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Syrischer Braunbär

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Bären

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ursus arctos syriacus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Bären (Ursidae)
  • Gattung: Ursus
  • Lebensraum: Gebirgswälder, Steppen und Halbwüsten des Nahen Ostens und Westasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 130–180 cm, Schulterhöhe bis 100 cm
  • Gewicht: 100–250 kg (Männchen schwerer als Weibchen)
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Syrische Braunbär gilt als eine der kleinsten Unterarten des Braunbären (Ursus arctos). Sein Körperbau ist gedrungen und kräftig, aber weniger massig als bei seinen europäischen oder nordamerikanischen Verwandten. Der Kopf ist vergleichsweise breit mit einer kurzen Schnauze und kleinen, runden Ohren.

Das Fell ist meist hell- bis strohblond, mitunter graubraun oder sandfarben – eine Färbung, die ihn deutlich von den dunkleren Unterarten wie dem Europäischen Braunbären (Ursus arctos arctos) oder dem Kamtschatkabären (Ursus arctos beringianus) unterscheidet. Die helle Fellfarbe wird als Anpassung an die offenen, sonnenexponierten Lebensräume seiner Heimat gedeutet. Manche Individuen tragen einen dunkleren Streifen entlang des Rückens oder eine helle Brustzeichnung. Die Krallen sind lang, leicht gebogen und dunkel gefärbt. Sie dienen sowohl dem Graben nach Wurzeln und Kleintieren als auch dem Klettern in felsigem Terrain.

Wie bei allen Braunbären ist ein ausgeprägter Muskelwulst im Nackenbereich vorhanden, der den Vorderbeinen enorme Grabkraft verleiht. Der Schwanz ist kurz und im dichten Fell kaum sichtbar.

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet des Syrischen Braunbären erstreckte sich über weite Teile des Nahen Ostens – von der Türkei über Syrien, den Libanon, den Irak und den Iran bis nach Israel und Jordanien. Er besiedelte dort unterschiedliche Habitate: montane Eichenwälder, Zedernbestände, alpine Matten sowie felsige Schluchten und Halbwüsten in Höhenlagen zwischen 500 und 3.000 Metern.

Heute ist das Verbreitungsgebiet drastisch geschrumpft. Als gesichert gelten Vorkommen in den Gebirgsregionen der östlichen Türkei (Taurus, Pontisches Gebirge), im Nordirak (Kurdistan-Region, Zagros-Gebirge), im westlichen und nördlichen Iran sowie vereinzelt im Kaukasus-Grenzgebiet. In Syrien, Jordanien und dem Libanon gilt die Unterart als ausgestorben oder zumindest als extrem selten mit nur noch unbestätigten Einzelsichtungen. In Israel wurde der letzte Syrische Braunbär Anfang des 20. Jahrhunderts erlegt.

Das verbliebene Biotop besteht überwiegend aus schwer zugänglichen Bergregionen, die dem Bären Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die zunehmende Fragmentierung des Lebensraums durch Straßenbau, Landwirtschaft und Siedlungserweiterung isoliert die verbliebenen Populationen voneinander.

Ernährung

Der Syrische Braunbär ist wie alle Braunbären ein Allesfresser (Omnivor) mit einem hohen pflanzlichen Nahrungsanteil. Je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit besteht seine Nahrung aus Gräsern, Kräutern, Wurzeln, Knollen, Beeren und Früchten – insbesondere Wildäpfel, Maulbeeren, Pistazien und Eicheln. In den Bergregionen des Zagros-Gebirges nutzt er intensiv die saisonalen Früchte von Wildobstbäumen.

Tierische Nahrung ergänzt den Speiseplan: Insekten und deren Larven, Honig aus Wildbienennestern, kleine Säugetiere wie Nagetiere und gelegentlich Aas. In Regionen mit Weidewirtschaft kommt es zuweilen zu Übergriffen auf Nutztiere, vor allem auf Schafe und Ziegen. Dieses Verhalten ist eine der Hauptursachen für Konflikte mit der lokalen Landbevölkerung.

Verhalten & Lebensweise

Der Syrische Braunbär lebt einzelgängerisch. Männchen und Weibchen begegnen sich in der Regel nur zur Paarungszeit. Jedes Tier beansprucht ein ausgedehntes Revier, dessen Größe stark von der Nahrungsverfügbarkeit abhängt. In nahrungsarmen Halbwüstengebieten können die Streifgebiete erheblich größer ausfallen als in waldreichen Bergregionen.

Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, was teilweise eine Reaktion auf den menschlichen Verfolgungsdruck darstellt. In ungestörten Gebieten zeigen sie auch tagsüber Aktivität. Während der kalten Wintermonate halten Syrische Braunbären eine Winterruhe, die je nach Höhenlage und Klima zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten dauern kann. Sie ziehen sich dazu in Felshöhlen oder selbst gegrabene Erdmulden zurück. Anders als bei nordischen Populationen kann die Winterruhe in milderen Lagen verkürzt ausfallen oder ganz entfallen.

Die Tiere sind gute Kletterer und bewegen sich trotz ihres Körperbaus geschickt in steilem, felsigem Gelände. Ihr Geruchssinn ist hervorragend ausgeprägt und spielt bei der Nahrungssuche und der Wahrnehmung von Artgenossen die zentrale Rolle.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate Mai bis Juli. Nach der Befruchtung kommt es zu einer verzögerten Einnistung der Eizelle (Keimruhe), sodass die eigentliche Embryonalentwicklung erst im Herbst beginnt. Die Tragzeit beträgt insgesamt sechs bis acht Monate, wobei die aktive Entwicklungsphase nur etwa zwei Monate umfasst.

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