T Tierlexikon.net
← Lexikon

Streifenschakal

S

Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lupulella adusta (früher Canis adustus)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Lupulella
  • Lebensraum: Savannen, Waldränder, Feuchtgebiete und Buschland in Afrika südlich der Sahara
  • Körperlänge: 65–81 cm (ohne Schwanz), Schwanzlänge 30–41 cm
  • Schulterhöhe: ca. 35–50 cm
  • Gewicht: 6,5–14 kg
  • Lebenserwartung: 10–12 Jahre in freier Wildbahn, bis 14 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Streifenschakal ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Hunde (Canidae) mit einem vergleichsweise gedrungenen Körperbau. Sein Fell ist an der Oberseite graubraun bis rötlichbraun gefärbt, die Unterseite heller, oft weißlich bis cremefarben. Das namensgebende Merkmal ist ein heller, weißlicher Streifen entlang der Flanken, der sich vom Ellbogen bis zur Hüfte erstreckt und von einem dunklen, schwarz eingefassten Rand begleitet wird. Dieser Seitenstreifen unterscheidet ihn deutlich von den beiden anderen afrikanischen Schakalarten – dem Schabrackenschakal (Lupulella mesomelas) und dem Goldschakal (Canis aureus).

Der Kopf ist relativ breit mit einer kurzen, stumpfen Schnauze. Die Ohren sind mittelgroß und abgerundet, was den Streifenschakal von anderen Caniden mit spitzeren Ohren abhebt. Der buschige Schwanz ist dunkel gefärbt und endet in einer weißen Spitze. Die Beine sind verhältnismäßig kurz, was auf seine bevorzugten, dichter bewachsenen Habitate zurückzuführen sein dürfte. Das Gebiss umfasst 42 Zähne und ist typisch für einen omnivoren Caniden mit kräftigen Reißzähnen und breiten Molaren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Streifenschakals erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika, von Senegal und Nigeria im Westen über Zentralafrika bis nach Kenia, Tansania und Mosambik im Osten und Südosten. Im Vergleich zum Schabrackenschakal und zum Goldschakal bevorzugt der Streifenschakal feuchtere Habitate. Er besiedelt bevorzugt Waldränder, Übergangsgebiete zwischen Wald und offener Savanne, Galeriewälder entlang von Flussläufen, feuchte Buschlandschaften und Sumpfgebiete.

Offene, trockene Steppen und Wüstenregionen meidet die Art weitgehend – dort wird die ökologische Nische vom Schabrackenschakal oder vom Goldschakal besetzt. In Gebirgsregionen wurde der Streifenschakal bis auf Höhen von etwa 2.700 Metern nachgewiesen. In einigen Regionen lebt er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen, bleibt dort jedoch deutlich scheuer und unauffälliger als etwa der Goldschakal.

Ernährung

Der Streifenschakal ist ein ausgesprochener Allesfresser (Omnivor). Sein Nahrungsspektrum umfasst Kleinsäuger wie Mäuse und Ratten, Insekten, Vögel und deren Eier, Reptilien, Aas sowie pflanzliche Kost wie Früchte und Beeren. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert stark je nach Jahreszeit und regionaler Verfügbarkeit. Während der Regenzeit nehmen Insekten – insbesondere Käfer und Heuschrecken – einen großen Anteil der Nahrung ein. In der Trockenzeit steigt die Bedeutung von Aas und Kleinsäugern.

Früchte und Beeren können zeitweise bis zu 30 Prozent der Nahrung ausmachen, was den Streifenschakal zu einem wichtigen Samenverbreiter in seinem Biotop macht. Im Gegensatz zum Goldschakal jagt der Streifenschakal nur selten größere Beutetiere und tritt kaum als Nahrungskonkurrent größerer Prädatoren auf.

Verhalten & Lebensweise

Der Streifenschakal ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei die Aktivitätsmuster regional variieren können. In Gebieten mit geringer menschlicher Störung ist er gelegentlich auch tagsüber aktiv. Tagsüber ruht er in dichter Vegetation, verlassenen Erdbauten anderer Tiere oder in selbst gegrabenen flachen Mulden.

Die Art lebt in der Regel als monogames Paar. Die Paarbindung ist langfristig und besteht oft über mehrere Fortpflanzungsperioden hinweg. Das Revier eines Paares umfasst je nach Lebensraum und Nahrungsverfügbarkeit zwischen 1 und 4 Quadratkilometer und wird durch Urin und Kot markiert. Gegenüber Artgenossen verhalten sich Streifenschakale territorial, zeigen jedoch weniger aggressive Revierverteidigung als etwa der Schabrackenschakal.

Der Streifenschakal ist im Vergleich zu anderen Schakalarten eher einzelgängerisch. Größere Gruppen bilden sich kaum; gelegentlich sind Familienverbände aus einem Elternpaar und den Jungtieren des laufenden Jahres zu beobachten. Die Kommunikation erfolgt über Lautäußerungen – darunter heulende Rufe, Bellen und Winseln – sowie über Körpersprache und Duftmarkierungen. Sein Ruf ist leiser und weniger durchdringend als der des Schabrackenschakals.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit variiert je nach Region und korreliert häufig mit dem Ende der Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am höchsten ist. Nach einer Tragzeit von etwa 57 bis 70 Tagen bringt das Weibchen in einem geschützten Bau durchschnittlich 3 bis 6 Welpen zur Welt. Die Neugeborenen sind blind und wiegen bei der Geburt etwa 200 bis 250 Gramm.

Die Augen der Jungtiere öffnen sich nach 8 bis 10 Tagen. Beide Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht: Das Männchen trägt Nahrung zum Bau und wacht über die Umgebung, während das Weibchen die Welpen säu