensiv beweidete Magerrasen. In den Alpen brütet er bis in Höhen von über 3.000 Metern. Entscheidend für die Ansiedlung sind das Vorhandensein von Sitzwarten, niedrige Vegetation und geeignete Nistplätze in Hohlräumen.
In Mitteleuropa sind die Bestände seit Jahrzehnten rückläufig. Ursachen sind die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust offener Brachflächen und die Verbuschung ehemaliger Weideflächen. In Deutschland gilt der Steinschmätzer als stark gefährdete Brutvogelart.
Ernährung
Der Steinschmätzer ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen Wirbellosen. Zu seiner Beute zählen Käfer, Ameisen, Fliegen, Schmetterlingsraupen, Spinnen, Schnecken und Regenwürmer. Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend am Boden: Der Vogel rennt in kurzen, schnellen Sprints über den Untergrund, stoppt abrupt und pickt Beutetiere auf. Alternativ wartet er auf erhöhten Sitzwarten wie Steinen, Zaunpfählen oder Erdklumpen und stößt von dort auf am Boden gesichtete Beute herab. Im Spätsommer und Herbst ergänzen Beeren die Nahrung, insbesondere vor dem Abzug in die Winterquartiere, wenn der Aufbau von Fettreserven für den Zug entscheidend ist.
Verhalten & Lebensweise
Der Steinschmätzer ist ein tagaktiver Vogel und ein ausgeprägter Langstreckenzieher. Sämtliche Populationen – auch die nordamerikanischen und die aus Ostasien – überwintern in der Sahelzone und den Savannen Afrikas südlich der Sahara. Die grönländischen und kanadischen Brutvögel legen dabei Zugstrecken von bis zu 15.000 Kilometern zurück und überqueren den Nordatlantik – eine für einen so kleinen Singvogel außergewöhnliche Leistung.
Während der Brutzeit verteidigt das Männchen ein Revier von mehreren tausend Quadratmetern. Es markiert sein Revier durch Gesang, den es häufig im kurzen, flatternden Singflug vorträgt. Der Gesang ist ein kurzer, rauer, aber abwechslungsreicher Vers mit kratzigen und pfeifenden Elementen. Der Warnruf ist ein hartes „tschäck", oft gefolgt von einem pfeifenden „hüit". Typisch ist das wiederkehrende Schwanzwippen und Knicksen, das der Steinschmätzer bei Erregung zeigt.
Außerhalb der Brutzeit lebt der Steinschmätzer einzelgängerisch. Er ist kein Schwarmvogel, kann jedoch auf dem Zug in lockeren Trupps an günstigen Rastplätzen auftreten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt kurz nach Ankunft der Männchen im Brutgebiet, in Mitteleuropa meist ab Ende März bis April. Das Männchen führt auffällige Balzflüge durch, bei denen es mit gespreiztem Schwanz und langsamen Flügelschlägen über dem Revier flattert und dabei singt. Es zeigt dem Weibchen zudem potenzielle Nistplätze, indem es in Höhlungen schlüpft und dort mit ausgebreitetem Schwanz verharrt.
Das Nest wird in Bodenhöhlen angelegt – unter Steinen, in Felsspalten, Mauerlöchern, Kaninchenbauten oder auch in Steinhaufen. Das Weibchen baut das Nest allein aus Grashalmen, Moos und Wurzeln und polstert die Mulde mit Fe