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Sumpfkrokodil

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Tierart – Reptilien > Krokodile

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Crocodylus palustris
  • Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
  • Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
  • Gattung: Crocodylus
  • Lebensraum: Süßgewässer Südasiens – Sümpfe, Seen, Flüsse, Stauseen
  • Größe: Männchen bis 4–5 m, Weibchen bis 2,5–3 m
  • Gewicht: 200–450 kg (Männchen), Weibchen deutlich leichter
  • Lebenserwartung: 40–70 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft auch darüber

Aussehen & Merkmale

Das Sumpfkrokodil gehört zu den mittelgroßen bis großen Vertretern der Familie der Echten Krokodile. Sein Körperbau ist massig und breit, was es von schlankeren Arten wie dem Gangesgavial (Gavialis gangeticus) deutlich unterscheidet. Die Schnauze ist vergleichsweise kurz und breit – breiter als bei vielen anderen Crocodylus-Arten, aber schmaler als beim Leistenkrokodil (Crocodylus porosus). Diese Kopfform hat dem Tier gelegentlich den englischen Beinamen „Mugger Crocodile" oder „Broad-snouted Crocodile" eingebracht. Im deutschsprachigen Raum wird es auch als Marsch-Krokodil oder Mugger-Krokodil bezeichnet.

Die Hautoberfläche ist von kräftigen, verknöcherten Hornschuppen (Osteoderme) bedeckt, die auf dem Rücken in regelmäßigen Längsreihen angeordnet sind. Die Grundfärbung variiert von graubraun über olivgrün bis dunkelbraun, wobei Jungtiere heller sind und oft eine deutliche Querbänderung auf Schwanz und Körper aufweisen, die mit zunehmendem Alter verblasst. Der Bauch ist heller, meist gelblich-weiß, und trägt keine Osteodermplatten.

Die Augen sitzen weit oben auf dem flachen Schädel, ebenso die Nasenlöcher – eine Anpassung, die es dem Tier erlaubt, nahezu vollständig untergetaucht zu lauern, während nur Augen und Nase die Wasseroberfläche durchbrechen. Wie alle Krokodile besitzt Crocodylus palustris ein Nickhautmembran (drittes Augenlid), das die Augen unter Wasser schützt, sowie verschließbare Nasenlöcher und Ohröffnungen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sumpfkrokodils erstreckt sich über weite Teile des indischen Subkontinents. Die Art kommt in Indien, Sri Lanka, Nepal, Pakistan und im Iran vor. Historisch besiedelte sie auch Teile Myanmars und Bangladeschs, doch dort sind die Bestände entweder erloschen oder stark zurückgegangen.

Das bevorzugte Habitat sind stehende oder langsam fließende Süßgewässer: Sümpfe, Marschland, Seen, Flussmäander, Teiche und künstlich angelegte Stauseen. Im Gegensatz zum Leistenkrokodil meidet das Sumpfkrokodil salzhaltige Küstengewässer weitgehend, obwohl einzelne Individuen gelegentlich in Brackwasserzonen angetroffen werden. Es zeigt eine beachtliche Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Biotope und besiedelt nicht selten Bewässerungskanäle, Reisfelder und Dorfteiche, was zu Mensch-Tier-Konflikten führen kann.

Ernährung

Das Nahrungsspektrum von Crocodylus palustris verändert sich mit dem Alter deutlich. Jungtiere ernähren sich vorwiegend von Insekten, Krebstieren, Fröschen und kleinen Fischen. Mit zunehmender Körpergröße verschiebt sich die Ernährung hin zu größeren Beutetieren. Ausgewachsene Sumpfkrokodile jagen Fische, Schildkröten, Schlangen, Wasservögel und Säugetiere mittlerer Größe wie Affen, Hirsche und Wildschweine, die an Gewässern zur Tränke kommen.

Die Jagdtechnik entspricht dem typischen Lauerverhalten der Krokodile: Das Tier liegt regungslos im flachen Wasser oder am Ufer und wartet, bis sich Beute nähert. Mit einem explosionsartigen Vorstoß wird die Beute gepackt und unter Wasser gezogen. Große Beutetiere werden durch die sogenannte Todesrolle – eine schnelle Drehung um die eigene Körperachse – in handliche Stücke gerissen, da Krokodile ihre Nahrung nicht kauen können.

Verhalten & Lebensweise

Sumpfkrokodile sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, verbringen den Tag jedoch häufig mit Sonnenbaden am Ufer, um ihre Körpertemperatur als wechselwarme (ektotherme) Tiere zu regulieren. Sie sind weniger territorial als manche andere Krokodilarten, doch dominante Männchen beanspruchen während der Paarungszeit klare Reviere und verteidigen diese gegenüber Rivalen.

Eine ungewöhnliche Eigenschaft des Sumpfkrokodils ist seine Fähigkeit, längere Strecken über Land zurückzulegen, um neue Gewässer zu erreichen. In Trockenzeiten graben sich manche Individuen in Schlamm ein und fallen in eine Art Ruhezustand (Ästivation), bis die nächste Regenzeit die Gewässer wieder füllt. Dieses Verhalten unterstreicht die hohe ökologische Flexibilität der Art.

Soziale Interaktionen umfassen eine Reihe von Lautäußerungen. Männchen erzeugen während der Balz tiefe, infraschallhaltige Vibrationen, die das Wasser sichtbar zum Beben bringen – ein Verhalten, das als „Wassershow" bekannt ist und der Imponierung gegenüber Weibchen und Rivalen dient.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den meisten Verbreitungsgebieten in die kühlen Wintermonate (November bis Februar). Die Balz umfasst Schnauzenreiben, gegenseitiges Umkreisen im Wasser und die beschriebenen Infraschall-Vibrationen der Männchen.

Das Weibchen errichtet ein Hügelnest aus Erde, Pflanzenmaterial und Laub in Ufernähe und legt darin 25 bis 30, g