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Sumpfwallaby

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Wallabia bicolor
  • Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
  • Familie: Macropodidae (Kängurus)
  • Gattung: Wallabia (monotypisch)
  • Lebensraum: Sumpfgebiete, dichte Wälder, feuchte Küstenregionen im östlichen Australien
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 65–85 cm, Schwanzlänge 64–86 cm
  • Gewicht: 10–20 kg (Männchen schwerer als Weibchen)
  • Lebenserwartung: ca. 15 Jahre in freier Wildbahn, bis 17 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Das Sumpfwallaby, im Englischen als Swamp Wallaby oder Black Wallaby bezeichnet, ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Kängurus. Es hebt sich von anderen Wallaby-Arten durch seine dunkle Fellfärbung ab. Die Oberseite des Körpers ist dunkelbraun bis nahezu schwarz, während die Unterseite deutlich heller ausfällt – meist gelblich-braun bis rostrot. Dieser Kontrast zwischen Ober- und Unterseite spiegelt sich im wissenschaftlichen Artnamen bicolor wider.

Das Fell ist vergleichsweise lang und rau, was dem Tier ein etwas struppiges Erscheinungsbild verleiht. An den Ohren finden sich häufig helle Ränder. Die Schnauze ist dunkel pigmentiert. Die Hinterbeine sind kräftig, jedoch im Verhältnis zur Körpergröße kürzer als bei vielen anderen Macropodiden. Der lange, kräftige Schwanz dient als Balancierhilfe und ist an der Spitze oft dunkel gefärbt. Männchen sind in der Regel deutlich schwerer und muskulöser als Weibchen, sodass ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vorliegt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sumpfwallabys erstreckt sich entlang der gesamten Ostküste Australiens – von der Cape-York-Halbinsel im Norden des Bundesstaates Queensland bis in den Südosten Südaustraliens. Isolierte Populationen kommen auch auf vorgelagerten Inseln vor.

Trotz seines Namens ist das Sumpfwallaby nicht ausschließlich an Sumpfgebiete gebunden. Es besiedelt eine breite Palette von Habitaten: dichte Eukalyptuswälder, feuchte Regenwälder, Küstenbuschland (Heathland), Mangrovengebiete und Randzonen landwirtschaftlicher Flächen. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorhandensein eines dichten Unterwuchses, der tagsüber Deckung bietet. In trockenen, offenen Landschaften fehlt die Art dagegen weitgehend. Das Sumpfwallaby zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit und kommt auch in stadtnahen Gebieten und Vorortsiedlungen vor, sofern ausreichend Vegetation vorhanden ist.

Ernährung

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kängurus und Wallabys, die sich überwiegend von Gräsern ernähren, ist das Sumpfwallaby ein ausgeprägter Laubfresser (Browser). Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Blättern, Kräutern, Farnen, Sträuchern und Rinde. Es frisst zudem Pilze, Beeren und gelegentlich landwirtschaftliche Kulturpflanzen, was in manchen Regionen zu Konflikten mit Landwirten führt.

Eine Besonderheit des Sumpfwallabys ist seine Fähigkeit, Pflanzen zu verwerten, die für viele andere Pflanzenfresser giftig sind. So kann es bestimmte Akazien- und Eukalyptusarten konsumieren, deren sekundäre Pflanzenstoffe – etwa Tannine und ätherische Öle – von anderen Macropodiden gemieden werden. Der Magen des Sumpfwallabys weist einen niedrigeren pH-Wert auf als der verwandter Arten, was mit der Verdauung dieser chemisch verteidigten Pflanzen in Zusammenhang stehen dürfte.

Verhalten & Lebensweise

Das Sumpfwallaby ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht es in dichter Vegetation, etwa unter Büschen, in Farndickichten oder im Unterholz von Wäldern. In der Abenddämmerung verlässt es seine Deckung, um auf Nahrungssuche zu gehen, wobei es sich häufig an Waldränder und Lichtungen begibt.

Die Art lebt weitgehend einzelgängerisch. Es gibt keine festen Sozialverbände oder Rudel. An ergiebigen Nahrungsquellen können sich jedoch mehrere Tiere gleichzeitig aufhalten, ohne dass es dabei zu nennenswerten sozialen Interaktionen kommt. Die Reviere einzelner Tiere überlappen sich stark, wobei Männchen größere Streifgebiete unterhalten als Weibchen. Zur Fortbewegung nutzt das Sumpfwallaby gut ausgetretene Pfade durch dichte Vegetation. Bei Bedrohung flüchtet es in schnellen Sprüngen ins Dickicht und nimmt dabei eine charakteristische geduckte Haltung ein, bei der der Kopf tief gehalten wird – ein Verhalten, das es von den meisten anderen Kängurus unterscheidet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Das Sumpfwallaby weist eine unter Beuteltieren einzigartige Fortpflanzungsbiologie auf. Es ist die einzige bekannte Säugetierart, bei der die Tragzeit die Länge des Östrus-Zyklus übersteigt. Die Tragzeit beträgt etwa 33–38 Tage und ist damit die längste aller Kängurus, während der Östrus-Zyklus nur rund 31 Tage dauert. Das bedeutet, dass das Weibchen bereits ein bis zwei Tage vor der Geburt eines Jungtieres erneut befruchtet werden kann.

Der sich daraus ergebende Embryo verharrt zunächst in einer Keimruhe (embryonale Diapause) und entwickelt sich erst weiter, wenn das ältere Jungtier den Beutel verlässt. Durch diesen Mechanismus kann das Weibchen nahezu kontinuierlich reproduzieren und bringt so im Schnitt alle acht Monate ein Jungtier zur Welt. Die Fortpflanzung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden; Geburten finden ganzjährig statt.

Das Neugeborene wiegt bei der Geburt nur