Sternschildkröte
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Geochelone elegans
- Ordnung: Schildkröten (Testudines)
- Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
- Gattung: Geochelone
- Lebensraum: Trockene Graslandschaften, Halbwüsten, Dornbuschsavannen und lichte Wälder auf dem indischen Subkontinent sowie Sri Lanka
- Größe: Weibchen bis 28 cm Panzerlänge, Männchen deutlich kleiner mit 15–20 cm
- Gewicht: Weibchen bis 7 kg, Männchen 1,5–3 kg
- Lebenserwartung: 30–80 Jahre, in menschlicher Obhut teils über 50 Jahre dokumentiert
Aussehen & Merkmale
Die Indische Sternschildkröte gehört zu den optisch auffälligsten Vertretern der Familie der Landschildkröten. Namensgebend ist das charakteristische Sternmuster auf dem hochgewölbten Carapax (Rückenpanzer): Von einem hellen, meist gelblichen Zentrum auf jedem Schild strahlen schmale, gelbe Linien auf schwarzem oder dunkelbraunem Grund nach außen. Diese Zeichnung setzt sich, wenn auch weniger kontrastreich, auf dem Plastron (Bauchpanzer) fort.
Der Panzer ist stark konvex und bei adulten Tieren deutlich höher als bei vielen verwandten Arten. Die einzelnen Hornschilde (Scuta) sind leicht pyramidenförmig aufgewölbt – ein Merkmal, das bei manchen Individuen stärker ausgeprägt ist als bei anderen. Die Haut an Kopf, Hals und Gliedmaßen ist gelblich bis bräunlich gefärbt und weist an den Vorderbeinen große, überlappende Schuppen auf, die als Schutzmechanismus dienen.
Der Geschlechtsdimorphismus ist bei der Sternschildkröte deutlich ausgeprägt. Weibchen werden erheblich größer und schwerer als Männchen. Männchen besitzen einen längeren, dickeren Schwanz sowie einen leicht konkav eingewölbten Bauchpanzer, der die Paarung erleichtert. Weibchen haben dagegen einen flachen Bauchpanzer und einen insgesamt breiteren, rundlicheren Körperbau.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Sternschildkröte umfasst weite Teile des indischen Subkontinents. Die Art kommt in drei voneinander getrennten Populationen vor: im Nordwesten Indiens und dem angrenzenden Pakistan (Sindh, Rajasthan, Gujarat), im südöstlichen Indien (Tamil Nadu, Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala) sowie auf Sri Lanka. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Populationen aus Sri Lanka und dem südlichen Indien sich deutlich von denen im Nordwesten unterscheiden. Einige Taxonomen schlagen daher vor, die Sri-Lanka-Population als eigenständige Art (Geochelone platynota wird gelegentlich fälschlich zugeordnet – die Burmesische Sternschildkröte ist jedoch tatsächlich eine eigene Art) oder zumindest als Unterart abzugrenzen.
Als Habitat bevorzugt die Sternschildkröte trockene und halbtrockene Biotope. Dazu zählen Dornbuschsavannen, trockene Laubwälder, Graslandschaften und landwirtschaftlich extensiv genutzte Flächen. In Wüsten oder dicht geschlossenen Wäldern fehlt die Art. Die Tiere benötigen offene Flächen mit krautiger Vegetation und geeignete Versteckmöglichkeiten unter Büschen oder in flachen Bodensenken. In Sri Lanka bewohnt die Art auch feuchtigkeitsreichere Küstenregionen.
Ernährung
Die Indische Sternschildkröte ist eine reine Herbivore. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Blüten und gelegentlich herabgefallenen Früchten. In ihrem natürlichen Lebensraum frisst sie bevorzugt Sukkulenten und verschiedene Wildgräser. Tierische Nahrung wird unter natürlichen Bedingungen nicht aktiv aufgenommen, gelegentlich werden jedoch Insekten oder Schnecken zufällig mit der pflanzlichen Nahrung mitgefressen.
In der Terrarienhaltung, die in vielen Ländern verbreitet ist, bildet eine faserreiche Ernährung auf Basis von Wiesenkräutern und Gräsern die Grundlage. Eine zu eiweißreiche oder fetthaltige Fütterung führt bei Sternschildkröten häufig zu Wachstumsstörungen des Panzers, den sogenannten „Höckern" – ein Problem, das bei wild lebenden Tieren kaum auftritt.
Verhalten & Lebensweise
Die Sternschildkröte ist überwiegend dämmerungsaktiv und in den kühleren Morgenstunden sowie am späten Nachmittag unterwegs. Während der heißesten Tageszeit zieht sie sich in den Schatten von Büschen oder unter Steine zurück. In den trockenen Monaten vor dem Monsun können die Tiere eine Art Trockenruhe einlegen, bei der ihre Aktivität stark zurückgeht. Während der Regenzeit steigt die Aktivität sprunghaft an – die Tiere nutzen das frische Pflanzenwachstum und die höhere Luftfeuchtigkeit zur Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung.
Die Art ist einzelgängerisch und zeigt kein Territorialverhalten im engeren Sinne. Männchen suchen aktiv nach Weibchen und können dabei erstaunliche Strecken zurücklegen. Außerhalb der Paarungszeit leben die Tiere ohne feste Reviere und teilen sich Futterflächen und Ruheplätze ohne erkennbare Konflikte. Soziale Interaktionen beschränken sich weitgehend auf die Fortpflanzungszeit.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz findet vor allem während und kurz nach der Monsunzeit statt. Männchen umkreisen die Weibchen, rammen deren Panzer von der Seite und geben dabei charakteristische, piepsende Laute von sich. Nicht paarungswillige Weibchen entziehen sich durch Flucht oder durch Einziehen der Gliedmaßen in den Panzer.
Nach erfolgreicher Kopulation vergehen etwa 60 bis 90 Tage, bis das Weibchen ein Gelege absetzt. Es gräbt mit den Hinterbeinen eine Nistgrube in den Boden und legt darin 3 bis 10 Eier ab. Pro Saison sind mehrere