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Sunda-Gavial

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Tierart – Reptilien > Krokodile

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tomistoma schlegelii
  • Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
  • Familie: Gaviale (Gavialidae) – teils auch den Echten Krokodilen (Crocodylidae) zugeordnet
  • Gattung: Tomistoma
  • Lebensraum: Süßwasserhabitate Südostasiens – Flüsse, Sümpfe, Torfsumpfwälder
  • Größe: bis zu 5 Meter (Männchen), Weibchen in der Regel 3–3,5 Meter
  • Gewicht: bis zu 200 kg
  • Lebenserwartung: geschätzt 60–80 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Sunda-Gavial ist ein großwüchsiges Krokodil, dessen auffälligstes Merkmal die extrem schmale, langgezogene Schnauze darstellt. Diese erinnert an den Ganges-Gavial (Gavialis gangeticus), mit dem die Art lange in einer gemeinsamen Familie geführt wurde. Die Schnauze ist jedoch etwas breiter und robuster als beim Ganges-Gavial, was auf ein breiteres Nahrungsspektrum hindeutet.

Die Körperoberseite ist von großen, verknöcherten Hornschuppen (Osteodermen) bedeckt, die in regelmäßigen Reihen entlang des Rückens angeordnet sind. Die Grundfärbung variiert von dunkel olivbraun bis schwarz, wobei Jungtiere eine deutliche Querbänderung aus dunklen Streifen auf hellerem Grund aufweisen. Die Bauchseite ist heller, meist gelblich bis cremefarben. Der seitlich abgeflachte Schwanz dient als kräftiger Antrieb beim Schwimmen. Die Augen und Nasenlöcher liegen erhöht auf dem Schädel, sodass das Tier fast vollständig untergetaucht an der Wasseroberfläche lauern kann.

Im Oberkiefer sitzen 76 bis 84 schlanke, spitze Zähne, die nach hinten gebogen sind – eine Anpassung an das Ergreifen glitschiger Beutetiere wie Fische. Anders als beim Ganges-Gavial fehlt den Männchen die charakteristische knollenförmige Verdickung (Ghara) an der Schnauzenspitze.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sunda-Gavials beschränkt sich auf die Malaiische Halbinsel, Sumatra und Borneo. Historisch kam die Art auch auf Java vor, dort gilt sie heute als ausgestorben. Ihr bevorzugtes Biotop sind langsam fließende Tieflandflüsse, Seen und ausgedehnte Torfsumpfwälder. Die Art ist stark an Süßwasser gebunden und meidet Küstengewässer mit Salzwassereinfluss.

In den Torfsumpfwäldern Borneos und Sumatras besiedelt der Sunda-Gavial tief gelegene Wasserläufe mit dichter Ufervegetation. Dieses Habitat bietet Deckung und ein reiches Nahrungsangebot. Durch die großflächige Zerstörung tropischer Sumpfwälder – vor allem für Ölpalmenplantagen – schrumpft der nutzbare Lebensraum der Art seit Jahrzehnten kontinuierlich.

Ernährung

Der Sunda-Gavial ernährt sich überwiegend von Fischen, die er mit schnellen seitlichen Kopfbewegungen im Wasser ergreift. Die schmale Schnauze erzeugt beim Zuschlagen geringen Wasserwiderstand und ermöglicht so präzise Fangbewegungen. Neben Fischen werden Krebstiere, Garnelen und kleinere Wirbeltiere erbeutet. Mageninhaltsuntersuchungen haben zudem Reste von Vögeln, Schildkröten und kleinen Säugetieren nachgewiesen.

Ausgewachsene Exemplare sind durchaus in der Lage, größere Beute zu überwältigen. In seltenen Fällen wurden Angriffe auf Primaten dokumentiert, die zum Trinken ans Wasser kamen. Insgesamt gilt die Art gegenüber Menschen jedoch als wenig aggressiv, und bestätigte Übergriffe sind äußerst selten.

Verhalten & Lebensweise

Über das Verhalten des Sunda-Gavials in freier Wildbahn ist vergleichsweise wenig bekannt, da die Art zurückgezogen lebt und schwer zu beobachten ist. Wie die meisten Krokodile ist Tomistoma schlegelii vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber sonnt sich das Tier an geschützten Uferabschnitten, um seine Körpertemperatur zu regulieren – ein für ektotherme Reptilien typisches Thermoregulationsverhalten.

Die Tiere sind Einzelgänger und verteidigen ihre Reviere entlang von Flussabschnitten. Innerartliche Auseinandersetzungen werden vor allem während der Paarungszeit beobachtet, scheinen aber weniger intensiv zu sein als bei Leistenkrokodilen oder Nilkrokodilen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Das Weibchen errichtet ein Nisthügel aus verrottendem Pflanzenmaterial, in den es 20 bis 60 Eier ablegt. Die Nester werden bevorzugt in der Nähe von Gewässern auf erhöhten Uferbereichen gebaut. Die Zersetzungswärme des organischen Materials brütet die Eier über einen Zeitraum von etwa 90 bis 100 Tagen aus. Die Gelegegröße gehört zu den höchsten unter den rezenten Krokodilarten.

Das Weibchen bewacht das Nest während der gesamten Brutzeit, auch wenn Beobachtungen dazu in der Wildnis spärlich sind. In Gefangenschaft wurde dokumentiert, dass die Mutter beim Schlüpfen den Nesthügel öffnet und die Jungtiere vorsichtig ins Wasser trägt. Die frisch geschlüpften Jungtiere sind etwa 40 cm lang und sofort schwimmfähig, bleiben aber zunächst in der Nähe des Weibchens. Die Geschlechtsreife wird bei einer Körperlänge von etwa 2,5 bis 3 Metern erreicht, was einem Alter von schätzungsweise 15 bis 20 Jahren entspricht.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Sunda-Gavial als stark gefährdet (Vulnerable) ein. Die Gesamtpopulation in